1965 gründen der Gitarrist Rudolf Schenker und der Schlagzeuger Wolfgang Dziony in Sarstedt die Gruppe Scorpions. Schenkers jüngerer Bruder, der bereits im Teenageralter als Gitarrenwunder gilt, spielt mit Sänger Klaus Meine in einer Band. 1969 stoßen die beiden zu den Scorpions. Für die erste LP wird Lothar Heimberg am Bass engagiert. "Lonesome Crow" (1972) definiert den Sound der Scorpions: rifflastiger Hard Rock, melodiös und geradlinig, mit dem heiser-nasalen Gesang von Meine als Markenzeichen. Nach einer Europatournee wechselt Michael Schenker zu den britischen Kollegen von UFO. Für ihn übernimmt Uli Jon Roth die Leadgitarre. Auch am Bass gibt es einen Wechsel: Heimberg wird durch Francis Buchholz ersetzt. 1975 wird "In Trance" im fernen Japan zum Erfolg, wo die Scorpions bald zu Stars avancieren. 1976 kommt das Album "Virgin Killer" dort zu Gold-Ehren, die 1978er-Tournee wird auf dem Live-Doppelalbum "Tokyo Tapes" dokumentiert. Mit neuem Selbstbewusstsein wagt man sich nun ins Mutterland des Hard Rock, nach England, kurz darauf auch in die Vereinigten Staaten, wo der Band (verstärkt um den neuen Schlagzeuger Hermann Rarebell und den fingerflinken Leadgitarristen Matthias Jabs, der den scheidenden Roth ersetzt) 1979/1980 der Durchbruch gelingt. Nach einer strapaziösen Tournee verliert Meine seine Stimme und erklärt den Ausstieg, doch die Band weiß, was sie an ihrem Vorsteher hat und wartet geduldig ab, bis dieser wieder vollkommen hergestellt ist. Solche Treue wird belohnt: Die Alben "Blackout" (1982, mit einem Cover-Artwork von Gottfried Hellnwein) und "Love At First Sting" (1984) werden zu weltweiten Erfolgen und machen die Scorpions zu einer internationalen Größe und zum deutschen Rockexport schlechthin. Die Band absolviert Mammut-Tourneen und tritt in Stadien auf. 1988 spielen sie als erste westliche Band in Leningrad. Aus dieser Erfahrung heraus schreibt Meine 1989 das Stück "Wind Of Change", das zur inoffiziellen Hymne von Perestroika und Mauerfall wird. 1991 ist der Titel die erfolgreichste Single der Welt. Die Scorpions werden von Michail Gorbatschow in den Kreml eingeladen. Nachfolgende Veröffentlichungen können dem gewaltigen Erfolgsdruck indes nicht mehr standhalten, und die gestandenen Hardrocker verlieren sich in musikalisch seichten Gewässern. Der Ausstieg von Buchholz und Rarebell markiert das Ende der großen Zeit der Scorpions, doch die Band macht auf kleinerer Flamme unermüdlich weiter. Mit "Moment of Glory" liefert das Komponistenpaar Schenker und Meine im Jahre 2000 die Hymne zur Expo in Hannover. 2001 erscheint "Acoustica", ein Unplugged-Album, 2004 "Unbreakable". Drei Jahre später veröffentlicht die Formation mit "Humanity - Hour I" ein weiteres Studioalbum. 2009 erhält die Band schließlich einen Echo für ihr Lebenswerk. Kurz vor erscheinen ihres neuen Studiowerks, "Sting In The Tail", im März 2010 verkünden die Scorpions, das sie sich nach dem Ende ihrer Welttournee, die drei Jahre dauern soll, auflösen werden.