Thandie Newton


  • Geburtstag
    06.11.1972
  • Geburtsort
    London, England
 

Die Trance-Frau. In ihren Augen ist immer Nacht. Die zarte dunkelhäutige Schönheit mit Ahnungen von Abgründen und Trauer im feinziselierten Gesicht bereichert Independent- und Blockbuster-Produktionen gleichermaßen. Im Oscar-Sieger "Crash - L.A. Crash" (2005) hat die stolze schwarze Schauspielerin Thandie Newton als vom Cop Matt Dillon in der Öffentlichkeit und vor ihrem Ehemann rassistisch und sexistisch gedemütigte und später aus den Flammen ihres Wagens gerettete Christine einige der Szenen der Jahres. Wie Thandie (gesprochen: Tan - Dee, übersetzt "die Geliebte") Newton sich in "Crash" an Körper und Seele beschmutzt fühlt, ist in viele ihrer Filme eingegangen. In nicht weniger als fünf Filmen war sie Sklavin.
Die Abhängige ist als Meisterdiebin in John Woos "MI:2" die Geliebte von Tom Cruise und findet doch in dessen Rivalen Scott Campbell den vielleicht besseren Liebhaber. Sie ist in James Ivorys "Jefferson in Paris" (1995) leibeigene Geliebte des titelgebenden Botschafters (Nick Nolte), aber dadurch keineswegs freier. Sie ist in Jonathan Demmes Toni-Morrison-Adaption "Beloved - Menschenkind" (1998) als Sklavin Beloved einem Geflecht von Schrecken ausgesetzt, das sie fast um den Verstand bringt. Sie ist als afrikanische Flüchtlingsfrau Shandurai, Haushälterin eines britischen Komponisten in Rom, in Bernardo Bertoluccis "Shandurai und der Klavierspieler" (1999) in politischer wie ökonomischer Abhägigkeit.
Thandie Newton wurde 1972 in London als Tochter eines Briten und einer Frau aus Zimbabwe vom Stamm der Shona geboren. Sie lebte bis zu ihrem fünften Lebensjahr in Sambia, das ihre Familie wegen politischer Unruhen verlies. Newton studierte an der London Art Educational School und absolvierte sieben Jahre lang eine Tanzausbildung, bis sie wegen Problemen mit dem Knie aufhörte. Sie ging nach L.A., wo ihr britischer Akzent ein Hindernis war, kehrte nach England zurück und studierte in Cambridge, wo sie 1996 in Anthropologie abschloss. Zur Schauspielerei kam sie 1991 durch Zufall, weil sie Zeit hatte und für den Film "Flirting" eine schwarze Schauspielerin gesucht wurde.
Seit 1991 mit Unterbrechungen in Nebenrollen zu sehen, spielte Newton in drei Filmen des Australiers John Duigan ("Flirting", "Weg der Träume" und "Leading Man") und in Neil Jordans stilvollem "Interview mit einem Vampir". In "Gridlock'd" fällt Newton als Cookie, Leadsängerin eines Trios, nach einer Überdosis ins Koma. In "The Truth About Charlie" übernahm Newton 2002 an der Seite von Mark Wahlberg die Rolle, die Audrey Hepburn in "Charade" (1963) gespielt hatte. Weil sich die Dreharbeiten zu "MI:2" verlängerten, musste sie ihre Rolle in "Drei Engel für Charlie" an Lucy Liu abtreten. Newton war 2004/05 in mehreren Episoden der TV-Klinikserie "ER" und 2005 neben Will Smith in "The Pursuit of Happiness" zu sehen.
Thandie Newton ist seit 1998 mit Ol Parker verheiratet und hat zwei Töchter. Sie lebt in London. Ihr Motto: "Die Schauspielerei ist ein guter Weg, Menschen kennen zu lernen."

Thandie Newton

  • Geburtstag
    06.11.1972
  • Geburtsort
    London, England
  • Geburtsland
    Großbritannien

Sly als Zocker-Ass

Sylvester Stallone ist einer von vier professionellen Falschspielern im Gangsterthriller "Shade".

"Die Wahrheit tut weh"<br />Sylvester Stallone

"Die Wahrheit tut weh"<br />Sylvester Stallone

Wenn Hollywood-Produzenten derzeit den Namen Sylvester Stallone hören, schließen sie sich im Büro ein, lassen sich von der Sekretärin verleugnen und rücken mit Sicherheit keinen müden Dollar raus - geschweige denn die Traumgagen, die der Cheframbo früher verdient hat.

Doch zum Glück (?) gibt es da noch mutige Einzelkämpfer wie Ted Hartley: Der verpflichtete den alternden Action-Star mit gescheiterten Charakterfach-Ambitionen jetzt als Profizocker für seinen Gangsterthriller "Shade".

Die Handlung: Im Spielermilieu von L.A. zockt Stallone zusammen mit drei Kumpanen ausgerechnet einen notorisch rachsüchtigen Gangsterboss ab. Das erweist sich als wenig brillianter Einfall mit actionreichen Konsequenzen.

An der Seite von Stallone wird "M:I-2"-Beauty Thandie Newton zu sehen sein, die mit Sly schon im Boxoffice-Hit "Driven" (in Deutschland magere 250.000 Besucher) brillierte. Komplettiert wird das Spielerteam von Gabriel Byrne ("Stigmata") und Stuart Townsend ("Die Königin der Verdammten").

Man darf gespannt sein, ob Sly mit "Shade" mehr als die 35.000 Besucher in die Kinos lockt, die der Copthriller "D-Tox" in den USA mobilisieren konnte - deutscher Kinostart: Fehlanzeige.

Bleibt also zu hoffen, dass Produzent Hartley für sein neues Projekt noch das ein oder andere ungezinkte Ass im Ärmel hat.

 

2006
59. British Academy Awards
Beste Nebendarstellerin - L.A. Crash
 

Filmografie

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