Tim Burton


  • Bürgerlicher Name
    Timothy William Burton
  • Geburtstag
    25.08.1958
  • Geburtsort
    Burbank, Kalifornien

Tim Burton


  • Bürgerlicher Name
    Timothy William Burton
  • Geburtstag
    25.08.1958
  • Geburtsort
    Burbank, Kalifornien
 

Der bekennende Fan von Horrorfilmen und Comics schätzt das Düster-Groteske, das Abgründige in boshafter Verkleidung und das Bizarre in Freaks und Außenseiter-Gestalten. Diese inszeniert er mal dramatisch, mal ironisch und immer mit dem Touch des Makaber-Humorvollen in erkennbar liebevoller Weise. So entstanden einige der skurrilsten Werke der Filmgeschichte, von denen mehrere, wie die beiden ersten "Batman"-Filme, Welterfolge wurden.
Tim Burton begann als talentierter Zeichner für die Disney-Studios und begann bereits dort mit zwei Kurzfilmen ("Vincent", eine Hommage für den Darsteller Vincent Price, und "Frankenweenie", eine Frankenstein-Parodie), eine eigenständige Bildsprache zu entwickeln. Nach seinem Regiedebüt für den Komiker Pee Wee Herman ("Pee Wees irre Abenteuer") konnte er seinen Stil mit der Geschichte um den Lottergeist "Beetlejuice" (1988, mit Michael Keaton) ausbauen. Beide Filme waren überraschend erfolgreich, weshalb ihn Warner mit dem "Batman"-Film und später dessen Fortsetzung beauftragte. Gespielt wurde der persönlichkeitsgespaltene Beschützer von Gotham City in den ersten beiden Teilen von Michael Keaton (den dritten "Batman"-Film produzierte Burton nur).
Zwischen diesen Großproduktionen fand Burton mit "Edward mit den Scherenhänden" (1991), in dem Johnny Depp ein trauriges Monster mit geschickten Fingerfertigkeiten spielte, endgültig seinen Stil. Als Liebhaber von B-Movies erwies Burton 1994 mit Depp in der Titelrolle dem "schlechtesten Regisseur aller Zeiten", dem in den 40er- und 50er-Jahren tätigen "Ed Wood", seine Huldigung. Er inszenierte den Nonsens-Stil Woods nach und stilisierte ihn dabei als tragische und konsequente Figur. Für die Rolle des drogensüchtigen Horrorfilmstars Bela Lugosi wurde Martin Landau mit dem Oscar für die beste Nebenrolle ausgezeichnet.
Burtons "Mars Attacks!" war eine höhnisch fiese und souverän die Filmgeschichte zitierende Alien-Invasion, in der Stars in kleinsten Rollen auftraten und die Schock-Ästhetik der Horror- und Science-Fiction-Filme der 50er Jahre genüsslich ausgekostet wurde. Mit der nach einer Novelle von Washington Irving entstandenen Horrorgroteske "Sleepy Hollow" (mit Johnny Depp und Christina Ricci), in der ein Dorf im Neuengland von 1791von einem kopflosen Reiter (Christopher Walken) terrorisiert wird, verbeugte sich Burton gekonnt bis in die Farbdramaturgie vor den Filmen des legendären Londoner Hammer-Studios und seinen "Dracula"- und "Frankenstein"-Produktionen sowie vor dem Edgar-Allan-Poe-Zyklus, den der Amerikaner Roger Corman zwischen 1960 und 1965 in England inszenierte und produzierte.
Als actionhaltige Auftragsarbeit entstand 2001 Burtons Neuinszenierung des Klassikers "Planet der Affen", in der Mark Wahlberg in die Fußstapfen von Charlton Heston trat und Schauspielergrößen wie Tim Roth oder Helena Bonham Carter unter ihren schweren Affenmasken kaum zu erkennen waren. Zurück zu seiner typischen Verspieltheit fand Burton in "Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht" mit der Geschichte eines Mannes (Albert Finney auf dem Sterbebett, Ewan McGregor als sein jüngeres Ich), der sein Leben aus märchenhaften Geschichten gestaltet.
Nach Burtons Entwürfen entstanden auch die ungewöhnlichen Kinderfilme "Tim Burton's Nightmare Before Christmas" und "James und der Riesenpfirsich" nach einer Vorlage von Roald Dahl. Eine weitere Dahl-Adaption bildete die vierte Zusammenarbeit von Burton mit Depp: In "Charlie und die Schokoladenfabrik" spielt Depp mit maskenhaftem Gesicht den exzentrischen Einsiedler Willy Wonka, der fünf Kindern mit erwachsener Begleitung die Gelegenheit gibt, seine Fabrik zu besichtigen - eine Tour, die in ein magisches Reich führt und bis zu ihrem Ende mit visuellen Eindrücken überrascht.
Burton war lange Zeit mit der in seinen Filmen auftretenden Schauspielerin Lisa Marie verlobt. Seit 2001 ist er mit der Schauspielerin Helena Bonham Carter liiert, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat.

Tim Burton

  • Bürgerlicher Name
    Timothy William Burton
  • Geburtstag
    25.08.1958
  • Geburtsort
    Burbank, Kalifornien
  • Geburtsland
    USA
  • Familie
    Mutter: Jean Burton (Kaufhausmanagerin)
    Vater: Bill Burton (Parkarbeiter)

    Bruder:
    Daniel

    Lebenspartnerinnen:
    Helena Bonham Carter (seit Oktober 2001, Schauspielerin)
    Lisa Marie (1992 - 2001, Schauspielerin)

    Ehefrau:
    Lena Gieseke (24. Februar 1989 - 31. Dezember 1991)

    Kinder:
    Billy Ray (6. Oktober 2003)
  • Autogrammadresse
    c/o William Morris Agency
    151 El Camino Drive
    Beverly Hills, CA 90212
    USA
  • Links
    http://minadream.com/timburton/home.htm (Fan-Seite)

Reese Witherspoon und Ryan Reynolds in "Big Eyes"

Kate Hudson ist damit aus dem Rennen.

Reese Witherspoon wird zu Margaret Keane (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Reese Witherspoon wird zu Margaret Keane (Foto: Kurt Krieger)

Reese Witherspoon und Ryan Reynolds sind die neue Besetzung in "Big Eyes". Das Biopic um das Malerpaar Walter und Margaret Keane war bereits 2008 im Gespräch mit Kate Hudson, die damals für die weibliche Hauptrolle vorgesehen war. Jetzt kommt der Film mit neuer Starpower und dem Geld von Tim Burton, der produzieren wird, endlich in die Gänge. Regie und Drehbuch werden Scott Alexander and Larry Karaszewski, die zum Beispiel das Skript von "Zimmer 1408" verfassten und mit Tim Burton bei "Ed Wood" zusammen arbeiteten.

Das Regisseuren-Duo jedenfalls ist jetzt schon hin und weg von seinen neuen Stars: "Wir sind außer uns vor Freude, diesen Traumcast für unser Traumprojekt gewonnen zu haben", heißt es. "Walter ist ein totaler Antiheld - charmant, witzig, gefährlich und ein bisschen verrückt. Ryan wird den so richtig rocken. Das Gleiche gilt für Reese, sie wird die perfekte Margaret sein - seelenvoll, würdevoll und mit viel Verletzlichkeit, die sie verwandelt in etwas, um für sich selbst zu kämpfen."

Traumrolle für Reese Witherspoon

Walter und Margaret Keane avancierten in den 60er Jahren mit Frauenbildnissen, die durch extrem große Augen auffielen, zu berühmten Pop-Art-Ikonen. Brisant dabei war, dass Walter seine Frau jahrelang unter seiner Fuchtel hielt und die millionenschweren Kunstwerke als seine eigenen ausgab. Erst in einem Gerichtsverfahren, bei dem Margaret auch live "vormalen" musste, wurden ihr die Rechte an ihren Bildern zuerkannt.

"Kinder träumen abgeschlagene Köpfe"

Bei Tim Burtons Version des Lewis Carrolls Klassiker handelt es sich um keine wortgetrue Verfilmung, sondern eher um eine Fortsetzung. Im Gespräch erklärt der Regisseur, wie er zu diesem Ansatz kam.

Tim Burton dirigiert seine Hauptdarstellerin und neuen Shooting-Star in Hollywood, Mia Wasikowska, beim Dreh zu "Alice im Wunderland" (Foto: Walt Disney) Großansicht

Tim Burton dirigiert seine Hauptdarstellerin und neuen Shooting-Star in Hollywood, Mia Wasikowska, beim Dreh zu "Alice im Wunderland" (Foto: Walt Disney)

Mr. Burton, Sie standen wegen des angedrohten Kino-Boykotts in England, Irland und Italien unter ziemlichen Druck. "Alice im Wunderland" sollte dort wegen des vorgezogenen DVD-Starts nicht ins Kino kommen.
TIM BURTON: Ja, das war wirklich dramatisch und ich bin einfach nur froh, dass sich Disney mit den Kinoketten intern geeinigt hat. Es wurde bis zum Äußersten gekämpft, aber wie es aussieht, wird "Alice im Wunderland" nun doch nach drei Monaten auf DVD herausgebracht.

Wie stehen Sie dazu?
Das scheint der Weg zu sein, den die Filmindustrie gehen will, und ich kann nicht sagen, dass ich darüber sehr glücklich bin. Aber die Welt verändert sich nun mal permanent. Ich weiß nicht, was für Auswirkungen das auf die Kinokultur haben wird, aber ich glaube fest daran, dass Leute, die den Film sehen wollen, dafür auch weiterhin ins Kino gehen werden, um den Film auf einer großen Leinwand zu erleben.

Zumal "Alice im Wunderland" auch noch in 3D gezeigt werden kann. Sehen Sie darin die Zukunft des Kinos?
Als wir uns bei "Alice im Wunderland" dazu entschlossen, gab es noch nicht so wahnsinnig viele angekündigte 3D-Projekte. "Avatar" war bereits im Gespräch und noch ein paar Animationsfilme. Inzwischen sieht es so aus, als ob 3D die neue Wunderwaffe wäre. Alle Filme sollen jetzt nur noch in 3D gedreht werden. Ähnliches passierte, als neue Ton-, Breitwand- und Farbsysteme entwickelt wurden. Die Folge ist dann immer, dass auch schlechte Filme damit vermarktet werden. Jedes Studio springt jetzt auf den 3D-Zug, und ich prognostiziere, dass wir in nächster Zeit auch viele schlechte 3D-Filme sehen werden.

"Alice im Wunderland" ist ein Wunderwerk neuester Filmtechniken geworden. Wie sind Sie damit klar gekommen?
Was allerdings ein schwieriger Prozess für mich war, weil ich noch nie mit so vielen unterschiedlichen neuen Filmtechniken auf einmal gearbeitet habe. Es kam mir vor wie das Zusammenlegen eines Puzzles, jede Szene musste vorher genau geplant werden und es dauerte Monate, bis diese am Computer vollendet wurden. Ich arbeitete zwar noch mit realen Schauspielern, aber sie waren so gut wie nie alle zusammen am Set. Jeder wurde einzeln aufgenommen, nicht zuletzt weil sich die Körpergröße der Hauptfigur Alice permanent ändern musste. Das war alles sehr kompliziert.

Hat Sie diese Arbeitsweise als Regisseur wirklich befriedigt?
Es war auch viel Frust dabei, und erstmals in meiner Karriere zweifelte ich an dem, was ich da in der Größenordnung erschaffen wollte. Aber natürlich lernt man dabei auch viel - all die kleinen technischen Dinge, die mir diesmal zur Verfügung standen. Letztendlich ist jedes Projekt einzigartig, doch was man beim einem gelernt hat, kann man dann beim nächsten noch viel besser anwenden.

Da "Alice" ein Disney-Film ist, mussten Sie sich wahrscheinlich auch von der früheren Zeichentrickversion inspirieren lassen.
Es gibt etwa 20 Verfilmungen von Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker, und der alte Trickfilm von Disney ist nur eine davon, die ich als nicht besonders erfolgreich gelungen einstufen würde. Es ist letztendlich ein schwieriger Stoff, der verschiedene Interpretationen zulässt. Alle, die versuchten, die Vorlage wortgetreu umzusetzen, sind daran gescheitert. Deshalb war es mir wichtig, einen eigenen Kontext zu finden, um überhaupt eine Möglichkeit zu sehen, die Geschichte zu verfilmen.

Sie sind berühmt für skurrile und düstere Regieeinfälle. Inwieweit mussten Sie sich diesmal zurückhalten, damit es ein Kinderfilm bleibt?
Gleich zu Beginn sagte ich, wir drehen hier "Alice in Wunderland" und ich werde nicht versuchen, den Film bizarrer, unheimlicher oder gruseliger zu machen, als es die Vorlage hergibt. In erster Linie wollten wir dem Geist der Geschichte treu bleiben, die natürlich ebenso merkwürdige wie politisch unkorrekte Elemente in sich birgt. Klar ist es ein Disney-Film, der darüber hinaus auch noch viel kostete. Deshalb waren die Studiobosse beruhigt, als ich garantierte, dass ich nicht mehr einbringen würde, als die Geschichte verlangt.

Wobei manchen bereits die Szene zu viel ist, in der Alice über abgeschlagene Köpfe laufen muss.
Ich habe schon als Fünf- oder Sechsjähriger solche Träume gehabt und erinnere mich, dass ich damals schon Zeichnungen mit solchen Köpfen anfertigte. Es ist nun mal ein klassisches Traumbild, nur glaube ich, viele Erwachsene haben vergessen, wie sie als Kind fühlten.

Sie arbeiten am liebsten immer mit den gleichen Leuten: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Christopher Lee oder Danny Elfman für die Musik. Fühlen Sie sich dadurch sicherer?
Wobei ich auch jedes Mal versuchte, neue Leute mit an Bord zu nehmen. Ich mische also, aber ich gebe zu, dass es mir bei der schwierigen Umsetzung von "Alice im Wunderland" schon sehr geholfen hat, mich auf Menschen meines Vertrauens wie Johnny, Helena, Christopher und Danny verlassen zu können. So konnte ich mich verstärkt der technischen Probleme annehmen. Die Rolle der Alice ging aber trotzdem an ein neues Gesicht: Mia Wasikowska! Sie ist jung und trotzdem spürt man etwas Vertrautes in ihr, womit für jeden der innere Kampf in ihr nachfühlbar ist.

Werden Sie nach der Erfahrung mit "Alice im Wunderland" als nächstes wieder einen eher herkömmlichen Film drehen?
Ich konnte dadurch immerhin feststellen, wo meine wahre Leidenschaft liegt. Ich liebe es, mit Schauspielern am Set zu sehen. "Alice im Wunderland" war da anders. Ich habe es als Herausforderung genommen, denn letzten Endes muss man jedes Projekt nehmen, wie es kommt. Aber noch gibt es kein neues Filmprojekt.

In den deutschen Kinos läuft momentan auch der von Ihnen produzierte Animationsfilm "#9", dem kein großer Erfolg vergönnt war.
Er war auch nicht so teuer und es hat mir einfach Spaß gemacht, " und wollte ihm dabei behilflich sein, eine Kinoversion daraus zu machen. Wenn ich junge talentierte Filmemacher treffe, werde ich auch zukünftig versuchen, ihnen mit meinen Möglichkeiten unter die Arme zu greifen.

 

Filmografie

Tim Burton 2-Film-Set

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1993
-
2010

Alice im Wunderland

Fantasy - Die 19-jährige Alice, ein rebellischer Geist in der viktorianischen Gesellschaft, soll heiraten. Viel neugieriger als auf einen... Zum Video

2010
kino.de
2009

Nightmare Before Christmas

Trickfilm / Fantasy - Das spindeldürre Gerippe Jack Skellington ist der Star von Halloweentown, wo sich ein ganzes Batallion von Geistern und... Zum Video

1993
-
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