Tobias Schenke


  • Geburtstag
    27.03.1981
  • Geburtsort
    Rüdersdorf

Tobias Schenke


  • Geburtstag
    27.03.1981
  • Geburtsort
    Rüdersdorf
 

In zwei Filmen konnte er sein bestes Stück nicht unter Kontrolle bringen und musste feststellen, das ER das Zepter in der Hand hält: "Harte Jungs" und "Knallharte Jungs" variierten die Idee des sprechenden männlichen Geschlechtsteils und wurden Kinoüberraschungserfolge im Genre der Teeniekomödie. Als ihr vom frechen Glied geplagter Hauptdarsteller Florian zeigte Tobias Schenke sein Talent, mit Unschulds- und Leidensmiene von einem Fettnäpfchen ins andere zu treten und als überforderter, geschlechtsreifer und hormonbelasteter Jungmann nix über die Liebe zu wissen, aber nach Bräuten zu lechzen. Das Flair von Unwissenheit und Unschuld inmitten peinlicher Pubertätspossen und zotiger Pennälerwitze verleiht "Spätzünder" Schenke eine Aura seliger Gefühlsübermannung, die er wie ein Buster Keaton im Teeniebusiness übersteht.
Dabei ist der 1981 in Rüdersdorf geborene Schenke fast schon ein Veteran im Filmgeschäft, der schon ab der sechsten Klasse wusste, dass er Schauspieler werden wollte. Mit zwölf heuerte er bei einer Schauspielagentur an, machte den Realschulabschluss und lernte an der Schauspielschule, als er von der Schulbank weg engagiert wurde, um 1996 als smarter Skater in "Knockin'on Heaven's Door" sein Kinodebüt abzugeben. Unter den zahlreichen Nebenrollen in TV und Film ("Solo für Klarinette", "Alles Bob!") ist die des fußballbegeisterten Sohnes von Schalke-Fan Uwe Ochsenknecht, der in "Fußball ist unser Leben" den Filius von der Freundin weg zum Trainingsplatz zwingt, die dankbarste.
Neben den Teeniekomödien, zu denen sich 2004 die deutsch-deutsche Komödie "Kleinruppin Forever" gesellt, in der er gleich eine Doppelrolle als vertauschte Zwillingsbrüder spielt, empfiehlt er sich auch in einer ernsten Rolle in dem auf Tatsachen basierenden Drama "Ein Leben lang kurze Hosen tragen". Hier gibt er den Serienkiller Jürgen Bartsch, der in den Sechzigerjahren eine Reihe Jugendlicher tötete.

Tobias Schenke

  • Geburtstag
    27.03.1981
  • Geburtsort
    Rüdersdorf
  • Geburtsland
    BRD

"Niemand sagt nein, wenn Hollywood ruft"

Pubertäts-Klamotten wie "Harte Jungs" und Psycho-Dramen à la "Ein Leben lang kurze Hosen" - Tobias Schenke ist einer der vielseitigsten Schauspieler Deutschlands und fängt jetzt erst richtig an!

Tobias Schenke in "Kleinruppin Forever": Doppelrolle als "Ossi" und "Wessi" (Foto: Senator) Großansicht

Tobias Schenke in "Kleinruppin Forever": Doppelrolle als "Ossi" und "Wessi" (Foto: Senator)

» Von den "Harten Jungs" nach "Kleinruppin forever". Ein ziemlicher Sprung.

TOBIAS SCHENKE:

"Kleinruppin forever" ist eine andere Schiene, ein anderer Humor. Bei "Harte Jungs" gab es Slapstick satt, ein großer kommerzieller Erfolg. Diese Komödie war für mich ein Geschenk und hat mir geholfen, bekannt zu werden, aber letztendlich auch das Leben etwas schwerer gemacht für den Weg, den ich eigentlich gehen wollte.

» Wohin führt der?

Ich will vielfältig bleiben, mich nicht auf ein Genre festlegen, sondern vieles ausprobieren. Seit meinem 12. Lebensjahr drehe ich, mir ist das Glück in den Schoß gefallen. Jetzt hoffe ich auf weitere interessante Angebote, vielleicht auch mal Richtung Fantasy wie "Der Herr der Ringe" oder Science Fiction.

Der große Durchbuch kam mit "Harte Jungs" (Foto: Constantin) Großansicht

Der große Durchbuch kam mit "Harte Jungs" (Foto: Constantin)

» Ruft Hollywood bereits?

Nicht unbedingt. Ich arbeite gerne hier, bin aber auch gerne in der Welt unterwegs und möchte schon mal raus, internationale Set-Luft schnuppern. Niemand sagt nein, wenn Hollywood anklingelt, aber man sollte nicht darauf bauen oder sich zu große Illusionen machen.

» Du wurdest auf dem Schulhof in Kleinmachnow entdeckt, die Angebote folgten Schlag auf Schlag. Wie bist du mit dem frühen Ruhm zurechtgekommen?

Am Anfang war ich schrecklich schüchtern. Die Begeisterung meiner Eltern hielt sich in Grenzen, sie ließen mich aber machen. Fünf Jahre habe ich quasi am Stück gedreht und unheimlich viel erlebt, wahnsinnig gute Leute getroffen. In der Schule fühlte ich mich eine Zeitlang nicht mehr so wirklich wohl, aber ich habe immer noch Freunde von früher. Ich bin eigentlich ein ganz normaler Typ mit Lust auf Leben, das heißt mal durch Scheiße gehen, mal glückliche Momente auskosten.

Tobias als Timo in der Milieu-Komödie "Der letzte Lude" (Foto: Constantin) Großansicht

Tobias als Timo in der Milieu-Komödie "Der letzte Lude" (Foto: Constantin)

» In "Kleinruppin forever" spielst du in einer Doppelrolle einen "Osssi" und einen "Wessi". Was bedeuteten dir die Figuren?

Ich fand beide total spannend. Da ich aus dem Osten komme, konnte ich den "Ossi" natürlich freier spielen. Da brauchte mir der Regisseur nicht viel sagen. Bei dem Wessi mit dieser Popperkultur aus den 80er Jahren musste ich mich etwas einfinden. Mir gefällt es, dass da einer aus dem Westen im Osten etwas dazulernt, plötzlich ganz andere Dinge zählen.

» Am Ende gibt der Wessi aus Liebe alles auf. Könntest du dir so etwas vorstellen?

Der ganze Film ist etwas märchenhaft, aber da gibt es schon eine Wahrheit. Ich finde es toll, dass ein Typ wegen einer Frau auf fetten Luxus verzichtet und in ein fremdes Land zurückkehrt. Das könnte auch Afrika oder sonst wo sein. Er gehorcht seinem Gefühl, was kann ihm besseres passieren?

"Kleinruppin Forever": Egal ob Ossi oder Wessi - die Polizei kontrolliert jeden (Foto: Senator) Großansicht

"Kleinruppin Forever": Egal ob Ossi oder Wessi - die Polizei kontrolliert jeden (Foto: Senator)

» Nervt dich dieses "Ossi"-"Wessi"-Gerede?

Ich bin so Fifty-Fifty: in der DDR aufgewachsen, habe viel im Westen gedreht und lebe jetzt in Kreuzberg. Als die Mauer fiel war ich acht Jahre alt, der Westen kam nicht zackzack, sondern das dauerte. Ich kannte Ladas und Trabis, wusste wie die Wurst im Osten schmeckte und konnte eine wunderbare Kindheit genießen. Als anarchistisch veranlagter Mensch fühle mich weder als Ossi, Wessi oder Deutscher, sondern als eine Person, die auf diesem Planeten lebt. Nichts gegen Zusammenwachsen, aber es lebe der Unterschied!

 

2001
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