Tony Leung Chiu-wai


  • Geburtstag
    27.06.1962
 

Einer der bekanntesten Stars des Hongkong-Kinos, hat Tony Leung, geboren 1962, im Jahr 2000 den Darstellerpreis des Festivals von Cannes für seine Rolle des Redakteurs und heimlichen Geliebten von Maggie Cheung in Wong Kar-wais "In the Mood for Love" gewonnen. Dies war der Höhepunkt einer Karriere, in denen der nicht klassifizierbare Leung zwischen B-Movies und Autorenfilmen pendelte. Leung fing beim Fernsehen in Kinderprogrammen und Serien an, eine Karriere, die typisch für viele Hongkong-Stars ist, und arbeitete seit 1983 für den Film, wobei er zeitweise in bis zu sieben (1991) und zehn (1993) Filmen pro Jahr auftrat. Als vielseitiger Darsteller spielte er etwa einen geistig Behinderten in "The Lunatics" (1986), einen Taubstummen in Hou Hsiao-Hsiens "Stadt der Traurigkeit" (1989), einen kleinen Mönch in ""A Chinese Ghost Story III" (1991) und einen brutalen und korrupten Cop in "The Longest Nite" (1997). Als besonders fruchtbar erwies sich seine Zusammenarbeit mit Regisseur Wong Kar-wai, für den er in fünf der sieben Filme spielte und ein glamouröser Held wurde. Hatte er in "Days of Being Wild" (1990) nur eine Szene am Schluss, weil die Fortsetzung mit ihm nie zustande kam, so war er in "Ashes of Time" (1994) ein langsam erblindender wandernder Ritter (Darstellerpreise in Hongkong und Taiwan) und in "Chungking Express" (1994) der einsame Polizist, der sich in die Sängerin Faye Wong verliebt. In "Happy Together" (1997) war er der Homosexuelle im freiwilligen Exil in Argentinien, der über eine schmerzhafte Trennung hinweg kommen will.
In "Hero", einem 2002 inszenierten Film von Zhang Yimou, spielte er den Attentäter "Zerbrochenes Schwert", der zusammen mit zwei Komplizen den König von Qin töten will. Der Film wurde für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. In "2046" gab er einen Schriftsteller, der wahre Begebenheiten im Hongkong der 1960er aufschreibt, welche sich vorrangig im Hotelzimmer 2046 ereigneten. Ebenso nennt er auch seinen fiktiven Roman. 2005 durfte er dafür den Hong Kong Film Awards entgegennehmen. Als einflussreicher Beamter Herr Yi, der mit den Japanern kollaboriert, beeindruckte er in dem 2007 in Venedig ausgezeichnetem Film "Gefahr und Begierde" (Goldener Löwe).
Tony Leung, der als einer der renommiertesten Schauspieler in China gilt, ist auch als Folksänger bekannt und gab seinen Status als populärer "canto-pop"-Sänger trotz der Filmkarriere nicht auf. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Schauspieler Tony Leung Kar-fai, der in Jean-Jacques Annauds "Der Liebhaber" spielte.

Tony Leung Chiu-wai

  • Geburtstag
    27.06.1962
  • Geburtsland
    China

Heulkrampf bei Sex-Szene

Davon träumt jeder Schauspieler: einmal so gut sein, dass der Regisseur völlig außer Fassung gerät!

Nah am Wasser gebaut: Ang Lee (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Nah am Wasser gebaut: Ang Lee (Foto: Kurt Krieger)

Gelungen ist das einem Darsteller-Duo beim Dreh zum Drama "Gefahr und Begierde". Die beiden spielten ihre Sex-Szene so inbrünstig, dass Ang Lee beim Zusehen einen Weinkrampf bekam. "Das ist mir noch nie passiert", schniefte der Oscar-Preisträger später. Dabei sollte er nach sensiblen Kinojuwelen wie "Brokeback Mountain" und "Der Eissturm" eigentlich an aufwühlende Filmsequenzen gewöhnt sein.

Allerdings handelt es sich bei dem Liebesakt auch um die absolute Schlüsselszene eines Films, der bereits für jede Menge Wirbel in den USA, China und jetzt auch bei den Filmfestspielen von Venedig gesorgt hat. In "Gefahr und Begierde" soll eine chinesische Studentin (Wei Tang) in ihrem von Japanern besetzten Heimatland ein Attentat auf einen feindlichen Agenten (Tony Leung) vorbereiten - eben, indem sie ihn nach allen Regeln der Kunst verführt.

Zensur!

Doch während die fragliche Filmsequenz beim Regisseur für Tränen der Rührung sorgte, reagierten die Sittenwächter in den USA deutlich weniger sensibel: Sie verpassten dem Film eine Freigabe ab 18 - kein Wunder in einem Land, in dem sich Lee schon wegen "Brokeback Mountain" völlig unverhältnismäßigen Anfeindungen ausgesetzt sah. In China gingen die Zensoren gleich noch einen Schritt weiter und schnitten zahlreiche Szenen einfach heraus - ansonsten dürfte der Film dort gar nicht laufen.

Glück für's deutsche Publikum: Bei uns gibt's "Gefahr und Begierde" ab 18. Oktober zu sehen - und das, so wie es aussieht, weitgehend ungeschnitten!

2000
53. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Bester Darsteller - In the Mood for Love
 

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