Tovah Feldshuh


  • Geburtstag
    27.12.1952
  • Geburtsort
    New York City , New York
 

Amerikanische Schauspielerin. Gefeierte und mehrfach ausgezeichnete Broadway-Schauspielerin und gesuchte Nebendarstellerin in Film und Fernsehen, wurde Tova Feldshuh durch ihre variantenreiche Darstellung jüdischer Charaktere bekannt: "Die Leute halten mich für die jüdische Meryl Streep", sagt sie. Mit ihren Kabarettprogrammen tourte sie um die Welt, in der Serie "Holocaust" (1978) war sie die tschechische Freiheitskämpferin Elena Slomova, verfolgte als Staatsanwältin den korrupten Cop Chow Yun-Fat in James Foleys Thriller "The Corruptor" (1999), übernahm seit 2000 Mutterrollen, so in Maria Schraders Adaption des Bestsellers "Liebesleben" (2007) als Hannah, die in Jerusalem ein Familiengeheimnis hütet. Ihre wichtigste Rolle wurde die der israelischen Premierministerin Golda Meir, die sie am Broadway in William Gibsons Stück "Golda's Balcony" (2003-05) und in Elie Chouraquis Filmdrama um die Gründung des Staates Israel in "O Jerusalem" (2006, mit Ian Holm als David Ben Gurion) verkörperte.
Tovah Feldshuh wurde 1952 als Terry Sue Feldshuh in New York City geboren, wuchs in Westchester County auf und besuchte das Sarah Lawrence College, wo sie mit dem M.A. abschloss. Sie tourte kurze Zeit mit einer Rockband, fiel aber mehr durch ihre flammend roten Haare, als durch Gesangstalent auf. Ihr Entschluss, Theater zu spielen, führte sie auf die Bühnen von Minneapolis, wo sie als Terri Fairchild auftrat. Den Künstlernamen Tovah Feldshuh nahm sie an, als sie 1973 auf dem Broadway in "Cyrano" debütierte. Dort spielte sie auch in "Yentl" und stellte 2005 in "Golda's Balcony" den Rekord mit dem am längsten gelaufenen Ein-Frau-Stück der Broadway-Geschichte ein. Ihre Kabarett-Programme mit selbst geschriebenen Monologen führten sie auf Welttourneen bis nach Hongkong.
Noch vor "Holocaust" war Feldshuh als Katherine Hepburn an der Seite von Tommy Lee Jones im TV-Film "The Amazing Howard Hughes" (1977) zu sehen. Wiederkehrende Rollen hatte sie als Verteidigerin in "Law & Order" (1990, 13 Folgen) und in der Pathologie-Serie "Crossing Jordan" (2001, drei Folgen). Als Gast war sie in "Airwolf", "L.A. Law", "Cosby" und "Equalizer" dabei. Sie spielte die Mutter von Diane Lane im Familiendrama "A Walk on the Moon" (2000), und die der Titelheldin im Indie-Film "Kissing Jessica Stein" (2001) sowie Lindsay Lohans Wahrsagerin Madame Z. in der Komödie "Zum Glück geküsst" (2006). Die Mrs. Bubchik aus dem Apartmentblock in "Das Mädchen aus dem Wasser" (2006) und die alternde Geliebte Ethel in Jan Schüttes "Love Comes Lately" (2007) vervollständigen ihr Repertoire.
Tovah Feldshuh wurde drei Mal mit dem Drama Desk Award (1975, 1989, 2003) und ein Mal mit dem Theatre World Award (1976) ausgezeichnet und war mehrfach für Tony und Emmy Award nominiert. Sie gewann 2003 den Golden Satellite Award für "Kissing Jessica Stein". Wegen ihres karitativen Engagements wurde Feldshuh mit dem Eleanor Roosevelt Humanitarian Award ausgezeichnet. Ihre Verdienste um die jüdische Kultur brachten ihr die Israelische Friedensmedaille und den Jewish Image Award ein. Seit 2005 ist sie Ehrendoktor der New York University.
Tovah Feldshuh ist seit 1976 mit Anwalt Andrew Harris Levy verheiratet, mit dem sie zwei Kinder hat.

Tovah Feldshuh

  • Geburtstag
    27.12.1952
  • Geburtsort
    New York City , New York
  • Geburtsland
    USA

Hinter den Kulissen: "Kissing Jessica"

Heute Lesbe, morgen Henna-Tattoos? Sexuelle Umorientierung als Modeerscheinung oder Verzweiflungstat? Woody Allen und Ally McBeal lassen grüßen: Das junge Drehbuch- und Darsteller-Duo Heather Juergensen und Jennifer Westfeldt wagt sich mit "Kissing Jessica" an ein Low Budget Movie à la "Sex & the City".

Die Allrounder Heather Juergensen und Jennifer Westfeld privat

Die Allrounder Heather Juergensen und Jennifer Westfeld privat

Die Zusammenarbeit von Heather Juergensen und Jennifer Westfeldt begann in einem Theaterworkshop in New York. Dort stellten sie fest, dass sich ihre Sketche um ein und dasselbe Thema drehten: Absurde Dates und verkorkste Beziehungen. Aus den entstandenen Szenen entwickelten sie das Theaterstück "Lipschtick", das 1997 als Off-Off Broadway-Produktion lief. In den Hauptrollen natürlich die beiden Autorinnen selbst.

Eine bestimmte Szene ist Dreh- und Angelpunkt der Story und wurde auch zur Grundlage für die Verfilmung: Zwei Girlies im Laura-Ashley-Look treffen sich auf einer Beautyfarm und fragen sich, wie man wohl lesbisch werden könnte. Dies sei wohl die beste Lösung, die vermaledeite "Mars-Venus-Geschichte" hinter sich zu lassen.

Egal welches Geschlecht: es gibt immer Probleme

Egal welches Geschlecht: es gibt immer Probleme

Dialoge über Sex - keine nackte Haut

Neugierig interviewten Juergensen und Westfeldt (beide übrigens hetero) ihre Freunde und Bekannten über homosexuelle Fantasien und Erlebnissen - eine grandiose Stoffsammlung. "Wir wollten unseren Protagonisten möglichst viele unterschiedliche Ansichten zum Thema sexuelle Orientierung in den Mund legen. Dabei sollte jede Figur ihre eigene einzigartige Reise durchleben."

Auf nackte Haut verzichten die beiden bei der Liebesgeschichte zwischen Helen und Jessica. Zur Sache geht es trotzdem: Bezeichnenderweise bekam der Film in Amerika ein "R" für den erotischen Gehalt der Dialoge. Dabei geht es dem Autorenteam nicht in erster Linie um den Tabu-Bruch: Vielmehr wollen sie Mut machen, auch gegen gesellschaftliche Ressentiments mit Fantasien zu experimentieren und dadurch neue Perspektiven fürs eigene Leben zu gewinnen.

<br />Jessica versucht Ordnung in ihr Leben zu bringen

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Selbst ist die Frau

Von Anfang an war klar, dass sie selbst die Hauptrollen übernehmen würden. Inspiriert waren sie dabei u.a. von Matt Damon & Ben Affleck, die sich ebenfalls mit eigenen ungewöhnlichen Projekten (z.B "Good Will Hunting") ins Rampenlicht stellten. "Wir sehen darin auch einen Trend, dass in Zukunft immer mehr Schauspieler ihr eigenes Material entwickeln werden."

Um ihre Geschichte zu verwirklichen, arbeiteten die Newcomerinnen zunächst mit einem Studio zusammen. Zwei lange Jahre später erkannten sie ihre komplexen Charaktere jedoch kaum wieder, kauften die Rechte kurzerhand zurück und entschieden sich für den dornigen Weg: Juergensen und Westfeldt begannen "Kissing Jessica" auf eigene Faust zu produzieren. Neben den Jobs als Hauptdarsteller jede Menge Stress: "Gelder aquirieren, Casting, Locationsuche - die Verantwortung war schon eine riesige Herausforderung, viel größer als die Schauspielerei."

Jessicas Mutter (Tovah Feldshuh, l.) reagiert überraschend tolerant

Jessicas Mutter (Tovah Feldshuh, l.) reagiert überraschend tolerant

Ein vielschichtiges Ergebnis

Zu ihnen stießen die mehrfach ausgezeichnete Bühnenschauspielerin Tovah Feldshuh (für sie wurde extra die Rolle der Mutter geschrieben), die Produzenten Eden Wurmfeld und Brad Zions, sowie Regisseur Charles Herman-Wurmfeld.

Zwar auch ein Neuling im Filmbiz gelang es ihm, die Vorstellungen der beiden zu verwirklichen, ohne die Grundidee zu verändern: Die theaterähnlichen Dialoge bleiben in den langen Einstellungen erhalten (Handkamera: Larry Sher), die Story ist so vielschichtig wie geplant. Kein straighter Dating-Film, sondern ein spritziges Movie über die Liebeswirren zweier New Yorkerinnen und ihre ganz persönlichen Wege daraus.

 

 

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