"Modern Family" hängt Konkurrenz ab
Die Comedy-Serie "Modern Family" ist der große Gewinner der diesjährigen Primetime Emmy Awards.
Großansicht
Schließen
In Deutschland bisher unbekannt: Der US-Serienhit "Modern Family"
In Deutschland bisher unbekannt: Der US-Serienhit "Modern Family"
Die Comedy-Serie "Modern Family" ist der große Gewinner der 63. Primetime Emmy Awards, die in der vergangenen Nacht in Los Angeles verliehen wurden. Die ABC-Serie, produziert von Fox Television Studios, wurde mit insgesamt fünf der begehrten TV-Preise ausgezeichnet, darunter als beste Comedy-Serie, für das Drehbuch und für die Leistungen der Schauspieler Julie Bowen und Ty Burrell. Die Serie, diese Woche startet in den USA Staffel drei, ist eine sogenannte Mockumentary: als vermeintliche Doku schildert sie den Alltag von drei völlig verschiedenen Paaren, darunter zwei homosexuellen Männern, die ein asiatisches Baby adoptieren. In Deutschland war die Serie bisher nicht zu sehen.
Einen Überraschungserfolg erzielte der öffentlich-rechtliche Sender PBS, der in den USA eigentlich keine große Rolle spielt. Mit "Downton Abbey", einer historischen Serie, die vor dem I. Weltkrieg in Großbritannien am Hof eines Adeligen spielt, heimste der Sender insgesamt sechs Emmys ein - das üppigste Ausbeute für PBS seit 1985. "Downton Abbey" gewann u.a. in der Kategorie "Miniserie oder Fernsehfilm" und verwies den Favoriten "Mildred Pierce" in die Schranken. Kate Winslet erhielt für ihre Hauptrolle als alleinerziehende Mutter während der Zeit der Großen Depression einen Emmy, genauso wie Guy Pearce für seine Nebenrolle in "Mildred Pierce".
Großansicht
Schließen
Erneut zur besten Drama-Serie gekürt: "Mad Men"
Erneut zur besten Drama-Serie gekürt: "Mad Men"
Dürftig schnitt die HBO-Drama-Serie "Boardwalk Empire" ab, für die es nur für Martin Scorsese (Regie-Emmy) eine Auszeichnung in den Hauptkategorien gab. Mit den bereits im Vorfeld verliehenen Creative Arts Awards kommt die Serie, die im Atlanta der 20er Jahre spielt, auf acht Auszeichnungen. Zum vierten Mal in Folge wurde "Mad Men" als beste Drama-Serie ausgezeichnet. Nur wenigen anderen Serien gelang bisher dieser Ausnahmeerfolg, auch wenn es dieses Jahr für "Mad Men" in den übrigen wichtigen Kategorien nichts mehr zu gewinnen gab.
Preise gingen außerdem an Jason Katims für das Drehbuch und für Kyle Chandler als Schauspieler der Drama-Serie "Friday Night Lights", eine Serie über eine High School Football-Mannschaft von Direc-TV. Mehr erwartet haben dürfte sich HBO für die Fantasy-Serie "Game of Thrones", am Ende reichte es jedoch nur für einen Emmy, der Schauspieler Peter Dinklage überreicht wurde. Julianna Margulies ging mit einem Emmy für ihre Rolle in "Good Wife" nach Hause, Barry Pepper überzeugte die Jury als Bobby Kennedy in "The Kennedys".
Die Creative Awards eingerechnet, kassierte HBO 19 der begehrten Trophäen - die magerste Ausbeute seit 2003. Ein Trend, der eine Entwicklung im US-Fernsehen deutlich macht: Nicht nur die großen Networks und Pay-Sender wie HBO produzieren erstklassiges Fernsehen, auch Kabelsender wie AMC oder Direc-TV ziehen nach und ernten jetzt die Früchte ihrer Qualitätsanstrengungen. Auf Platz zwei lag dieses Mal PBS mit 14 Auszeichnungen noch vor CBS (11) und Fox (9).