DVD Leihvideo

1/2 Miete

Drama über einen Computerhacker, der sich nach dem Tod seiner Freundin in fremden Wohnungen einnistet.


1/2 Miete

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.11.2004

Drama/ Thriller

Deutschland 2002
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 12

Stephan Kampwirth
Doris Schretzmayer
Natascha Bub

Regie: Marc Ottiker
Filmgalerie 451

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Drama über einen Computerhacker, der sich nach dem Tod seiner Freundin in fremden Wohnungen einnistet.

Peter ist am Boden zerstört (Foto: Neue Visionen) Großansicht

Peter ist am Boden zerstört (Foto: Neue Visionen)

Der junge Computerhacker Peter, der im Begriff ist, den Deal seines Lebens abzuschließen, findet eines Morgens seine paranoide Freundin tot in der Badewanne. Unter Schock steigt er in den nächstbesten Zug und landet in Köln.

Dort schmuggelt er sich in ein Mietshaus und nutzt die Wohnungen während ihre Mieter unterwegs sind. Er schläft bei einem Amateurschriftsteller, duscht bei einem Jogger, verstellt die Schachfiguren bei einem Schichtarbeiter und verwirrt eine Sekretärin mit kleinen Zetteln an Büchern.

Die Schlüssel findet er unter der Matte, im Briefkasten oder unter dem Reifen eines Autos. Seltsamerweise zeigen die Bewohner keine Furcht, sondern machen nach und nach das Spiel mit.

Wer muss sich hier vor wem fürchten? (Foto: Neue Visionen) Großansicht

Wer muss sich hier vor wem fürchten? (Foto: Neue Visionen)

Die fremden vier Wände

Mit seinem ersten Beitrag des "Radikal Digital"-Projekts fängt der Schweizer Marc Ottiker mit der DV-Kamera eine klaustrophobische Atmosphäre ein, die das Eindringen seines Protagonisten in die Lebensräume anderer Menschen verdeutlicht.

Eigentlich ist der Einbruch eines Fremden in die eigene Wohnung eine Vorstellung, die man mit Krimis oder Horrorfilmen in Verbindung bringt. Ottiker entzieht sich jedoch dem üblichen Spannungsschema und erzählt reichlich schräge Geschichten.

1/2 Miete

Vor Jahren fand Regisseur Marc Ottiker in seinem Badezimmer ein Handtuch, von dem er nicht wusste, wem es gehörte. Er stellte sich vor, ein Fremder benutze ohne sein Wissen und unbeobachtet seine vier Wände. Impuls für eine skurrile Geschichte über einen Computerhacker, der sich eines Tages nicht mehr in Systeme einloggt, sondern in Wohnungen. Und mit den unbekannten Besitzern so etwas wie Komplizenschaft und Freundschaft entwickelt.

Eigentlich ist der Einbruch eines Fremden in die eigene Wohnung eine Vorstellung, die man mit Krimis oder Horrorfilmen in Verbindung bringt. Der Schweizer Marc Ottiker entzieht sich dem üblichen Spannungsschema und erzählt verschiedene Geschichten. Da ist der Computerhacker Peter, der mit geheimen Firmendaten Geschäfte macht und eines Morgens seine Freundin tot in der Badewanne findet, unter Schock flieht und per Zufall in Köln landet. Dort "schmuggelt" er sich in ein Mietshaus und nutzt die Wohnungen, er schläft bei einem Amateurschriftsteller, duscht sich bei einem Jogger und verstellt die Schachfiguren bei einem Schichtarbeiter, verwirrt eine Sekretärin mit kleinen Zetteln an Büchern. Die Schlüssel findet er unter der Matte, im Briefkasten oder unter dem Reifen eines Autos. Seltsamerweise zeigen die Bewohner keine Furcht, sondern machen nach und nach das Spiel mit, nutzen die Möglichkeit, ihrer Einsamkeit zu entfliehen. Denn sie alle sind "lost in life", schwimmen in der Anonymität der Großstadt, pflegen nur oberflächliche Kontakte. Der große Unbekannte bricht die Vereinzelung auf und findet sich dabei plötzlich nicht mehr in der virtuellen, sondern der realen Welt. Eine Erfahrung, die ihn irgendwann mal Laptop und Daten-Chip in den Rhein werfen lässt, ein Akt der Befreiung und Rückkehr in die Wirklichkeit.

Schon durch die Ausstattung (Birgit Esser erhielt im vergangenen Jahr in Hof den Szenografie-Preis) entsteht das persönliche Bild der einzelnen Bewohner, die eines verbindet - die Neurosen der modernen Gesellschaft. Nicht umsonst liest die zwanghafte Sekretärin Fritz Riemanns Psychologie-Klassiker "Grundformen der Angst".

Der mit digitaler Kamera gedrehte Film erlaubt sich keine technischen Sperenzchen, sondern arbeitet konventionell mit Schuss - Gegenschuss, was manchmal etwas eintönig wirkt. Wer Hans-Christian Schmids "23" mochte, sollte sich auch in diesem Universum aus Fremdheit und Intimität heimisch fühlen. mk.

Darsteller:  Stephan Kampwirth   als Peter
  Doris Schretzmayer   als Paula
  Natascha Bub   als Julie
  Christof Krix   als Gerry Wirtz
  Martin Ecker   als Frank
  Thomas Kapielski   als Schrader
  Sven Pippig   als Heinz Felder
  Alexander Beyer   als Georg
  Sandra Borgmann   als Annette
  Ingo Haeck   als Trinker
  Ilse Höhn   als Concierge
  Mediha Cetin   als Schaffnerin
  Deniz Arslan   als Jogger
  James Blond   als Porno-Wirt
 
Regie:  Marc Ottiker  
Buch:  Marc Ottiker  
Musik:  Stefan Höpner  
Kamera:  Stefan Runge  
Produzent:  Wim Wenders  
  Ute Schneider  
 

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Features

 

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