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Leihvideo
Erhältlich seit:
07.03.2008
Originaltitel: Ten Canoes
Australien 2006
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 12
Crusoe Kurddal
Jamie Gulpilil
Richard Birrinbirrin
Regie: Rolf de Heer
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

Neuland betrat Regisseur Rolf de Heer mit seinem elften Film: Erstmals wurde ein Projekt im entlegenen Arnhem Land mit Aborigine-Laien-Darstellern in einheimischen Dialekten realisiert. Seine hinreißende Filmcollage aus verschiedenen Epochen einer untergegangen Zeit ist eine poetisch-mystische Reise in die Vergangenheit, voller Humor und mit der Leichtigkeit eines Traums.
Die Entstehungsgeschichte ist spektakulär und dürfte den erfahrenen Aussie-Filmer ("Dingo", "Alexandras Project", Berlinale 2003) an Nerven ärmer und grauen Haaren reicher gemacht haben. Erzählt wird die parabelhafte Geschichte zweier Männer mit zahlreichen familiären Verwicklungen. Angesiedelt in einer Zeit vor ca. 1000 Jahren, bevor der weiße Mann seinen Fuß auf den Kontinent gesetzt hatte, handelt sie von einem jungen, unverheirateten Burschen, der die dritte und jüngste Frau eines Älteren begehrt. Die Männer des Stammes brechen auf zu einer Wanderung, um im Sumpf Bäume zu fällen und die zehn Titel gebenden Kanus aus Borke für die Jagd zu bauen. Der junge Mann nimmt zum ersten Mal teil und muss viel lernen. Vor allem auch Geduld, um die Geschichte anzuhören, die der ältere ihm von den Vorfahren erzählt. Sie spielt vor tausenden von Jahren in der Traumzeit und entfaltet sich, von der Kamera in wunderbar atmosphärischem Licht eingefangen, in viele Richtungen. Von Stammesgesetz und Blutrache wird erzählt, von Verschwinden und Wiederkehr einer Frau, dem Mord an einem Fremden - und falscher Liebe, denn auch hier begehrt ein junger Mann die dritte Frau des Anführers.
Das Down Under Dream Tale besticht durch gutes Timing, lustige Episoden und gekonntes Ineinanderweben der Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen. Aber auch durch seine mutige Entstehungsgeschichte. Bisher hatte noch keiner gewagt, mit einheimischen Laien-Darstellern in einem Reservat tief im tropischen Sumpf zu drehen. Der gebürtige Holländer de Heer hatte dabei eigentlich auf Unterstützung seines "The Tracker"-Darstellers und Aborigine-Stars David Gulpilil gebaut, mit dem zusammen er das Projekt entwickelte. Aber Gulpilil schlief mit der falschen Frau, brach damit Stammesgesetz und musste, so geht die Sage, die Region verlassen. Doch er spricht die sympathische englische Voiceover-Version ("in a land far, far away") und die im Ganalbingu-Dialekt, und sein Sohn spielt, in seiner ersten Hauptrolle, den jungen Ureinwohner. Einige Episoden sind in schwarzweiß gefilmt, inspiriert von den Fotos, die der Anthropologe Donald Thomson in den 30er Jahren schoss, die Begleitmusik mit traditionellen Instrumenten mischt sich in den Soundtrack und unterstreicht die Authentizität.
Wie bereits der Inuit-Legende "The Fast Runner" sollte dem humorvollen Charme dieses mystischen Märchens ein Arthouse-Publikum weltweit erliegen. boe.
| Darsteller: | Crusoe Kurddal | als Ridjimiraril | |
|---|---|---|---|
| Jamie Gulpilil | als Dayindi/ Yeeralparil | ||
| Richard Birrinbirrin | als Birrinbirrin | ||
| Peter Minygululu | als Minygululu | ||
| Frances Djulibing | als Nowalingu | ||
| David Gulpilil | als Erzähler | ||
| Sonia Djarrabalminym | als Banalandju | ||
| Johnny Buniyira | als Kanute/Krieger | ||
| Peter Djigirr | als Kanute/Opfer/Krieger | ||
| Philip Gudthaykudthay | als Der Hexer | ||
| Michael Dawu | als Kanufahrer/ Der Fremde | ||
| Bobby Bununggurr | als Kanufahrer/ Der Onkel | ||
| Regie: | Rolf de Heer | ||
| Buch: | Rolf de Heer | ||
| Kamera: | Ian Jones | ||
| Produzent: | Domenico Procacci | ||
| Julie Ryan | |||
| Rolf de Heer | |||
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1, Aboriginal, Mehrsprachig
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9

