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127 Hours

Packendes Drama von Danny Boyle nach wahrer Geschichte, in der ein Extrembergsteiger 127 Stunden in einer Felsspalte festgehalten wird.


127 Hours

Leihvideo

Erhältlich seit:
29.07.2011

Drama/ Abenteuer

USA/Großbritannien 2010
Laufzeit: 89 Min.
FSK: ab 12

James Franco
Amber Tamblyn
Kate Mara

Regie: Danny Boyle
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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127 Hours

Im April 2003 bricht Aron Ralston zu einer Klettertour im entlegenen Blue John Canyon in Utah auf. Bei einem eigentlich harmlosen Manöver rutscht er auf einem losen Fels aus und stürzt in eine Felsspalte, wo der Fels seinen rechten Arm einquetscht. Alle Versuche, sich zu befreien, scheitern. Hunger, Durst und Kälte rauben Ralston die Kraft. Am fünften Tag sammelt er seine letzten Energiereserven und schafft es, sich selbst den eingeklemmten Arm zu brechen, und Fleisch, Muskeln und Nerven mit einem stumpfen Taschenmesser abzutrennen.

Die Geschichte des Überlebenskampfes von Aron Ralston ging im April 2003 um die Welt. Sie erweist sich als perfekter Stoff für Danny Boyle, der seinen ersten Film seit "Slumdog Millionär" mit derselben Explosion aus Bewegung, Farben und Bildern ausstattet - auch wenn sein von James Franco atemberaubend gut gespielter Held das Gros des Films nicht in der Lage ist sich zu bewegen. Obwohl Boyle dem Zuschauer gerade im letzten Drittel des Films nichts erspart, ist "127 Hours" doch vor allem die ekstatische Geschichte eines Triumphes.

127 Hours

Danny Boyles erster Film seit seinem Oscar-Triumph "Slumdog Millionär" erzählt in einer erneuten Explosion aus Bewegung, Farben und Bildern von einer erschütternden Grenzerfahrung.

Im April 2003 war der Extremsportler Aron Ralston losgezogen, um im Alleingang den Blue John Canyon in Colorado zu bezwingen. Beim Klettern rutschte er auf einem losen Fels aus und stürzte in eine Spalte, wo sein rechter Unterarm von dem Fels eingequetscht wurde. 127 Stunden steckte er fest. Mit Hilfe eines stumpfen Taschenmessers gelang es ihm am fünften Tag seiner einsamen Gefangenschaft, den Arm abzutrennen und sich zu retten. Der Stoff ist wie geschaffen für Danny Boyle, wie "The Beach", "28 Days Later" oder "Sunshine" erzählt er eine Geschichte, in der der Held in einer extremen Situation gezwungen ist, sein tiefstes Inneres zu konfrontieren - es geht um den einen Moment der absoluten Klarheit, in dem Nebensächliches ausgeblendet und sich der wahre Charakter offenbart.

Schon vor Beginn der Dreharbeiten hatte Boyle angekündigt, die Geschichte als "Actionfilm, in dem sich der Held nicht bewegen kann" umzusetzen. Er hat sein Versprechen gehalten: Obwohl es sich weitgehend zwangsweise um eine One-Man-Show von James Franco in der Rolle Ralstons handelt, ist "127 Hours" nicht weniger eine regelrechte Explosion an Bildern und Farben, wie es bereits "Slumdog Millionär" gewesen war. Was letztendlich auf eine impressionistische Studie der Tortur Ralstons hinausläuft, realisiert Boyle als rastlosen Wettlauf mit der Zeit, in dem die Digitalkameras seiner Mitstreiter Anthony Dod Mantle und Enrique Chediak keine Sekunde ruhig halten.

In einem rasenden Intro wird Ralston bei seinen Vorbereitungen für den Ausflug gezeigt, wie er seine Sachen packt, zunächst mit dem Jeep und schließlich dem Mountainbike in die Einsamkeit der Canyons von Utah fährt. Schnell ist Ralston als positiver Irrer charakterisiert, voller Energie, immer in Bewegung, immer hyperaktiv - was letztlich der Grund ist, warum er sein Martyrium überleben kann. Er trifft zwei attraktive Hikerinnen, gespielt von Kate Mara und Amber Tamblyn, zeigt ihnen den unkonventionellen Weg in einen See in einer Höhle. Und zieht dann alleine weiter, wo ihm sein folgenschweres Missgeschick passiert. Das Energielevel der rasanten Anfangsszenen, die oft so viele visuelle Informationen bereithalten, dass der Film sich förmlich in mehrfache Splitscreens aufteilt, hält Boyle nun auch in den Szenen in der Felsspalte, die die Hauptfigur zusätzlich selbst mit Hilfe einer Videokamera dokumentiert und kommentiert. Minuziös zeichnet der Film Ralstons Rettungsversuche auf, beschreibt seinen Kampf mit Hunger, Durst und Kälte, seine zunehmende Desorientierung, die sich in Visionen und Erinnerungen ausdrückt.

Schließlich kommt es zu der Szene, die in Telluride und Toronto mehrere Menschen im Publikum ohnmächtig werden ließ: Die entscheidenden Momente auf dem Weg zur Freiheit inszeniert Boyle, ohne die Kameras von dem blutigen Geschehen abzuwenden: Jede durchtrennte Sehne, jeder abgeschnittene Nerv geht dem Zuschauer an die Nieren - ohne jemals die Grenze des Zumutbaren zu überschreiten: Zu diesem Zeitpunkt ist der Akt der Selbstamputation der letzte Ausweg aus einer ausweglosen Situation, das hat der Film zuvor überdeutlich klar gemacht. Entsprechend ist es ein ekstatischer Moment, als Ralson endlich der Enge des Canyons entfliehen kann, ein Triumph, der das Publikum im Kontext dieses überbordenden und doch so sensiblen Films in ein Hochgefühl versetzt, als wäre man selbst dabei gewesen.

James Franco ist überragend in einer Rolle, in der er über weite Strecken nur sein Gesicht einsetzen kann. Sein Spiel ist einnehmend und frei von den Manierismen, die sich bei ihm gerne einschleichen. Er kann sich auch auf einen Regisseur verlassen, der auf der Höhe seines Könnens arbeitet und definiert, wie aufregend, mitreißend und intelligent modernes Mainstreamkino sein kann. ts.

Darsteller:  James Franco   als Aron Ralston
  Amber Tamblyn   als Megan
  Kate Mara   als Kristi
  Clémence Poésy   als Rana
  Kate Burton   als Mrs. Ralston
  Lizzy Caplan   als Sonja
  Treat Williams   als Mr. Ralston
 
Regie:  Danny Boyle  
Buch:  Simon Beaufoy  
  Danny Boyle  
Musik:  A. R. Rahman  
Kamera:  Anthony Dodd Mantle  
  Enrique Chediak  
Produzent:  Christian Colson  
  Danny Boyle  
  John Smithson  

Oscars: Colin Firth dankt wie in "The King's Speech", Natalie Portman weint

"Wenn Du nominiert bist und dann Deinen Namen hörst - das fühlt sich an wie ein lautloses impressionistisches Gemälde…"

Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S) Großansicht

Von der Academy vierfach gewürdigt: Hauptdarsteller Colin Firth und "The King's Speech" - bei den Damen siegt Natalie Portman für "Black Swan" (Foto: ©A.M.P.A.S)

So beschrieb Hollywoods Liebling Tom Hanks zu Beginn den besonderen Reiz einer Oscar-Verleihung. Dieser blumige Vergleich muss auch den großen Sieger Colin Firth verwirrt haben. Denn der Brite rang ganz wie seine stotternde Filmfigur König George in "The King's Speech" mit den richtigen Worten, nachdem er den magischen Satz "And the Oscar goes to… Colin Firth" gehört hatte: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das sich den Weg zu meinen Füßen bahnen will - aber meinen Freudentanz will ich lieber niemandem zumuten."

Den Rest seiner Dankesrede absolvierte Colin Firth sichtlich um Fassung bemüht im Stotterrhythmus - und dabei war garantiert kein Method Acting im Spiel: Der feinsinnige Brite steckte nicht etwa noch in seiner Rolle fest, er war schlicht vollkommen überwältigt.

Dabei war Colin Firths Sieg ebenso wenig überraschend wie der Preis für Natalie Portmans Glanzleistung in "Black Swan". Als Ballerina, die unter enormem Leistungsdruck die Grenzen ihres Körpers und ihrer Seele überschreitet, beeindruckte sie wie Millionen deutscher Kinozuschauer auch die ehrwürdige Academy - und nahm den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen.

"Das ist der Wahnsinn!", rief Natalie Portman und kämpfte bei jedem Wort mit den Tränen. Sie dankte brav ihren Eltern sowie Luc Besson für ihre erste Rolle in "Leon - der Profi". Als sie sich schließlich an den Choreographen von "Black Swan", Benjamin Millepied, wandte, verlor Portman endgültig die Fassung: "Du hast mir die wichtigste Rolle meines Lebens gegeben", schluchzte Natalie dem Mann entgegen, von dem sie ein Kind erwartet.

Aaron Sorkin, Drehbuchautor von "The Scocial Network" sorgte für den politischen Kommentar, den es fast bei jeder Oscar-Verleihung gibt (Foto: ©A.M.P.A.S) Großansicht

Aaron Sorkin, Drehbuchautor von "The Scocial Network" sorgte für den politischen Kommentar, den es fast bei jeder Oscar-Verleihung gibt (Foto: ©A.M.P.A.S)

Der größte Verlierer

Tränen dürfte es auch bei den Coen-Brüdern gegeben haben: Ihr Western-Remake "True Grit" war zehn Mal nominiert und ging dennoch vollkommen leer aus. Stattdessen wurde "The King's Speech" mit vier Goldjungs neben "Inception" (ebenfalls vier Preise) der meistausgezeichnete Film des Abends. Dabei heimste das berührende Monarchendrama, das insgesamt zwölf Mal nominiert war, allerdings den wichtigsten Oscar für den besten Film ein. Außerdem gewann Newcomer Tom Hooper gleich auf Anhieb den begehrten Regie-Oscar. Auch fürs Drehbuch gab's einen Academy Award. "Inception" erhielt die Preise eher in den kleineren technischen Kategorien wie Visual Effects, Kamera und Ton.

Auch der hochgehandelte "The Social Network" gewann nur drei von acht möglichen Oscars (adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Musik). Dafür überraschte Autor Aaron Sorkin mit einem Plädoyer für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film alles andere als gut wegkommt: Ohne ihn wäre keine Revolution in Nordafrika möglich geworden, gab Aaron Sorkin zu bedenken.

Laute Töne hätte man auch von Christian Bale erwartet, der bei seiner ersten Oscar-Nominierung auch gleich gewann - doch der exzentrische Mime wirkte nachgerade demütig (Foto: ©A.M.P.A.S) Großansicht

Laute Töne hätte man auch von Christian Bale erwartet, der bei seiner ersten Oscar-Nominierung auch gleich gewann - doch der exzentrische Mime wirkte nachgerade demütig (Foto: ©A.M.P.A.S)

Ärger um das F-Wort

Einer der wenigen Momente schallenden Gelächters in einer ansonsten arg braven Oscar-Nacht war ausgerechnet Christian Bale zu verdanken. Er gewann den Preis für die beste Nebenrolle als Mark Wahlbergs Bruder in "The Fighter" und spielte auf der Bühne mit seinem Image als spaßgebremster Perfektionist: "Ich werde hier keine F**k-Arie ablassen, das kennt ihr ja schon zur Genüge von mir!" Bale hatte sich am Set von "Terminator 4" einen legendären Ausraster geleistet und einen Beleuchter minutenlang wüst beschimpft, weil dieser durchs Bild gelaufen war.

Auch der zweite Nebenrollen-Oscar ging an "The Fighter": Melissa Leo, die zuletzt schon für "Frozen River" nominiert gewesen war, wurde für ihren Part als biestige Mutter der boxenden Brüder Wahlberg und Bale ausgezeichnet. Sie benutzte in ihrer Dankesrede allerdings tatsächlich das böse F-Wort: "Als Kate Winslet hier oben stand, sah das so verf*ckt einfach aus!" In der US-Übertragung, die wegen des Superbowl-Eklats (Janet Jacksons "Nipplegate") um einige Sekunden zeitversetzt über den Äther ging, wurde diese Stelle prompt überpiept.

Er hatte für seine Musik zu "Inception" die besten Karten, doch Komponist Hans Zimmer konnte keinen Oscar nach Deutschland holen (Foto: ©A.M.P.A.S) Großansicht

Er hatte für seine Musik zu "Inception" die besten Karten, doch Komponist Hans Zimmer konnte keinen Oscar nach Deutschland holen (Foto: ©A.M.P.A.S)

Ausnahmsweise kein deutscher Jubel

Den Auslands-Oscar gewann Susanne Bier für Dänemark mit dem Familiendrama "In einer besseren Welt". Ein deutscher Beitrag war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht nominiert. Deutsche Oscar-Chancen hatten aber Hans Zimmer für die Musik in "Inception" sowie Jakob Schuh und Max Lang für ihren animierten Kurzfilm "Der Grüffelo" gehabt. Die Preise gewannen jedoch "The Social Network" respektive "The Lost Thing".

Als bester animierter Spielfilm wurde erwartungsgemäß "Toy Story 3" geehrt, der auch als bester Film nominiert gewesen war. Für Ausstattung und Kostüme erhielt Tim Burtons knallbunte Mär "Alice im Wunderland" zwei Oscars, beim Makeup triumphierte - fast zwangsläufig - "Wolfman".

Kirk Douglas war der heimliche Held der Oscar-Nacht - und die unbändige Freude von Nebenrollen-Preisträgerin Melissa Leo steckte an! (Foto: ©A.M.P.A.S) Großansicht

Kirk Douglas war der heimliche Held der Oscar-Nacht - und die unbändige Freude von Nebenrollen-Preisträgerin Melissa Leo steckte an! (Foto: ©A.M.P.A.S)

Wall Street hinter Gitter, greise Flirt-Attacke

Einiges Aufsehen erregte die Dankesrede von Charles Ferguson, der für seine Finanzkrisen-Doku "Inside Job" einen Oscar erhielt: "Vor drei Jahren wurde eine weltweite Finanzkatastrophe durch massive Betrügereien verursacht. Doch bis heute musste dafür noch kein einziger Finanz-Manager ins Gefängnis. Da läuft etwas völlig falsch!"

Ach ja, außer den Gewinnern waren auch noch zwei Moderatoren im Kodak Theatre von Los Angeles zugange. Allerdings fielen Anne Hathaway und James Franco kaum auf, obwohl Letzterer sogar als Hauptdarsteller in "127 Hours" (der bei sechs Nominierungen übrigens auch komplett leer ausging) selbst eine Oscar-Chance hatte. Wie mau die Gags der beiden waren, zeigte eine Rückblende auf Bob Hopes genial-pointierte Moderationen - die waren sogar in schwarzweiß lebendiger als die des Jahres 2011!

So war der schönste Oscar-Moment der 83. Verleihung auch nicht Anne Hathaway oder James Franco zu verdanken, sondern einer 94-jährigen Hollywood-Legende: Kirk Douglas! Am Stock gehend und mit schleppender, kaum noch zu verstehender Stimme verlieh er den Preis für die beste Nebendarstellerin. Dabei erwies er sich als galanter Charmeur: "Du siehst toll aus! Wo warst Du nur, als ich noch Filme gedreht habe?", fragte er eine mädchenhaft errötende Anne Hathaway.

Antwort: weit weg von einer Oscar-Verleihung - und das wäre wohl besser auch so geblieben…


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