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187 - Eine tödliche Zahl

Lehrer greift beim Krieg im Klassenzimmer zu den äußersten Mitteln. Gut fotografierte Highschool-Story.


187 - Eine tödliche Zahl

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Erhältlich seit:
23.11.1999

Originaltitel: 187

Thriller/ Drama

USA 1997
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 16

Samuel L. Jackson
John Heard
Kelly Rowan

Regie: Kevin Reynolds
Concorde Home Entertainment

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187 - Eine tödliche Zahl

Der idealistische Lehrer Trevor Garfield versucht an einer New Yorker Public School, seine Schüler auf das Arbeitsleben vorzubereiten. Doch die Kids haben für Ausbildung nichts übrig und ziehen Waffen ihren Füllfederhaltern vor. Als Garfield einem seiner Schüler die Versetzung verweigert, wird er von diesem niedergestochen. 15 Monate später versucht Trevor in L.A. einen Neubeginn. Doch auch hier ist die Situation im Klassenzimmer keinen Deut besser als im "big apple". Aber der wackere Pauker hat sich verändert - er ist zu einer Zeitbombe geworden...

Die Titelzahl 187 bezieht sich auf jenen Paragraphen, der im kalifornischen Strafgesetzbuch für Mord steht. Dementsprechend hart und gnadenlos geht es auch in Kevin Reynolds ("Robin Hood - König der Diebe", "Waterworld") Thriller zu, in dem Klassenzimmer als Kriegsschauplätze gezeichnet werden. Exzellent fotografiert und vom souveränen Samuel L. Jackson getragen, prangert der Filmemacher das amerikanische Schulsystem an und versteht es, spannend und actionreich zu unterhalten. Dieses packende Psychogramm um einen Lehrer, der rot sieht, dürfte vor allem bei Schülern gut ankommen.

187 - Eine tödliche Zahl

Die Saat der Gewalt geht noch immer auf - 42 Jahre nachdem Richard Brooks den Tatort Klassenzimmer erstmals in den Mittelpunkt einer filmischen Kraftprobe zwischen Lehrer und Schüler stellte. Anders als in dem Hit "Dangerous Minds" reicht es in Kevin Reynolds' apokalyptischem Thriller allerdings nicht mehr aus, den Kindern die Texte von Bob-Dylan-Liedern beizubringen, um für Harmonie an der High School zu sorgen. In der filmischen Bankrotterklärung an ein System überzeugt Samuel L. Jackson mit dem Porträt eines bis zum Äußersten getriebenen Lehrers. Blickfang ist jedoch Ericson Cores innovative Kameraarbeit, die die urbane Verwahrlosung in Kombination mit dem blendend ausgewählten Soundtrack schockierend direkt einfängt.

In einer späten Szene des Films bereitet sich ein junger Gangbanger auf die finale Konfrontation vor, indem er sich eine Sequenz aus "Die durch die Hölle gehen" ansieht, in der sich Robert De Niro und Christopher Walken beim russischen Roulette gegenübersitzen. Nur wenig später wird der Junge die Szene nachstellen: mit sich und seinem Lehrer als Protagonisten. Es ist die Quintessenz von "187" und gleichzeitig die überdeutliche Message: Amerika führt seine Kriege nicht mehr in fernen Ländern, längst zieht man den Feind in den eigenen Schulen heran.

Das erschreckende Dilemma eines amerikanischen Großstadtlehrers unserer Zeit wird gleich in den ersten Szenen etabliert: Weil er einem Schüler (Cameo von Wu-Tang-Clan-Mitglied Method Man) die Versetzung verweigern muß, wird der idealistische Lehrer Trevor Garfield mit mehreren Messerstichen niedergestreckt. Er mag von New York nach Los Angeles umziehen, der Film seine Farbgebung von stahlblau-grauen zu gelblichen Tönen ändern, als der Lehrer nach 15 Monaten angsterfüllt eine neue Stellung antritt, hat sich im Klassenzimmer nichts geändert: Unverhohlener Haß und Aggression schlagen ihm von Seiten der Schüler entgegen. Während sich andere Lehrer in ihr Schicksal ergeben oder radikalen Fantasien nachhängen, gibt Garfield nicht auf, doch etwas in seiner apathischen Klasse zu bewegen. Daß der unscheinbare, friedfertige Mann bei seinen Bemühungen übers Ziel hinaus schießt, die Narben tiefer liegen als zunächst gezeigt und er bei hartnäckigen Fällen tatsächlich rot sieht, offenbaren die Filmemacher völlig unvermutet erst nach der Halbzeit, ohne daß es zuvor Anzeichen für einen Amoklauf auf Raten gegeben hätte. Wie der Protagonist verliert auch der Film ab diesem Zeitpunkt den Kopf: Was als ernstzunehmendes Psychodrama beginnt, mündet in eine absurde Rachefantasie, eine Nineties-Variante von "Die Klasse von 1984", bei der die Gewaltakte allerdings nicht in bester Exploitation-Manier kartharsische Zwecke erfüllen, sondern freudlosen und unmotivierten Verzweiflungstaten gleichkommen. Als Zuschauer bleibt man irritiert ohne Sympathieträger zurück, denn auch für Garfields Höllenklasse kann man beim besten Willen kein Mitleid empfinden. Es ist die differenzierte Darstellung von Samuel J. Jackson, die einen doch bis zum bitteren Ende durchhalten läßt: Ein stiller, fragiler Auftritt, bei dem der virtuose Schauspieler vom Drehbuch des ehemaligen Lehrers Scott Yageman im Stich gelassen wird. Der hatte offensichtlich ein anderes Anliegen: Er wollte sich kräftig seinen Frust vom Leibe schreiben - und das ist ihm auch gelungen. ts.

Darsteller:  Samuel L. Jackson   als Trevor Garfield
  John Heard   als Dave Childress
  Kelly Rowan   als Ellen Henry
  Clifton Collins Jr.   als Cesar
  Tony Plana   als Garcia
  Karina Arroyave   als Rita
  Lobo Sebastian   als Benny
  Jack Kehler   als Hyland
  Jonah Rooney   als Stevie
  Demetrius Navarro   als Paco
  Dominic Hoffman  
  Ebony Monique Solomon  
  Yannis Bogris  
  Martha Velez  
  Leonard Lee Thomas  
  Scott Yagemann  
 
Regie:  Kevin Reynolds  
Buch:  Scott Yagemann  
Kamera:  Ericson Core  
Produzent:  Bruce Davey  
  Stephen McEveety  
 

187 - Eine tödliche Zahl in der Fotoshow

 

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Features

 

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