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2012

Roland Emmerichs Film über eine Sonneneruption, die eine Katastrophenkette und den Tod von Milliarden Menschen auslöst, ist die Mutter aller Zerstörungsspektakel.


2012
Start: 18.03.2010

Science Fiction/ Drama

USA 2009
Laufzeit: 158 Min.
FSK: ab 12

John Cusack
Chiwetel Ejiofor
Amanda Peet

Regie: Roland Emmerich
Sony Pictures

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Die Welt geht unter! Im Kino eine positive Prognose, über die sich keiner den Kopf zerbrechen muss. Denn Roland Emmerichs "Mutter aller Katastrophenfilme" bedient den Bauch und verblüfft die Augen. "The Day After Tomorrow" wirkt wie ein Testlauf für das in jeder Hinsicht verbesserte XXL-Desaster, das von gut 1400 visuellen Effekten, aber auch von einigen engagierten Darstellern und überraschend treffsicherem Humor lebt. Die Helden im Skript von Emmerich und Harald Kloser repräsentieren eine globale Perspektive, schließen das weiße und schwarze Amerika, aber auch Inder, Russen und Tibeter mit ein. Die am Anfang eingeführten Figuren sind wie die Plotlinien Retorte, aber sympathisch und mitunter auch brüchig genug, dass man ihrer Entwicklung auch folgen will. In John Cusacks Familienvater Curtis ist Tom Cruises Charakterprofil aus "Krieg der Welten" geklont: geschieden, unzuverlässig, aber mit Potenzial, sich Respekt und Zuneigung seiner Kids zurückzuerobern. Chiwetel Ejiofors Präsidentenberater ist das Gewissen, die gewinnende Naivität, steht für Menschlichkeit in der Katastrophe, vor der er gerne jeden warnen würde. Das aber verbietet der Masterplan des Präsidenten, dank Danny Glover der Inbegriff von Integrität und Würde, und des Stabschefs, den Oliver Platt erfrischend widersprüchlich anlegt: arrogant, rücksichtslos, aber auch witzig, smart und pragmatisch gegenüber Untugenden wie Selbstsucht und der Dominanz von Geld über Moral. 45 Minuten entwickelt der Film zwei Erzählebenen. Hier die Staatsmänner und Wissenschaftler, die wissen, dass nach der größten Sonneneruption aller Zeiten die Menschheit dem Untergang geweiht ist, dass riesige Archen gebaut werden müssen, auf denen Tiere und ein paar Tausend Ausgewählte Platz für den Neubeginn finden sollen. Dort die Ahnungslosen, die überrascht werden, als eine seltene Planetenkonstellation die Natur Amok laufen lässt. Die Curtis-Familie steht für das individuelle Schicksal, für die Hoffnung auf Überleben. Mit Auto und Flugzeug flüchtet sie, befreit von den Gesetzen der Physik, gesteuert von den visuellen Konventionen von Videospielen, zu den Archen im Himalaja, während die Welt untergeht. Neben einer grandiosen Erdbebensequenz in Los Angeles, in der Straßen auseinanderbrechen, Menschen und kollabierende Gebäude in Richtung Erdkern stürzen, bietet Emmerich einen spektakulären Vulkanausbruch und epische Fluten, die Washington und auch Tibets Gipfel verschlingen. Konsequent befolgt der Film die Linie, nicht zu detailliert das Sterben abzubilden und dorthin zu sehen, wo noch Leben ist. In den Effekten ist dies Emmerichs überzeugendster Event-Film, im reduzierten Pathos, in der Dramatik und im Humor auch. Situationskomik bieten Woody Harrelson als Verschwörungsspinner im Look von Catweazle, aber auch ein Rubel-Milliardär zwischen Mafioso und Familienmensch. Auch durch Wortwitz werden Treffer gelandet, selbst abgenutzte Politspitzen wie Schwarzeneggers gouvernale Authentizität ("Glaubt ihm nicht...er liest nur ein Drehbuch") finden durch gutes Timing ihr Ziel. Für einen reißbrettartig entworfenen 200-Millionen-Dollar-Tonner ist das alles sehr unterhaltsam und am Ende sogar versöhnlich. Denn auch Deutschlands Kanzlerin überlebt. kob.

2012

Regie:  Roland Emmerich  
Buch:  Roland Emmerich  
  Harald Kloser  
Musik:  Harald Kloser  
Kamera:  Dean Semler  
Produzent:  Roland Emmerich  
  Mark Gordon  
  Harald Kloser  
  Larry Franco  
 
Darsteller:  John Cusack   als Jackson Curtis
  Chiwetel Ejiofor   als Adrian Helmsley
  Amanda Peet   als Kate Curtis
  Oliver Platt   als Carl Anheuser
  Thandie Newton   als Laura Wilson
  Danny Glover   als Präsident Thomas Wilson
  Woody Harrelson   als Charlie Frost

Dritter "Akte X"-Film geplant?

Diejenigen, die planen im Dezember 2012 noch unter den Lebenden resp. auf unserem Planeten zu weilen, sollten sich für den Wintermonat nicht allzu viel vornehmen. Da kommt's dicke...

Das Traumpaar aller Nerds kehrt vielleicht zurück: Mulder und Scully in Action (Foto: Fox) Großansicht

Das Traumpaar aller Nerds kehrt vielleicht zurück: Mulder und Scully in Action (Foto: Fox)

Denn a.) fressen Traditionsbeschäftigungen wie Geschenke kaufen, Weihnachten feiern und Silvester böllern sowieso einen beträchtliche Teil der 31 Tage. b.) geht laut Maya-Kalender die Welt unter - wie Roland Emmerich ja bereits in "2012" bombastisch auf die Leinwand brachte. Und c.) werden die Außerirdischen damit beginnen, erbarmungslos die Erde zu kolonisieren.

So richtig ins Bewusstsein ist das bisher nur bei hartgesottenen "Akte X"-Fans gedrungen. Aber damit hinterher keiner sagen kann, er hätte nichts gewusst - und sei deshalb nicht passend angezogen oder gerade im Urlaub oder so - macht eine Kunde Runde, die allen Mulder & Scully-Fans Freudentränen in die Augen treiben wird. Denn neben dem Ende der Welt, wie wir sie kennen, erwartet die Menschheit dann auch noch ein weiterer "Akte X"-Film. Vielleicht jedenfalls.

David Duchovny macht's mit Hüfthalter

Aufgebracht hat das ganze David Duchovny: Der äußerte gegenüber MTV News, wie sehr er nach wie vor in das Thema "Akte X" verschossen sei und es mit Freuden filmisch wieder aufleben lassen würde: "Ich liebe die Serie. Ich liebe die Rolle darin. Ich würde sofort noch einen dritten Film machen. Tatsächlich bin ich so stolz auf das Thema, dass ich es noch mit Stützstrumpf und Toupet machen würde - wäre für mich völlig O.K."

Und er ist nicht der einzige: Auch Gillian Anderson hat schon Interesse bekundet, noch mal in den Hosenanzug der spröden Agentin Scully zu schlüpfen. Als Dritten im Bunde hätten wir da noch Frank Spotnitz. Der Produzent der beiden bisherigen "Akte X"-Filme ist wohl weit enger am Thema dran, als bislang bekannt. "Wie Sie wissen, ist der Dezember 2012 ein wichtiges Datum für die X-Akten", orakelte der Filmemacher darauf angesprochen - mysteriös und irgendwie verheißungsvoll. "Darauf sollten wir uns konzentrieren."

Die X-Akten werden wieder also geöffnet? Noch ist alles äußerst nebulös - aber so war das ja immer mit den legendären Grenzfällen des FBI. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Oder anders gesagt: "I want to believe!"

 

2012 in der Fotoshow

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