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Leihvideo
Erhältlich seit:
14.07.2005
Hongkong/Frankreich/Italien/China/Deutschland 2004
Laufzeit: 124 Min.
FSK: ab 12
Tony Leung Chiu-wai
Gong Li
Takuya Kimura
Regie: Wong Kar Wai
Paramount Home Entertainment

"Fahrenheit 9/11" mag das Event in Cannes gewesen sein. Der mit am meisten Spannung erwartete Film war allerdings Wong Kar-Wais Geheimnis umrankter "2046". Der seit vier Jahren in Arbeit befindliche Nachfolger von "In the Mood for Love" war bereits vor einem Jahr als möglicher Wettbewerbstitel gehandelt worden und wirkte selbst jetzt noch wie ein Entwurf, ein Work-in-transit, ein Film auf der Reise. War die melancholische Eloge auf die Sehnsucht nach Liebe bereits im Vorfeld ein höchst mysteriöses Projekt, so lässt sich konstatieren, dass dieses ausgesucht schillernde Meisterwerk nach seiner Aufführung zwar greifbarer, aber keinesfalls weniger enigmatisch ist.
Was war nicht alles spekuliert worden: Einen in der Zukunft, eben im Jahr 2046 angesiedelten Science-Fiction-Film habe Wong ("Happy Together") machen wollen, einen Episodenfilm, dessen Geschichten auf unterschiedlichen Opern basieren, wofür der Regisseur eine ganze Stadt habe errichten lassen. Obwohl sich das Resultat nun einfach als direkte Fortsetzung von "In the Mood for Love" entpuppt, trägt es doch alle Merkmale einer schweren Geburt stolz zur Schau: ein Projekt, das sich in einem umständlichen Prozess erst einmal selbst finden musste. Die eingangs vermuteten Elemente schwingen lediglich mit, lassen sich als in die Textur des Films verwoben entdecken. Aber sie spielen untergeordnete, bestenfalls leitmotivische Rollen in dem sich mit höchster Sorgfalt entfaltenden Szenario. All das klingt komplizierter und verkopfter, als es ist. Tatsächlich ist dieser in typischer Wong-Manier in zum Sterben schönen Handlungsfragmenten erzählte Film sein vielleicht direktester und am einfachsten zu entschlüsselnder, wenn die eigentliche Geschichte, unfassbar romantisch und voller Sehnsucht, nunmehr unmittelbar an die Ereignisse von "In the Mood for Love" anschließt.
Im Mittelpunkt steht abermals Tony Leung als Schriftsteller Chow. Der zuletzt noch unglücklich Verliebte ist ein Frauenheld geworden, der sich die Körper seiner Geliebten nach Belieben nimmt, aber doch völlig ungerührt bleibt, als habe er noch eine Rechnung mit allen Frauen der Welt offen. Tatsächlich wird der Zuschauer in der ersten von mehreren Handlungs-Vignetten, die allesamt am 24. Dezember und über eine Zeitspanne von 1966 bis 1969 hinweg ihren Lauf nehmen, darauf aufmerksam gemacht, dass Chow nie darüber hinweg gekommen ist, die schöne Su (Maggie Cheung, hier in einem Kurz-Cameo dabei) verloren zu haben. So sind alle seine Affären zum Scheitern verurteilt, die er im Hotelzimmer 2046 haben wird: mit einer geheimnisvollen Schönen (Gong Li); mit einer Prostituierten (Zhang Ziyi), die ihn liebt, deren Gefühle er aber nicht erwidert; mit der Tochter des Hotelbesitzers (Faye Wong), die allerdings einen Freund in Japan hat. So wird hier alles verschoben und verschachert, kann alles käuflich erworben werden, wechselt alles den Besitzer - nur eben eines nicht. Je weiter Wong sein Puzzlespiel der verlorenen Liebe und ewigen Einsamkeit aus seinen Einzelteilen zusammensetzt, desto mehr nimmt "2046" Form an, desto mehr beginnt das kryptische Intro des Films Sinn zu machen, in dem die Hauptfigur von ihrem futuristischen Roman "2046" berichtet: In ihm fliehen zwei Liebende in die Zukunft, aber nützen trotz diverser Enttäuschungen die Chance nicht, mit einem Zug wieder in die Vergangenheit zurückzukehren: Vergangenes lässt sich eben nicht zu neuem Leben erwecken.
Wie bei Wong Kar-wai gewohnt, sind Bildkompositionen, Kostüme und Dekors von unerreichter Erlesenheit. Doch so perfekt, brillant und gleichzeitig hinreißend artifiziell wie hier war noch keiner seiner Filme. Bei aller Stilversessenheit sind es allerdings die Schauspieler, die den stärksten Eindruck hinterlassen: Tony Leung mit seinem Clark-Gable-Bärtchen und Zhang Ziyi ("Tiger & Dragon", "House of Flying Daggers") mit einer Darstellung, mit der sie sich vom ätherischsten Wesen des asiatischen Kinos mit einem Schlag zu seinem größten Star wandelt, allein sind das Lösen des Tickets wert. Bleibt zu hoffen, dass Wongs finaler Schnitt des Films (unmittelbar nach der Vorführung in Cannes nahm er die Arbeit daran wieder auf) aus dem Rohjuwel jenen weithin glänzenden Diamanten macht, den man jetzt schon zu erahnen glaubt. ts.
| Darsteller: | Tony Leung Chiu-wai | als Chow Mo-wan | |
|---|---|---|---|
| Gong Li | als Su Li-Zhen | ||
| Takuya Kimura | als Tak | ||
| Faye Wong | als Wang Jing Wen/wjw 1967 | ||
| Zhang Ziyi | als Bai Ling | ||
| Carina Lau | als Lulu/Mimi | ||
| Chang Chen | als cc 1966 | ||
| Lam Siu-ping | als Ah Ping | ||
| Wang Sum | als Mr. Wang/Zugführer | ||
| Maggie Cheung | als slz 1960 | ||
| Thongchai McIntyre | als Bird | ||
| Dong Jie | als Wang Jie Wen | ||
| Bey Logan | als Fays Freund | ||
| Regie: | Wong Kar Wai | ||
| Buch: | Wong Kar Wai | ||
| Musik: | Peer Raben | ||
| Shigeru Umebayashi | |||
| Kamera: | Christopher Doyle | ||
| Lai Yiu-Fai | |||
| Kwan Pun-leung | |||
| Produzent: | Wong Kar Wai | ||
2046 in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Chinesisch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Interviews, Trailer
Star
Tony Leung Chiu-wai
Einer der bekanntesten Stars des Hongkong-Kinos, hat Tony Leung, geboren 1962, im Jahr 2000 den Darstellerpreis des Festivals von...
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