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25 Stunden

Starbesetztes, knallhartes Großstadtdrama von Spike Lee über einen Drogendealer, der beschließt, seine Karriere zu beenden.


25 Stunden

Leihvideo

Erhältlich seit:
25.09.2003

Originaltitel: 25th Hour

Drama

USA 2002
Laufzeit: 129 Min.
FSK: ab 12

Edward Norton
Barry Pepper
Philip Seymour Hoffman

Regie: Spike Lee
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Der Countdown läuft: Nach einem Leben auf der Überholspur droht Drogendealer Edward Norton Gefängnis - eine packende Reise ans Ende der Nacht.

Wie verbringt man die letzten Stunden in Freiheit, fragt sich Monty Brogan Großansicht

Wie verbringt man die letzten Stunden in Freiheit, fragt sich Monty Brogan

Was tun, wenn man nur noch 24 Stunden hat und dann für sieben Jahre in den Knast muss? Edward Norton alias Drogendealer Monty Brogan verabschiedet sich von den Menschen, die ihm etwas bedeuten - der verführerischen Freundin, die ihn vielleicht bei der Polizei angeschwärzt hat, den Kumpels, mit denen er noch einmal einen draufmacht, seinem Vater, mit dem er ins Reine kommen will. Er stürzt in Selbstzweifel, lässt seine Existenz Revue passieren, mal überfällt ihn Angst, dann packt ihn wieder der Mut.

Spike Lee zeigt die Stationen eines langen Tages und einer noch längeren Nacht und tobt dabei seine Hassliebe zu New York in Wahnsinnsbildern aus. Die Stadt, die niemals schläft - ein glitzernder und gleichzeitig düsterer Vorhof der Hölle, eine eigene Figur, die wie Monty lernen muss, mit einer schwierigen Situation umzugehen. Lee ("Do the Right Thing") jedenfalls ist mit seinem 14. Spielfilm ein Meisterwerk gelungen.

25 Stunden

Mit seinem besten Film seit seinen großen Tagen mit "Do the Right Thing", "Mo' Better Blues" und "Malcolm X" kehrt Spike Lee in den Wettbewerb der Berlinale zurück, die er zuletzt vor zwei Jahren mit "It's Showtime" beehrt hatte. Nach dem Roman von David Benioff, der auch das Drehbuch schrieb, erzählt Lee mit Hilfe eines superb aufspielenden Ensembles, allen voran Edward Norton in der Hauptrolle, von den letzten 24 Stunden eines New Yorker Drogendealers vor dem Antritt einer Haftstrafe. Ein New-York-Film im besten Sinne, dessen Leidenschaft, Innovation und Vielschichtigkeit manche kleine Schwäche gerne vergessen lassen.

"Do the right thing" war Titel und Devise von Spike Lees bester Arbeit, mit der der wichtigste Filmemacher des New Black Cinema einen filmischen Molotowcocktail in den aufgeheizten amerikanischen Sommer 1989 schleuderte. Das Richtige tun. Darum geht es auch in dem mittlerweile 15. Spielfilm des leidenschaftlichen Filmemachers. Mit Lees unerreichtem Klassiker hat "25 Stunden" zudem gemein, dass die Protagonisten in einer Spanne von 24 Stunden vor hochdramatische Entscheidungen gestellt werden und gezwungen sind, Verantwortung für deren Konsequenzen und damit auch ihr Leben zu übernehmen. Anders als "Do the Right Thing" wird diese Reise ans Ende der Nacht nicht von gerechter Wut angefeuert. Lee ist älter geworden und damit auch nachdenklicher und milder. Und doch ist sein neuer Film nicht minder der Versuch, seine Finger genau an den Puls des Big Apple zu legen, der in Rodrigo Prietos ("Amores Perros") beeindruckenden ausgewaschenen Bildern deutlich an den Folgen von 9/11 zu knapsen hat.

Natürlich ist die allgemeine Unsicherheit und Desorientierung auch ein Sinnbild für den Seelenzustand der Hauptfigur: 24 Stunden noch hat der Drogendealer Monty Brogan, bevor er eine siebenjährige Haftstrafe anzutreten hat. In dieser Zeit will er seinen Frieden schließen mit seinem Vater (souverän: der momentan allgegenwärtige Brian Cox), der mit Hilfe von Montys Drogengeld ein Pub aufziehen konnte, seinen besten Freunden, dem arroganten Wall-Street-Broker Slaughtery (Barry Pepper aus "Der Soldat James Ryan" mit seiner bisher besten Leistung) und dem schüchternen Lehrer Frank (Philip Seymour Hoffman in einem Part, den er mittlerweile im Schlaf spielen könnte), und seiner bezaubernden Freundin Naturelle (Rosario Dawson), die ihn womöglich an die Polizei verpfiffen hat. Monty räsonniert über sein Leben, verpasste Chancen, falsche Entscheidungen, in einem etwas aufgesetzten Monolog über den Moloch New York, die eigene Loyalität und die Loyalität seiner Freunde, während er mit den Freunden ein letztes Mal um die Häuser zieht. Am vermeintlichen Ende steht ein etwas fragwürdiger Entschluss, der den Film mit einer völlig falschen Note enden lassen würde, wenn Lee im Anschluss nicht noch eine der visionärsten und filmisch aufregendsten Sequenzen seiner Laufbahn gelingen würde. Während der Vater Monty in Richtung Gefängnis fährt, stellt der sich für seinen Sohn eine alternative, eine glücklichere, ehrlichere Zukunft vor, die Lee dem Zuschauer in einer herrlichen Montage vor Augen führt. In diesem Moment besteht kein Zweifel, dass zumindest "25 Stunden" - trotz bisweilen etwas schleifendem Tempo und einem beengenden Score von Terence Blanchard - "the right thing" macht. Ob das auch die Figuren des Films tun, muss jeder Zuschauer für sich entscheiden, denn Lee urteilt nicht. Er zeigt - und das mit Passion, Umsicht und viel Liebe auch für die gefallenen Engel seiner Story.ts.

Darsteller:  Edward Norton   als Monty Brogan
  Barry Pepper   als Francis Xavier Slaughtery
  Philip Seymour Hoffman   als Jakob Elinsky
  Rosario Dawson   als Naturelle Riviera
  Anna Paquin   als Mary D'Annunzio
  Brian Cox   als James Brogan
  Tony Siragusa   als Kostya Novotny
  Levani Outchaneichvili   als Onkel Nikolai
  Mischa Kuznetsow   als Senka Valghobek
  Isiah Whitlock jr.   als Agent Flood
  Michael Genet   als Agent Cunningham
  Tony Devon   als DEA-Agent Allen
  Paul Diomede   als Simon
  Aaron Stanford   als Marcuse
 
Regie:  Spike Lee  
Buch:  David Benioff  
Musik:  Terence Blanchard  
Kamera:  Rodrigo Prieto  
Produzent:  Spike Lee  
  Jon Kilik  
  Tobey Maguire  
  Julia Chasman  

Ich will selber denken

Vom Cityguerillero über den verliebten Priester und den geläuterten Neonazi bis zum Cop, der Hannibal Lecter zur Strecke brachte. In "25 Stunden" spielt Ed Norton einen New Yorker Drogendealer und musste sich dabei noch einmal mit dem 11. September auseinandersetzen.

Norton weiß, was Serienkiller wünschen Großansicht

Norton weiß, was Serienkiller wünschen

» Die Ereignisse des 11.09. sind in "25 Stunden" omnipräsent. Ist der Film als politisches Statement zu verstehen?

EDWARD NORTON: Für uns New Yorker ist der 11. September in erster Linie eine emotionale Realität. Außer Barry Pepper leben alle Beteiligten des Films in New York. Der Kontext einer kollektiven Krise erschien uns angemessen, um eine Geschichte über Menschen in der Krise darin anzusiedeln. Es geht um Verlust, um einen Mann, der sein Leben als selbstverständlich betrachtet und schlagartig alles verliert.

» Was hat Sie am Drehbuch von "25 Stunden" fasziniert?

Der Film zeigt, dass jeder selbst die Verantwortung für sein Handeln trägt. In einer Periode von 24 Stunden sind die Figuren gezwungen, ihr Handeln zu überdenken. Ich finde es schade, dass so wenige Tragödien gedreht werden, in denen ein tragischer Held dramatisch scheitert, wie in einem klassischen griechischen oder einem Shakespeare-Drama. Monty ist ein Drogendealer, der sich in eine Krise manövriert. Gleichzeitig ist er intelligent, charmant und charismatisch, so dass sich der Zuschauer leicht mit ihm identifizieren kann. Dasselbe gilt auch für die anderen Figuren.

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Als Nelson Rockefeller lässt er Dollars für den Künstler Diego Rivera springen, den Mann von "Frida" Kahlo

» Suchen Sie sich Ihre Rollen nach den Regisseuren aus?

In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle hängt mein Entschluss vom Drehbuch ab. Bei "Larry Flynt" gefiel mir das Buch z.B. anfangs nicht besonders. Aber Milos Forman ist einer meiner Idole, also habe ich zugesagt. Auch bei "The Score" war das Skript zunächst nicht in der besten Form. Den Ausschlag gab hier die Aussicht, einmal mit Robert De Niro und Marlon Brando zu drehen. Bei "Roter Drache" war das ähnlich: Ich hatte drei Monate Leerlauf und Anthony Hopkins, den ich enorm bewundere, war mit dabei. Wenn das Angebot von "25 Stunden" zur selben Zeit gekommen wäre, hätte ich "Roter Drache" nicht gemacht.

Nachdenklich als Drogendealer Monty in "25 Stunden" Großansicht

Nachdenklich als Drogendealer Monty in "25 Stunden"

» Gab bei "25 Stunden" Regisseur Spike Lee oder das Drehbuch den Ausschlag, den Film zu machen?

Beides. Ich hätte jeden Film mit Spike gedreht. Jahrelang habe ich ihn bei jeder Gelegenheit gelöchert, mal etwas zusammen zu machen. Es wurde fast schon ein Running Gag zwischen uns. Doch selbst wenn nicht er, sondern ein anderer Regisseur mir "25 Stunden" vorgeschlagen hätte, wäre ich dabei gewesen. Es war einer der seltenen Fälle, in denen du ein Buch liest, das dich sofort auf einer emotionalen Ebene fesselt. Die Kombination aus Skript und Regisseur war natürlich optimal.

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In "American History X" mimt Norton einen Neofascho made in USA

» Sie haben bei "Frida" am Skript mitgeschrieben. Werden Sie sich nun verstärkt als Autor betätigen?

Bei den Drehbüchern, die mir als Schauspieler vorlagen, habe ich zum Teil erhebliche Veränderungen vorgenommen, z.B. bei "Larry Flint", "American History X" und "The Score". Im Fall von "Frida" bin ich stolz auf meine Arbeit. Aber ich habe keinen Credit bekommen, denn die Autorengewerkschaft hat da sehr strenge Regeln. Grundsätzlich ist für mich die Arbeit am Drehbuch jedoch nur ein Mittel zum Zweck.

» Wie wurde "25 Stunden" bislang aufgenommen?

Der Film hat eine starke Reaktion in der Presse ausgelöst. Für mich ist das ein Zeichen, dass wir es richtig gemacht haben. Spike hat sein Publikum schon immer herausgefordert, schwierige Fragen selbst zu beantworten. Ich finde, das gelingt ihm ziemlich gut. Ich mag Filme nicht, die dem Zuschauer alles bis ins kleinste Detail erklären, die dir vorgeben, was du zu denken hast. Ich bin erwachsen und will mir selbst einen Reim auf die Dinge machen.

 

25 Stunden in der Fotoshow

 

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