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4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

Schmerzhaft intensive Geschichte einer illegalen Abtreibung im kommunistischen Rumänien.


4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

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Erhältlich seit:
07.05.2008

Originaltitel: 4 luni, 3 saptamini si 2 zile

Drama

Rumänien 2007
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 16

Anamaria Marinca
Laura Vasiliu
Vladimir Ivanov

Regie: Cristian Mungiu
Concorde Home Entertainment

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Schmerzhaft intensive Geschichte einer illegalen Abtreibung im kommunistischen Rumänien.

Otilia hilft ihrer Freundin Gabita (Foto: Concorde) Großansicht

Otilia hilft ihrer Freundin Gabita (Foto: Concorde)

Die Studentinnen Otilia (Anamaria Marinca) und Gabita (Laura Vasiliu) teilen ein Zimmer im Wohnheim einer kleinen rumänischen Stadt. In einem Hotel erwarten sie einen gewissen Mr. Bebe (Vladimir Ivanov).

Gabita ist schwanger, Abtreibung in Rumänien illegal - eine Situation, die der gewissenlose Pfuscher gründlich für seine Zwecke ausnutzt. Er demütigt die Mädchen und als er merkt, dass Gabitas Schwangerschaft bereits über den vierten Monat hinaus ist, verlangt er nicht nur eiskalt mehr Geld, sondern auch Sex. Die jungen Frauen haben keine Wahl, sie schlittern immer tiefer in ein Fiasko.

Herr Bebe soll die Abtreibung vornehmen (Foto: Concorde) Großansicht

Herr Bebe soll die Abtreibung vornehmen (Foto: Concorde)

Berechtigter Gewinner

Die Goldene Palme 2007 in Cannes war ihm sicher: Cristian Mungiu gewann als erster rumänischer Regisseur überhaupt die höchste Auszeichnung beim wichtigsten Filmfestival der Welt. Zu Recht, denn die Geschichte einer illegalen Abtreibung im kommunistischen Rumänien unter dem Diktator Nicolai Ceausescu ist eindringlich und schockierend, die Darsteller sind grandios.

4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

Die Geschichte einer illegalen Abtreibung im kommunistischen Rumänien geht in ihrer schmerzhaften Intensität unter die Haut und ist ein würdiger Gewinner der Goldenen Palme.

Kein Hauch von Hoffnung liegt über dem grauen Rumänien kurz vor dem Sturz des Diktators Ceausescu. Frauen sind Gebärmaschinen, sollen für Bevölkerungszuwachs sorgen. Ihr Bauch gehört dem Regime, Abtreibungen stehen unter strenger Strafe. Dagegen lehnt sich die Studentin Gabita auf. Unterstützt von ihrer pragmatischen Freundin und Zimmergenossin Otilia (einfach großartig: Anamaria Marinca aus der britischen TV-Serie "Sex Traffic"), die das notwendige Geld und den rüden Engelmacher besorgt, begibt sie sich auf die Suche nach Hilfe in der prekären Situation. Im Hotel werden sie abgewiesen, der Mann, der die illegale Abtreibung durchführt, demütigt die Mädchen. Als er merkt, dass Gabitas Schwangerschaft über den vierten Monat hinaus ist, verlangt er nicht nur eiskalt mehr Geld, sondern auch Sex, bevor er sich routiniert an sein lukratives Geschäft macht. Die Kamera richtet sich während der Abtreibung auf den über die Leinwand dahingestreckten Körper der jungen Frau, die mit angewinkelten Knien die Prozedur fast lautlos erträgt - wie ein Opferlamm. Nach getaner "Arbeit" gibt es lapidare Ratschläge, welche Komplikationen eintreten können und was zu tun ist, wenn der Fötus sich ablöst. Die Hilflosen bleiben ihrem weiteren Schicksal überlassen.

Cristian Mungiu inszeniert das Drama schnörkellos und in großer Unerbittlichkeit. Kein tröstlicher Moment, nirgends. Jede Szene ist in langen Einstellungen gedreht, die oft statische Kamera registriert minutiös das Schreckliche, verzichtet trotz Nacktheit auf spekulative und spektakuläre Aufnahmen, bleibt in jeder Situation den Protagonistinnen nahe, beobachtet sie und begegnet ihnen mir Respekt. Wenn Otilia im Kreise der bourgeoisen Familie ihres Freundes feiern muss, fokussiert sich der Blick auf einen verzweifelten Menschen, der seine kaum noch zu bändigenden Gefühle hinter einer Maske versteckt. Ein radikaler und elementarer Film über Vertrauen und Freundschaft, Verantwortung und Vergeblichkeit von Liebe. Die klar durchkomponierten Bilder (und auch die Dialoge) bohren sich hart und erbarmungslos ins Gedächtnis. Nicht nur dem Körper wurde Schaden zugefügt, auch der Seele. mk.

4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

Mit seinem intensiven und ergreifenden, von Publikum und Kritikern gleichermaßen hoch gelobten Drama schildert der rumänische Regisseur Cristian Mungiu die Geschichte einer illegalen Abtreibung, gleichzeitig portraitiert er dabei aber auch den Alltag in den letzten Jahren des Kommunismus in seinem Heimatland Rumänien. "Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage" wurde mit zahlreichen international renommierten Filmpreisen, unter anderem der Goldenen Palme und dem Kritikerpreis in Cannes, sowie dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Die Filmbewertungsstelle in Wiesbaden (FBW) hat dem Drama das Prädikat Besonders Wertvoll verliehen: "Wie offensichtlich schon die Jury der Filmfestspiele in Cannes, die dem Film die "Goldene Palme" 2007 zusprach, zeigte sich auch die Jury der FBW zutiefst beeindruckt von der suggestiven Kraft dieses ungewöhnlichen, verstörenden Films, von der schauspielerischen Leistung seiner Protagonisten und diesem geglückten Versuch, eine historische Markierung zu setzen mit einer Geschichte von höchster Intimität."


Kurzinhalt

Rumänien 1987. Otilia und Gabita teilen sich ein bescheidenes Zimmer im Studentenwohnheim einer tristen, grauen Stadt. Zigaretten, Seife, Kosmetik, überhaupt alle schönen Dinge des Lebens sind Mangelware, der Schwarzmarkt blüht. Die beiden Freundinnen haben einen schweren Tag vor sich. Gabita ist schwanger, hat den längst fälligen Abbruch viel zu lange hinausgezögert. Verunsichert und verängstigt verlässt sie sich ganz auf die Hilfe ihrer pragmatischen, zupackenden Freundin Otilia.
Da Abtreibung im kommunistischen Rumänien unter strenger Strafe steht, muss der Vorgang wie eine Geheimoperation geplant werden. Mit dem Geld, das sie sich zusammengeliehen haben, bricht Otilia auf, um alles vorzubereiten. Doch schon der Anfang steht unter keinem guten Stern: Gabita hat telefonisch ein Zimmer reserviert, aber an der Rezeption wird Otilia abgewiesen. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als sie in einem teureren Hotel einzumieten - dabei geht mehr als geplant von dem für den Engelmacher zurückgelegten Geld drauf.
Auf der Straße trifft Otilia Mr. Bebe, den Mann, der die Abtreibung durchführen soll. Er ist sauer - Gabita hatte sich mit ihm verabredet, jetzt kommt eine andere, und in dem fremden Hotel muss er seinen Ausweis an der Rezeption hinterlegen. Er ist unverschämt und demütigt die jungen Frauen - aber die sind auf seine Hilfe angewiesen. Als er feststellt, dass Gabita bereits im vierten Monat ist, diktiert er ihnen eiskalt seine Bedingungen: er will Sex mit beiden, sonst lässt er sich nicht auf den Deal ein.
Gabita und Otilia sehen keinen Ausweg - und akzeptieren widerwillig. Anschließend begibt sich der schmierige Familienvater an sein lukratives Geschäft. Der Eingriff wird ohne Narkose mit äußerst primitiven Mitteln durchgeführt, ein risikoreiches Unterfangen. Während Gabita still liegen muss und auf das Einsetzen einer Blutung wartet, macht sich Otilia auf zur Geburtstagsfeier bei den Eltern ihres Freundes Adi. Sie kommt zu spät, die Stimmung zwischen ihr und Adi ist angespannt, sie ist nicht in Feierlaune und fühlt sich in der bourgeoisen Atmosphäre des Akademikerhaushalts unwohl.
Vergeblich versucht Otilia, ihre Freundin im Hotel anzurufen. Nach einem Streit mit Adi bricht sie überstürzt auf. Gabita hat inzwischen eine Fehlgeburt erlitten. Die entsetzte Otilia muss versuchen, den Fötus loszuwerden, und Gabita verlangt, dass sie ihn beerdigt. Die junge Frau irrt durch die Nacht, einsam und verzweifelt. Sie wird das Problem auf ihre Art lösen, pragmatisch. Im Hotel wartet die erschöpfte Gabita im Restaurant, bringt aber keinen Bissen herunter. Der Schock sitzt den beiden Frauen tief in den Gliedern - mit dieser Entwicklung der Ereignisse hatten sie nicht gerechnet. "Lass uns nie mehr darüber reden", bittet Otilia ihre Freundin.

Quelle: Concorde

- Dokumentation zur Kino-Roadshow des Films in Rumänien
- Interviews mit Regisseur Cristian Mungiu und Kameramann Oleg Mutu
- Nicht verwendete Szenen
- Deutscher und rumänischer Kinotrailer
- Fotogalerie
- Programmtipps

Quelle: Concorde

Darsteller:  Anamaria Marinca   als Otilia
  Laura Vasiliu   als Gabita
  Vladimir Ivanov   als Domnu Bebe
  Alexandru Potocean   als Adi
  Luminita Gheorghiu   als Doamna Radu
  Adi Carauleanu   als DI. Radu
 
Regie:  Cristian Mungiu  
Buch:  Cristian Mungiu  
Kamera:  Oleg Mutu  
Produzent:  Oleg Mutu  
  Cristian Mungiu  
 

4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage in der Fotoshow

 

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