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5x2 - Fünf mal Zwei

François Ozon erzählt fünf "Szenen einer Ehe" rückwärts: Fünf Kapitel aus dem Beziehungsleben eines jungen Paares.


5x2 - Fünf mal Zwei

Leihvideo

Erhältlich seit:
28.04.2005

Originaltitel: 5x2

Drama

Frankreich 2004
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 16

Valeria Bruni-Tedeschi
Stéphane Freiss
Géraldine Pailhas

Regie: François Ozon
Paramount Home Entertainment

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François Ozon erzählt fünf "Szenen einer Ehe" rückwärts: Fünf Kapitel aus dem Beziehungsleben eines jungen Paares.

Diese Ehe wird nicht ewig halten (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Diese Ehe wird nicht ewig halten (Foto: Prokino (Fox))

Es gibt fünf bedeutende Kapitel aus dem gemeinsamen Leben des Paares Gilles (Stéphane Freiss) und Marion (Valeria Bruni-Tedeschi), die von hinten nach vorne erzählt werden:

Alles beginnt mit dem Scheidungstermin mit anschließendem Sex in einem Hotelzimmer. Es folgt ein Dinner mit Freunden und die Geburt des gemeinsamen Kindes, die ohne Gilles Anwesenheit stattfindet, dann die Hochzeitsnacht, die Marion mit einem Fremden verbringt und schließlich das erste Treffen, Kennenlernen und der Beginn der Liebe.

Marion und Gilles stehen vor der Trennung (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Marion und Gilles stehen vor der Trennung (Foto: Prokino (Fox))

Das Ende einer Ehe

Das französische Regiewunderkind François Ozon überrascht und begeistert nach "8 Frauen" und "Swimming Pool" erneut: Mit "5 x 2" beschreibt er mit Präzision und emotionaler Intensität fünf unterschiedliche Stadien der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau rückwärts - wie ein Zusammentreffen von Gaspar Noés "Irréversible" und Ingmar Bergmans "Szenen einer Ehe".

In fünf Kapiteln, die die entscheidenden Ereignisse des gemeinsamen Lebens des Paares und letztlich die Geschichte einer erloschenen Liebe zeigen.

5x2 - Fünf mal Zwei

Ein Film, der mit dem Ende einer großen Liebe beginnt und in der ersten Verliebtheit endet: In fünf Episoden erzählt François Ozon die Geschichte von Gilles und Marion rückwärts, von der schmerzvollen Scheidung bis zum prickelnden Kennenlernen. In Venedig wurde diese heiter-melancholische Beziehungs-Reflexion vom Publikum begeistert aufgenommen, in Frankreich katapultierte sie sich am Startwochenende auf den zweiten Platz und sollte auch beim Filmfest Hamburg, wo der 37-jährige Regisseur den Douglas-Sirk-Preis erhält, das Gefühlsbarometer steigen lassen.

Nach "8 Frauen" und "Swimmingpool" präsentiert François Ozon erneut ein Kabinettstückchen. "5 x 2" bezeichnet er als seinen bisher persönlichsten Film und verleugnet nicht die Freude am hintergründigen Spiel mit dem Paradoxon. Verliebt, verlobt, verheiratet, Kinder, Scheidung - dieses Schema reicht ihm nicht. Wie in Gaspar Noés "Irreversibel" rollt er die Handlung vom bitteren Finale her auf. Trennung, ein Abendessen mit Freunden, Geburt des Kindes, Hochzeit und Kennenlernen sind hier die Stationen einer Beziehung, die anfängt und endet wie viele.

Es beginnt mit einer Art Hommage an Bergmans "Szenen einer Ehe". Ein Paar trifft sich vor dem Scheidungsrichter und scheint sich einig über Verteilung von Gütern und Sorge fürs Kind, anschließend gehen die beiden ins Hotel und ins Bett, aber der Sex wird zum Desaster. Bei Gilles und Marion (glaubhaft in ihrer Zerrissenheit Valeria Bruni-Tedeschi) klappt selbst das Körperliche nicht mehr. Zwar schlägt der frisch Geschiedene einen Neubeginn vor, aber die junge Frau weiß um den Tod der Liebe. Wenn sie unter den Klängen von "Una lacrima sul viso" den Hotelkorridor entlang geht, zerreißt es uns das Herz.

Im Rückblick entwickelt Ozon, für den es keine Liebe, sondern nur Liebesbeweise gibt, die unterschwelligen Grausamkeiten des Ehe-Alltags, in dem letztendlich Kleinigkeiten zum Bruch führen. Jede Episode entwickelt ihren Charme und ihre Überraschung. Wenn bei einer Dinner-Einladung Gilles stolz von seinen Erlebnissen im Sex-Club berichtet, bei denen Marion nur zuguckte, sind falsche Töne zu spüren. Und allein schon das Herummäkeln daran, wie sie die Spülmaschine bedient, kündigt vom Scheitern. In der nächsten Episode lässt Gilles sie bei der Geburt des Sohnes im Stich, statt ihr die Hand zu halten, hält er sich vor dem Krankenhaus an der Zigarette fest, sitzt nervös im Auto. Der aberwitzigste Twist passiert in der Hochzeits-Episode. Nach einem opulenten Fest schläft der Bräutigam ein, während die Braut mit einer Zufalls-Bekanntschaft den Seitensprung übt. Am Ende geht alles auf Anfang - verstohlene Blicke im Ferienclub, gemeinsames Lachen, das ganze Balzprogramm. Und wenn die zwei sich necken, wie es nur Frischverliebte können und bei kitschigem Sonnenuntergang in sanften Meereswellen flirten, mündet die Ausweglosigkeit in Hoffnung auf neue Chancen, einen kurzen Augenblick lang.

Durch die Umkehrung der Chronologie gibt Ozon den Glauben an die Liebe und die Existenz von Mr. Right oder Mrs. Right zurück. "5 x 2" erzählt von Missverständnissen und Unsicherheit, von der Einsamkeit zu zweit und der Zerbrechlichkeit der Gefühle, gleichzeitig aber auch von Momenten starker Sehnsucht und Zärtlichkeit, Hingabe und Lust. Was mit selbstzerstörerischer Bergman-Vision beginnt endet in der Leichtigkeit eines Lelouch. Eine Lovestory, nach der man beschwingt und dennoch nachdenklich das Kino verlässt, bereit ist für die nächste Liebe, irgendwann, irgendwo. mk.

Darsteller:  Valeria Bruni-Tedeschi   als Marion
  Stéphane Freiss   als Gilles
  Géraldine Pailhas   als Valérie
  Françoise Fabian   als Monique
  Michael Lonsdale   als Bernard
  Antoine Chappey   als Christophe
  Marc Ruchmann   als Mathieu
  Jason Tavassoli   als der Amerikaner
  Jean-Pol Brissart   als der Richter
 
Regie:  François Ozon  
Buch:  François Ozon  
  Emmanuèle Bernheim  
Musik:  Philippe Rombi  
Kamera:  Yorick Le Saux  
Produzent:  Olivier Delbosc  
  Marc Missonnier  

"Ich bin aus Faulheit treu"

Er dreht mindestens einen Film pro Jahr und hat stets Erfolg. Jetzt überrascht François Ozon mit "Fünf mal Zwei", einer rückwärts erzählten Liebesgeschichte.

Glaubt nicht an glückliche Beziehungen: François Ozon (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Glaubt nicht an glückliche Beziehungen: François Ozon (Foto: Kurt Krieger)

» Warum diese Idee, vom Ende her zu erzählen?

FRANÇOIS OZON:

Mich interessiert weniger die Trennung, sondern der Anfang, wenn das Paar sich trifft und ihm der Himmel zu Füßen liegt. Ist es nicht faszinierend, wie wir gegen jede Vernunft immer wieder glauben, ausgerechnet bei uns würde die Beziehung klappen? Ich habe in "Fünf mal Zwei" die klassischen Situationen gewählt, die jeder kennt - bis auf den Kniff in der Hochzeitsnacht.

Das normale Prozedere fand ich zu langweilig. Erst wollte ich eine sechste Episode drehen über die Spanne zwischen Hochzeit und Geburt des Kindes, aber das schien mir zu viel des Glücks. Ich gehöre letztlich doch zu denen, die der Harmonie misstrauen. Das "Ende" gibt dem Zuschauer eine Perspektive.

Scheitern einer Ehe: Valeria Bruni-Tedeschi und Stéphane Freiss in "Fünf mal Zwei" (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Scheitern einer Ehe: Valeria Bruni-Tedeschi und Stéphane Freiss in "Fünf mal Zwei" (Foto: Prokino (Fox))

» Sie zeigen keine Scheu vor offensiven Sexszenen.

Die Wahrheit vermittelt sich direkter durch die Körpersprache, sie spiegelt unsere seelische Befindlichkeit ehrlicher wider. Deshalb reduziere ich Dialoge, sonst Markenzeichen des französischen Films, auf das Notwendige. Hinter Worten verstecken wir uns, lügen und bauen eine Barriere auf.

» Warum haben Sie die Dreharbeiten unterbrochen?

Ich brauchte Zeit zur Reflexion, habe die ersten drei Teile gedreht und geschnitten, dann eine kreative Pause eingelegt. Ich fühlte mich zu blockiert, um das Ende der Geschichte vorher zu schreiben. So ließ ich mich neu inspirieren.

Bei "Unter dem Sand" musste ich mitten im Dreh aus finanziellen Problemen aufhören. Diesmal war das reiner Luxus, ermöglicht durch die Besucherzahlen meiner letzten Filme. Die Schauspieler konnten sich in den fünf Monaten "verjüngen" und Kilos verlieren.

Glücklichere Momente (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Glücklichere Momente (Foto: Prokino (Fox))

» Rollt man Ihnen in Frankreich den roten Teppich aus?

Da kennen Sie die Franzosen schlecht, ein Volk von Neidern. Die Kritik ist unberechenbar. In der Kulturszene herrscht viel Eifersucht. Vielleicht auch, weil es schwieriger wird, Autorenfilme zu realisieren. Meine guten Arbeitsmöglichkeiten nach dem Erfolg von "8 Frauen" und "Unter dem Sand" regen einige auf.

» Geht die Schere zwischen Newcomern und Arrivierten auseinander?

Ich habe mit Kurzfilmen angefangen und kämpfte mich nach oben, erhielt einen Dämpfer, als "Tropfen auf heiße Steine" gute Kritiken bekam, das Publikum sich aber verweigerte. Diese Erfahrungen muss man eben machen. Ich verstehe den Frust junger Kollegen und würde jedem raten, durch die Schule des Kurzfilms zu gehen. Da lernt man, was Ökonomie heißt.

Als Regisseur bin ich nie abgehoben, sondern habe mich auch darum gekümmert, wie teuer was ist. Nur Drauflosdrehen und finanzielle Forderungen stellen, bringt Stress mit den Produzenten. In den achtziger und neunziger Jahren explodierten die Budgets. Heute schrumpfen sie. Die fetten Jahre sind vorbei.

Optimistischer Anfang - am Ende (Foto: Prokino (Fox)) Großansicht

Optimistischer Anfang - am Ende (Foto: Prokino (Fox))

» Sie arbeiten seit Beginn Ihrer Karriere mit der Produktionsfirma Fidélité zusammen. Auch weiterhin?

Warum sollte ich das ändern? Mein nächster Film, "Le temps qui reste" mit Valeria Bruni-Tedeschi und Jeanne Moreau, ist schon abgedreht - wieder mit Fidélité. Allerdings schwöre ich nicht ewige Treue. Ich bin aus Faulheit treu, weniger aus Ethik.

» Wie Claude Chabrol drehen Sie einen Film nach dem anderen. Was treibt Sie an?

Ich habe einfach eine Riesenlust und könnte mehr als einen Film pro Jahr drehen. Aber da würden die Marketingstrategen aufschreien, vielleicht auch die Zuschauer nicht mitspielen. Ich bin aber durchaus dabei, mich zu zähmen.

 

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