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8 Frauen

Herrlich bonbonfarbenes Musical, in dem acht Frauen in einem eingeschneiten Haus als Mörder des Hausherren in Frage kommen.


8 Frauen

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Erhältlich seit:
01.04.2003

Originaltitel: 8 femmes

Komödie/ Musical

Frankreich 2002
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Catherine Deneuve
Isabelle Huppert
Emmanuelle Béart

Regie: François Ozon
Universum Film

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In François Ozons quietschbuntem Genremix brilliert das Who's who des französischen Kinos.

Leading Lady: Fanny Ardant Großansicht

Leading Lady: Fanny Ardant


Ob an Bord eines Vergnügungsdampfers bei "Tod auf dem Nil", auf einem vornehmen Herrensitz in "Gosford Park" oder nun in einer verschneiten Villa - distinguierte Herrschaften, die sich in geschlossenen Räumlichkeiten plötzlich mit einem Todesfall konfrontiert sehen, liefern Regisseuren seit Jahrzehnten ideale Filmstoffe.

François Ozon macht da keine Ausnahme und lässt im Frankreich der 50er Jahre eine Großfamilie zum Weihnachtsfest zusammentreffen. Doch die Bescherung fällt aus, als das Familienoberhaupt ermordet wird. Als Täter(innen) kommen genau jene acht Frauen in Frage, die dem Toten am nächsten standen und zur Tatzeit anwesend waren. Die undurchsichtigen, Ränke schmiedenden Damen traktieren sich von nun an gegenseitig mit Schuldzuweisungen.

Jungstars wie Virginie Ledoyen, etablierte Aktricen wie Emmanuelle Béart oder Grand Dames wie Catherine Deneuve und Fanny Ardant - sie alle treiben sich in "8 Frauen" gegenseitig zu Höchstleistungen an. Die quietschbunte Mischung aus Musical, Thriller und Komödie war der Überraschungshit des letzten Kinosommers und wird nun auch auf Video und DVD vor allem die frankophilen Kitschfans köstlich amüsieren.

8 Frauen

Es gibt nichts, was François Ozon gegenwärtig nicht kann. Nur ein Jahr nach seinem schneidend scharfen Drama "Unter dem Sand" legt das französische Wunderkind ein wunderbar leichtes Musical in der Tradition von Jacques Demy vor, das er als leicht überkandideltes Boulevard-Theaterstück inszenierte. Agatha Christie lässt ebenso grüßen wie Douglas Sirk, wenn Ozon im bonbonfarbenen Defilé der weiblichen französischen Superstars genau ihnen lustvoll und gut gelaunt ein Denkmal setzt, das es in sich hat. Fazit des mit immer unglaublicheren Handlungswendungen aufwartenden Whodunnits: Acht Frauenzimmer treiben auch den stärksten Mann unweigerlich in den Tod.

Deneuve! Ardant! Huppert! Béart! Ledoyen! Darrieux! Schwerste Geschütze fährt Ozon auf in seinem keck mit Klischees und dollen Einfällen spielenden Familiendrama, das mit seinen supersatten Farben und der betont antiseptischen Artifizialität einer Studiohallenproduktion auf eine längst ausgestorbene Variante des Starkinos verweist, wie es in den fünfziger Jahren gepflegt wurde. Nach einer kurzen Kamerafahrt durch eine verschneite Landschaft darf noch ein kleines Rehkitz ins Innere eines Landsitzes blinzeln, als wäre es geblendet vom Aufmarsch der Megastars. Dann geht es schon hinein ins Innere. Der Ton ist etabliert, die Bühne ist bereitet. Vorhang auf, jetzt übernehmen die Damen das Steuer: Die mondäne Matriarchin hat ihre im Internat studierende Tochter am Bahnhof abgeholt und zurück ins Herrenhaus geholt, wo ihre Großmama, ihre unternehmungslustige kleinere Schwester und ihre Tante, das zickige, biestige, verklemmte Mauerblümchen Augustine, auf sie warten. Dazu gesellen sich eine Mamsell mit Geheimnis und ein neues, durchtriebenes Zimmermädchen, sowie wenig später die verruchte Schwester des Hausherren, dessen ermordete Leiche Startschuss für einen hinreißenden Reigen gibt: Eine der acht Frauen muss die Täterin sein. Von der Außenwelt abgeschnitten, wollen sie selbst den Fall aufklären. Während jede der Damen die Gelegenheit erhält, solo einen Chanson vorzutragen, fördern die Recherchen auch allerhand weitere Geheimnisse ans Tageslicht: In bester "Mord im Orient-Express"-Manier haben alle Beteiligten Leichen im Kleiderschrank. Lesbische Beziehungen, Affären, Erpressungen, Betrug, Verrat, Mord, Geständnisse und mühsam unterdrückte Emotionen und Bedürfnisse, die mit Macht nach Außen drängen, lassen die Handlung im Minutentakt in immer neue und noch groteskere Richtungen steuern. Höhepunkt ist natürlich der Catfight der Grandes Dames Deneuve und Ardant, der in einem der unglaublichsten Küsse der Filmgeschichte mündet. Aber auch Hupperts Wandlung vom Mauerblümchen zum Ultravamp ist eine unvergessliche Perle, wie überhaupt alle Damen des Ensembles mit ihren archetypischen, wie der Film selbst leicht überzogenen Rollen glänzen dürfen. Traumhaft sicher werden sie von Ozon bis zur abschließenden gemeinsamen Verbeugung vor dem Publikum durch ein regelrechtes Minenfeld der Begehrlichkeiten gesteuert, in dem der Regisseur auch sexual politics oder Disfunktionalität nicht ausklammert und einen reizvollen modernen Kontrapunkt zur altmodischen Plüschigkeit der Inszenierung setzt. Wer einen Bären will in Berlin, der muss erst einmal an diesen acht Frauen vorbei - wie der einzige Mann im bösen Spiel beweist, womöglich ein Ding der Unmöglichkeit. ts.

Darsteller:  Catherine Deneuve   als Gaby
  Isabelle Huppert   als Augustine
  Emmanuelle Béart   als Louise
  Fanny Ardant   als Pierrette
  Virginie Ledoyen   als Suzon
  Danielle Darrieux   als Mamy
  Ludivine Sagnier   als Catherine
  Firmine Richard   als Madame Chanel
  Dominique Lamure   als Ehemann Marcel
 
Regie:  François Ozon  
Buch:  François Ozon  
  Marina de Van  
Musik:  Krishna Levy  
Kamera:  Jeanne Lapoirie  
Produzent:  Olivier Delbosc  
  Marc Missonnier  
 

8 Frauen in der Fotoshow

 

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