
Die Liste der Komiker, denen die "Saturday Night Live"-Sketchserie als Sprungbrett für eine erfolgreiche Filmkarriere diente, ist lang. Dazu gehören u.a. Chevy Chase, James Belushi, Jim Carrey und Adam Sandler. Inzwischen produziert SNL auch Komödien ("Its Pat", "Stuart Saves His Family"), die eine beliebte wiederkehrende Sketchidee zu Filmformat aufbauscht. Das ist auch bei der Disco-Klamotte "A Night At The Roxbury" um zwei extrem naive Verlierertypen der Fall.
Die auffallend unhippen Butabi-Brüder Steve (Will Ferrell) und Doug (Chris Kattan) kleiden sich bevorzugt in knallige Satinanzüge und tragen dicke Silberketten. Sie sind so peinliche Verlierertypen, daß ihnen der Türsteher im angesagten Nachtclub Roxbury stets den Einlaß verwehrt. Doch die beiden sind unerschütterlich und lassen sich auch durch die zahllosen Abfuhren, die ihnen von laut kreischend reißaus nehmenden oder handgreiflich werdenen Damen erteilt werden, niemals entmutigen. Eines Nachts scheint sich das Blatt zu wenden: Ein Verkehrsunfall mit "21 Jumpstreet"-Star Richard Grieco (spielt sich selbst) beschert ihnen den Eingang ins Roxbury. Dort lernen sie nicht nur den Clubbesitzer (Chazz Palminteri) kennen,
sondern verlieren auch bei einer anschließenden Party ihre Jungmännlichkeit an opportunistische Miezen. Streit zwischen den unzertrennlichen Brüder gibt es, als Steve von ihrer hartnäckigen Nachbarstochter so lange umgarnt wird, bis er vorm Traualtar endet. Ein Happy-End darf
letztlich aber nicht fehlen.
Einer der erinnerungswürdigsten Gags zeigt die beiden Loser, wie sie dermaßen ekstatisch mit ihren Köpfen zu Disco-Hits wie Haddaways "What is Love?" wippen, daß schon mal ein Autofenster zu Bruch geht. Auch ihr unkoordinierter, spastisch zappelnder Tanzstil ist für einige herzhafte Lacher gut, doch geht ihnen komödiantisch relativ bald die Luft aus. Doch hielt Regisseur John Fortenberry (gab sein Debüt mit der Pauly-Shore-Gerichtsdrama-Parodie "Jury Duty") die SNL-Comedy mit 81 Minuten schmerzlos kurz. ara.