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About Schmidt

Brüllend komisches Roadmovie und geniale One-Man-Show von Jack Nicholson, der sich als pensionierter Versicherungsaktuar auf eine missionarische Reise begibt.


About Schmidt

Leihvideo

Erhältlich seit:
16.10.2003

Komödie/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 6

Jack Nicholson
Kathy Bates
Hope Davis

Regie: Alexander Payne
Warner Home Video Germany

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Brüllend komisches Roadmovie und geniale One-Man-Show von Jack Nicholson, der sich als pensionierter Versicherungsheini auf eine missionarische Autofahrt begibt.

Warren Schmidt erkennt plötzlich die Leere in seinem Leben (Foto: Warner) Großansicht

Warren Schmidt erkennt plötzlich die Leere in seinem Leben (Foto: Warner)

Kurz nach seiner Pensionierung ereilt Warren Schmidt (Jack Nicholson) ein weiterer Schicksalsschlag. Er findet seine Frau tot in der Wohnung auf und muss zudem entdecken, dass sie vor Jahren eine Affäre mit seinem besten Kumpel hatte.

Schmidt verliert den Boden unter den Füßen, lässt sich gehen und versinkt immer tiefer in Depressionen. Bis ein TV-Spendenaufruf und der folgende Briefwechsel mit dem bedürftigen Patenkind Ndugu ihm neue Energie schenkt.

Voll Tatendrang reist er im Wohnmobil nach Denver, um der geliebten Tochter die Ehe mit einem großmäuligen Wasserbettenverkäufer auszureden.

Gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn (Foto: Warner) Großansicht

Gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn (Foto: Warner)

Kinolegende im Ruhestand

Alexander Paynes ("Election") berührendes Roadmovie zeigt Kinolegende Jack Nicholson ("Die Wutprobe") einmal von seiner ernsten Seite: Selten zuvor hat jemand unterdrückte Frustrationen und Hass so imposant und doch liebenswürdig verkörpert.

Und doch verliert der für sein Drehbuch mit dem Golden Globe ausgezeichnete Payne nie die absurden und witzigen Seiten des Lebens in Small Town America aus den Augen und gewährt so einen zugleich schockierenden und amüsanten Blick in Warren Schmidts verwundete Seele.

About Schmidt

Nur drei Filme benötigte Alexander Payne, um den Schritt vom interessanten Talent ("Citizen Ruth") über Hoffnungsträger ("Election") zum Meister zu schaffen: Seine sehr lose Adaption von Louis Begleys Roman "Schmidt", dessen Grundidee er mit einem eigenen Originaldrehbuch kreuzte, ist ein schlaues, stilles, bewegendes und immer wieder brüllend komisches Roadmovie, hinter dem sich vor allem das Porträt eines pensionierten Spießers verbirgt, der es sich nach dem Tod der Ehefrau zur Lebensaufgabe macht, die Hochzeit seiner von ihm entfremdeten Tochter mit einem - wie er findet - unwürdigen Mann zu verhindern. In der Titelrolle brilliert ein völlig uneitler, auf jegliche Manierismen verzichtender Jack Nicholson, der das eigene Image torpediert und dabei ganz groß rauskommt.

"You don't know Jack" ist ein beliebtes umgangssprachliches Wortspiel in den USA (ungefähr: "Du hast nicht den blassesten Schimmer"), das in verballhornter Form immer wieder auf Jack Nicholson angewandt wird. Tatsächlich ist einem das vermutlich vertrauteste und prägnanteste aller Stargesichter selten so fremd gewesen wie hier, in Alexander Paynes "Schmidt": Fahl, müde, abgespannt, darf man's sagen: alt sieht der zweifache Oscar-Gewinner aus als Vorstadtspießbürger Warren Schmidt aus dem Mittleren Westen. Kein diabolisches Grinsen, keine virilen Posen weit und breit - kleine Gesten und präzise Mimik genügen Nicholson, einen lächerlichen Mann am Rande des totalen Nervenzusammenbruchs zu zeichnen, dem am Lebensabend alle Felle davonzuschwimmen drohen.

Nach Jahrzehnten als Aktuar bei einer Versicherung aus dem Job geboxt und aufs Abstellgleis geschoben, wird der brave Fußsoldat Warren Schmidt sogleich noch mit dem nächsten Schicksalsschlag konfrontiert: Der unerwartete Tod seiner Ehefrau Helen lässt den ohnehin sichtbar unzufriedenen Schmidt jeden Halt verlieren. Zwar heuchelt der 66-Jährige Zufriedenheit über die plötzlich gewonnene Freiheit, in Wahrheit jedoch stürzt er ab und verwahrlost mehr und mehr, als er auch noch herausifndet, dass Helen vor Jahren eine Affäre mit einem Freund hatte - bis Schmidt sich selbst mit der Mission betraut, seiner 2000 Kilometer entfernt in Denver lebenden Tochter Diane die Hochzeit mit dem Wasserbettverkäufer Randall (als sanfter Redneck mit Fu-Manchu-Bart und schütterem Haar schier unerkennbar: Dermot Mulroney) auszureden. In einem neu erworbenen Wohnmobil macht er sich auf die Reise, die voller Überraschungen, abstruser Erlebnisse und unbequemer Erkenntnisse ist und Schmidt natürlich zu sich selbst führt, ohne dass sich der Mann jemals ändern würde und könnte. Und doch wird ihm ganz zum Schluss ein unerwarteter Moment des totalen Glücks zuteil, der hinreißender nicht sein könnte.

Viel ist von Louis Begleys Vorlage außer der Hauptfigur und ihrer Pensionierung als Katalysator für die Handlung nicht übrig geblieben. Payne nutzt sie als Gerüst für eine eigene Geschichte, die Begleys stänkerndem Titelhelden allemal entspricht. Zurückhaltend und sparsam komponiert er seine Bilder und überlässt Jack Nicholson die Bühne für eine One-Man-Show sondergleichen. Die augenfälligste (und genialste) Regiekniff ist die Einführung einer nur im Off agierenden Figur: der afrikanische Waisenjunge Ndugu, für den Schmidt eine Patenschaft übernimmt. Über Minuten hinweg darf man aus dem Off Jack Nicholson lauschen, wie er die Briefe vorliest, die Schmidt an Ndugu geschrieben hat. Sie erlauben einen Einblick in das Innenleben des vereinsamten Mannes und fördern seine Ängste und Ansichten wie seinen maßlosen Selbstbetrug zu Tage, während die Bilder die Aussagen des Geschriebenen auf brillante Weise entweder stützen oder konterkarrieren. Wenn Nicholson zum wiederholten Male zu einem "Lieber Ndugu..." ansetzt, hat er das Publikum stets auf seiner Seite. Allein die Vorfreude auf neue entlarvende Schmähreden über Gott und die Welt machen "Schmidt" sehenswert. Nicht unerwähnt bleiben sollte aber auch Kathy Bates Auftritt als mannstolle Mutter von Warrens Schwiegersohn in spe, die mit ihrem kurzen Nacktauftritt die größten Lacher erntet - in einem hervorragenden und herrlich leisen Film, der sonst bestenfalls schmunzeln lässt. Das aber nicht zu knapp. ts.

Darsteller:  Jack Nicholson   als Warren Schmidt
  Kathy Bates   als Roberta Hertzel
  Hope Davis   als Jeannie Schmidt
  Dermot Mulroney   als Randall Hertzel
  June Suibb   als Helen Schmidt
  Howard Hesseman   als Larry Hertzel
  Harry Groener   als John Rusk
  Connie Ray   als Vicki Rusk
  Len Cariou   als Ray Nichols
  Mark Venhuizen   als Duncan Hertzel
  Cheryl Hamada   als Saundra
  Phil Reeves   als Pfarrer in Denver
  Matt Winston   als Gary Nordin
  James Michael Connor   als Randalls Trauzeuge
  Jill Anderson   als Brautjungfer
 
Regie:  Alexander Payne  
Buch:  Alexander Payne  
  Jim Taylor  
Musik:  Rolfe Kent  
Kamera:  James Glennon  
Produzent:  Harry Gittes  
  Michael Besman  

Die Oscar-Nominierungen

Am 23. März ist es soweit: Die Oscars 2003 werden verliehen. Das Musical-Spektakel "Chicago" geht mit 13 Nominierungen als Favorit ins Rennen, Martin Scorseses Epos "Gangs of New York" hat 10 Chancen auf einen Goldjungen.

Gleich 13 mal nominiert: Das furiose Musical "Chicago"

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Grund zur Freude aus deutscher Sicht: "Nirgendwo in Afrika" erhielt eine Nominierung als Bester Fremdsprachiger Film, "Das Rad" von Heidi Wittlinger und Chris Stenner geht als Kandidat für den Besten Animierten Kurzfilm ins Rennen.

Hier die Nominierungen in den wichtigsten Kategorien:

Bester Film

Bester Hauptdarsteller

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