VHS Leihvideo

Adam & Eva

Beziehungskomödie über ein Paar, das nicht mehr miteinander kann, aber irgendwie doch nicht voneinander lassen kann.


Adam & Eva

Leihvideo

Erhältlich seit:
13.01.2004

Komödie/ Drama

Deutschland 2002
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 12

Simon Schwarz
Marie Bäumer
Pierre Besson

Regie: Paul Harather
Universum Film

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Am Anfang stand das Happy End: Marie Bäumer und Simon Schwarz tanzen als Traumpaar auf Abwegen den Beziehungs-Tango. Vor dem Spiel ist nach dem Spiel …

Adam und Eva noch im Paradies Großansicht

Adam und Eva noch im Paradies

Dramatik vom Feinsten: Ein Feuerwehrmann stürzt ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben ins lichterloh brennende Haus und rettet eine junge Frau. Während das Gebäude hinter ihnen krachend zusammenfällt, schauen sie sich in die Augen. Adam & Eva im Paradies? Happy End à la Hollywood? Mitnichten.

Beim Österreicher Paul Harather ("Indien") geht die Lovestory weiter: bald gibt's nur noch Routine statt Romantik. Nach vier Jahren öden sich die beiden beim Frühstück an, knabbern konzentriert an der Kruste statt zu kuscheln.

Als Eva mit der Frage herausplatzt, ob sie sich nicht scheiden lassen sollen, kriegt Adam vor Schreck den Kaffee in die falsche Kehle. Was haben sie nur falsch gemacht? Eigentlich alles und nichts.

Im Kasten: Kindermädchen Betty Großansicht

Im Kasten: Kindermädchen Betty

Während Eva von zwei Kindern träumt, möchte Adam lieber Freiheiten genießen und verguckt sich auch noch in das Kindermädchen seines Bruders. In Affären ungeübt, vergisst er die Kondome, macht sich bei Eva verdächtig durch besonders nettes Verhalten und Putzwut, die aber ihrerseits schon von Sandkastenfreund Olli umgarnt wird.

Nicht jede Eskapade muss man(n) an die große Glocke hängen, denkt sich Adam. Aber als der Seitenspringer dann am Telefon der Geliebten Leidenschaftsschwüre ins Öhrchen röhrt und die heißen Fantasien auch noch durch ein Babyphon ins weihnachtlich geschmückte Wohnzimmer mit versammelter Familie schallen wie die Posaunen von Jericho, ist das Fass voll.

Einen Schritt vor, einen zurück - der ewige Beziehungstango wird hier wunderbar von Marie Bäumer ("Der alte Affe Angst", "Der Schuh des Manitu") und Simon Schwarz ("Anatomie", "Liebesluder") aufs Parkett gelegt. Und wie im richtigen Leben können sie die große Liebe nicht vergessen.

Ein Tänzchen in Ehren, kann die Braut nicht verwehren Großansicht

Ein Tänzchen in Ehren, kann die Braut nicht verwehren

Da eifersüchtelt der untreue Gatte heftig vor sich hin, wenn er sieht, wie seine Ex mit Olli turtelt, steckt sich vor Frust mal eine Silvesterrakete oder ein Päckchen Schmerzmittel in den Schlund (natürlich passiert nichts). Mit seiner Pipifaxerei kann der Jammerlappen keinen Blumentopf gewinnen, noch weniger seine enttäuschte Frau. Und als sie gar den Rivalen heiratet, entführt der Kindskopf nach einem wilden Walzer die Braut. Doch bevor sie sich näher kommen, kommt der misstrauische Ehemann.

Zwei Jahre später treffen sich ganz zufällig Eva und Olli, die mit ihrem Nachwuchs spielen, und Adam samt neuer Partnerin. Neben dem freundlichen Hallo knistert es und Kenner ahnen: Love is in the air. Liebesstrategen sollten sich in diesem rasanten Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel mit Herz-Schmerz-Faktor wiedererkennen.

Adam & Eva

Die Liebe mit all ihren Irrungen und Wirrungen hat Paul Harather in seiner neuen Kinoarbeit im Visier. Der gebürtige Österreicher, dem 1993 mit der Adaption von Josef Haders und Alfred Dorfers kabarettistischem Meisterstück "Indien" der große Wurf gelang, spielt in "Adam & Eva" geschickt mit unkonventionellen Erzählstrukturen und wagt witzige Exkurse in andere Genres. Die Story der Beziehungskomödie hat indes wenig Originelles zu bieten. Bleibt also abzuwarten, ob der Film vom Ruhm seiner charmanten Hauptdarstellerin - Marie Bäumer nach "Der Schuh des Manitu" und ihrem Kurzauftritt in Wim Wenders' Musik-Doku "Viel passiert - Der BAP-Film" - erstmals wieder auf der Leinwand - profitieren kann.

Bei "Adam & Eva" zäumt Harather, dessen letzte Leinwandarbeiten "Weihnachtsfieber" und "Die Gottesanbeterin" kaum Zuspruch beim Publikum fanden, das Pferd von hinten auf, sprich, er beginnt mit einem typischen Filmende: Ein mutiger Feuerwehrmann rettet eine wunderschöne Frau aus einem brennenden Haus. Kuss, Happy End, Abspann. Aus. Dann erst setzt die Geschichte ein. Vier Jahre später sitzen der einstige Retter Adam (Simon Schwarz) und seine Holde Eva (Bäumer) am Frühstückstisch und haben sich nichts mehr zu sagen. Leben kommt erst wieder in die festgefahrene Zweierbeziehung, als Adam sich mit Betty (betörend: Anna Bertheau, die Heldin aus Connie Walthers "Wie Feuer und Flamme"), dem drallen Kindermädchen seines Bruders, vergnügt, und Eva von ihrem einstigen Sandkastenfreund Olli (Pierre Besson) nach allen Regeln der Liebeskunst umgarnt wird. Fazit: Die beiden trennen sich, beginnen ein Leben ohne den anderen, merken aber bald, dass sie nicht voneinander lassen können. Als Eva längst Olli geheiratet und Adam sich mit seiner ewigen, platonischen Freundin Charlie (Theresa Berlage) zusammen getan hat, dreht das Ex-Traumpaar plötzlich den Spieß um und beginnt ein Verhältnis miteinander...

Paul Harather ist ein Kinobesessener. Das spürt man ganz deutlich bei der Umsetzung des Drehbuchs von Ivo Schneider, dessen Skript auf dem gleichnamigen schwedischen Film von Mans Herngren und Hannes Holm aus dem Jahre 1997 basiert. Ob (leider zu kurz geratene) Hommagen an den Stummfilm, herrlich komische Werbespot-Persiflagen oder Szenen-Wiederholungen aus anderen Blickwinkeln wie man sie aus Tom Tykwers "Lola rennt" und Kurosawas "Rashomon" her kennt - der österreichische Filmemacher versteht es, formal zu überraschen und zu amüsieren. Ein weiteres, perfekt inszeniertes Highlight: die Weihnachtsfeier bei Evas Eltern. Adam hat mit Betty im Nebenraum heimlich Telefonsex und merkt dabei nicht, dass das Babyfon angeschaltet ist und die ganze Familie mithört.

Leider viel zu klischeebeladen allerdings die Figuren, nicht immer lebensnah die Dialoge und deshalb oftmals wenig nachvollziehbar die Aktionen und Reaktionen der handelnden Personen. Die mühen sich redlich über so manche Stolperstelle im Drehbuch-Gestrüpp, wobei Simon Schwarz - bekannt aus den Ruzowitzky-Filmen "Die Siebtelbauern" und "Anatomie" - und Anna Bertheau noch am besten zurecht kommen. Dennoch besitzt "Adam & Eva" genügend Witz, Charme und Esprit, um mit vergleichbaren internationalen Produktionen Schritt zu halten. Ein Achtungserfolg für die Box! Film- und Fernsehproduktion, deren erste Kinoprojekt "Frau2 sucht HappyEnd" zu Unrecht floppte, ist also möglich. lasso.

Darsteller:  Simon Schwarz   als Adam
  Marie Bäumer   als Eva
  Pierre Besson   als Olli
  Theresa Berlage   als Charly
  Martin Brambach   als Erik
  Anna Bertheau   als Betty
  Alana Bock   als Karin
  Hans-Peter Korff   als Evas Vater
  Kurt Glockzin   als Sebastian
  Harald Burmeister   als Vater 1
  Peter Jordan   als Vater 2
  Bernd Moss   als Makler
  Victoria Trauttmansdorff   als Ärztin
  Jessica Kosmalla   als Pastorin
  Wolf-Dietrich Sprenger   als Richter
  Nina Tenge   als Odile
  Christian Glockzin   als Johannes
  Ingrit Dohse   als Tante Meike
  Leo Mosley   als Nicky
 
Regie:  Paul Harather  
Buch:  Ivo Schneider  
Musik:  Ulrich Sinn  
Kamera:  Carl-Friedrich Koschnick  
Produzent:  Andreas Eicher  
  Philipp Homberg  
 

Adam & Eva in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Simon Schwarz

Simon Schwarz, rotblond und blauäugig, schaffte 1998 in dem österreichischen Bauerndrama "Die Siebtelbauern" von Stefan Ruzowitzky den...

 

Star

Marie Bäumer

Als wilde Schöne brachte sie die "Männerpension" durcheinander, ritt als heiße Barsängerin Uschi in "Der Schuh des Manitu" flott über die...