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Adaption

"Being Charlie Kaufman" - irrwitzige Satire von und über Drehbuchautor Charlie Kaufman und das Ergebnis seiner Bemühungen, einen unverfilmbaren Roman für die Leinwand zu adaptieren.


Adaption

Kaufvideo

Erhältlich seit:
09.12.2003

Originaltitel: Adaptation

Komödie/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12

Nicolas Cage
Meryl Streep
Chris Cooper

Regie: Spike Jonze
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Das Vergnügen geht weiter: Die Kreativköpfe von "Being John Malkovich" begeistern mit einer weiteren schrägen Komödie über einen brillanten Autor und seine Anpassungsprobleme in Hollywood.

Nicolas Cage <br />doppelt komisch

Nicolas Cage <br />doppelt komisch

Der Kaufman von Hollywood heißt Charlie und schreibt die originellsten, skurrilsten Drehbücher der Metropole ("Being John Malkovich"). Über der Adaption von "The Orchid Thief", Susan Orleans Bestseller über einen besessenen Orchideenfan, zerbrach er sich jedoch vergeblich seinen Kopf und schrieb ein Drehbuch über seine Qualen. Ein außergewöhnliches natürlich, das "Malkovich"-Regisseur Spike Jonze nun mit einer Starbesetzung verfilmt hat.

In einer Doppelrolle leidet Nicolas Cage als schüchterner Autor, lebt aber locker als Charlies schlichterer, aber glücklicherer Zwillingsbruder Donald. Jonzes schrullige, einzigartige Komödie zappt durch verschiedene Zeitebenen und beobachtet, wie sich Charlie danach sehnt cooler, Donald sich wünscht intelligenter und Orlean davon träumt, leidenschaftlicher zu sein.

Die Geschichte der Brüder wird dabei virtuos eingebunden in die Schreibblockade eines Autors und die Entdeckungsreise einer Schriftstellerin (Meryl Streep), die in dem Helden ihres Buchs (Chris Cooper) Liebe, Zärtlichkeit und andere Drogen findet. Am Ende ist Hollywood satirisch durchleuchtet, Lovestory mit Komödie und Drama harmonisch verschmolzen und das Duo Streep und Cooper belohnt. Mit je einem Golden Globe.

Adaption

Schräg, schräger - Charlie Kaufman. Der Autor von "Being John Malkovich" und "Human Nature" übertrifft sich selbst in jeder Hinsicht mit seiner zweiten Zusammenarbeit mit Regisseur Spike Jonze. Vergnügt reflektiert er sein kompliziertes Dasein als Drehbuchautor in Hollywood, das die Grundlage für diese irrwitzige und schräge Geschichte lieferte, in der Nicolas Cage, Meryl Streep und Chris Cooper keinesfalls fehlen wollten und damit die haarsträubendste Satire, die Hollywood je gesehen hat, zu Jonzs und Kaufmans nicht nur bislang bester, sondern auch kommerziellster Arbeit machen könnten.

"Adaptation" beginnt nicht etwa dort, wo der Vorgänger "Being John Malkovich" endet - sondern mittendrin, an dessen Set. Noch ein Außenstehender, der die Dreharbeiten schüchtern von der Seitenlinie beobachtet, wird sich Kaufman schon bald selbst in den Mittelpunkt seiner exzentrischen Adaption des nicht-fiktionalen Bestsellers "The Orchid Thief" von Susan Orlean (Meryl Streep mit einer mitreißend uneitlen Leistung) schreiben, die nicht weniger clever und überraschend ist als "Malkovich". Und schon taucht der Zuschauer in das neurotische Innere von Charlie Kaufman, dessen größte Paranoia mit dem zwingenden Bedürfnis zusammenhängt, als guter Autor all das selbst erfahren zu müssen, was er ausdrücken will.

Mit unterhaltsamen Verweisen auf das komplizierte Dasein des screenwriting talents in Hollywood, unterzieht der Film den Schreibprozess einer humorvollen, analytischen Betrachtung. Der "richtige" Kaufman erledigt dies, indem er sich auf der Leinwand in die Zwillingsbrüder Charlie und Donald teilt (letzterer ist tatsächlich rein fiktional, dennoch mit dem Credit des Koautors bedacht). Beide werden von einem großartigen Nicolas Cage - mit dünnem Haar und Bauchansatz und seiner besten Leistung seit Jahren - gespielt. Die Brüder verhalten sich ebenso zueinander wie der Roman zur Adaption. Beide sehen zwar absolut identisch aus, könnten dennoch nicht gegensätzlicher sein: Während Charlie verdrießlich, depressiv, introvertiert, asozial, ein übertriebener Reinheitsfanatiker in Bezug auf seine Arbeit ist und in Gegenwart schöner Frauen sofort in Schweiß ausbricht, ist Donald sachlich, ein Partyhengst, auf selbstzufriedene Weise oberflächlich, glücklich verliebt und richtet sich ganz pragmatisch danach, seine Arbeit so kommerziell wie möglich zu gestalten. Die Extreme entfalten sich besonders in dem Moment, in dem Donald in Charlies auffallend undekoriertes Hollywood-Domizil hereinbricht, um den Bruder mit seinen Ratschlägen und seinem vor Klischees strotzenden Drehbuch über einen Serienkiller mit multipler Persönlichkeit (!) in den Wahnsinn zu treiben.

Doch besteht kaum Veranlassung für Charlie, sich seinem kommerziellen Alter Ego überlegen zu fühlen, wo er selbst mit seiner eigenen Arbeit überhaupt nicht vorankommen will und an einer quälenden "kreativen und emotionalen Verstopfung" leidet. Von einer "Malkovich"-liebenden Studio-Executive (Tilda Swinton) ausgewählt, findet Charlie einfach keinen Zugang zu dem esoterischen Roman über Blumen. Sein sowieso pathetisches Dasein stürzt er schließlich in ein höchst bizarres Abenteuer, als er beschließt, dass der einzige Weg zur Überwindung seiner Schreibblockade darin liegt, sich - wie es auch Orlean getan hat - in den Mittelpunkt der Geschichte zu erfinden. So verknoten sich von nun an Kaufmans, Orleans und das Leben des Orchideen-Wilderers John Laroche (ein nicht nur wegen seiner fehlenden Reihe Vorderzähne herausragender Chris Cooper) auf ungeahnte und merkwürdigste Art und Weise, und die Erzählung veranstaltet haarsträubende und akrobatische Bocksprünge vorwärts wie rückwärts. Als sich auch noch Donald in Charlies Bewusstsein drängt, folgt sein Leben ganz genau den Hollywood-Konventionen, die er doch so verachtet, um schließlich auch noch in einem bizarren explosiven Action-Showdown zu enden.

Nicht weniger absurd mag die Tatsache erscheinen, dass der überlebende Kaufman auch in der Realität um die Adaption des vollkommen unverfilmbaren Bestsellers "The Orchid Thief" gebeten wurde. Auf dieser Grundlage hat Kaufman einen unbefangenen und vergnügten Film geschrieben, der keinen weiteren Anspruch haben mag, als seinen eigenen Leidensprozess zu schildern. Wie bereits mit "Being John Malkovich" bewiesen, versteht es Regisseur Spike Jonze glänzend, Kaufmans clevere Gedankensprünge ebenso und visuell bestechend umzusetzen. Jonze trotzt dem verwirrenden Skript und ist in der bewundernswerten Lage, dessen Schlüsselinformationen auf einleuchtende Art und Weise zu vermitteln und eine ganz erstaunliche und logische Selbstverständlichkeit für all die Absurditäten zu finden, die Wunderkind Kaufman dem Zuschauer auch mit diesem Buch nach Lust und Laune auftischt. cm.

Darsteller:  Nicolas Cage   als Charlie Kaufman / Donald Kaufman
  Meryl Streep   als Susan Orlean
  Chris Cooper   als John Laroche
  Tilda Swinton   als Valerie
  Cara Seymour   als Amelia
  Maggie Gyllenhaal   als Caroline
  Brian Cox   als Robert McKee
  Judy Greer   als Alice
  Ron Livingston   als Marty
  Jay Tavare   als Matthew Osceola
  Stephen Tobolowsky   als Ranger Steve Neely
  Peter Jason   als Verteidiger
  Curtis Hanson   als Susans Ehemann
  Rheagan Wallace   als Kim Canetti
  Jane Adams   als Margaret
  Agnes NaDene Baddoo   als Agnes Baddoo
  Jim Beaver   als Ranger Tony
  Brigitte Bogle   als Susan als Teenager
  Caron Colvett   als Laroches Frau
  Lynn Court   als Laroches Vater
  John Cusack   als John Cusack
  Roger Fanter   als Onkel Jim
  Gary Farmer   als Buster Baxley
  Paul Fortune   als Paul Fortune
  Sandra Lee Gimpel   als Laroches Mutter
  Gregory Itzin   als Ankläger
 
Regie:  Spike Jonze  
Buch:  Charlie Kaufman  
  Donald Kaufman  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Lance Acord  
Produzent:  Edward Saxon  
  Vincent Landay  
  Jonathan Demme  

Die Oscar-Nominierungen

Am 23. März ist es soweit: Die Oscars 2003 werden verliehen. Das Musical-Spektakel "Chicago" geht mit 13 Nominierungen als Favorit ins Rennen, Martin Scorseses Epos "Gangs of New York" hat 10 Chancen auf einen Goldjungen.

Gleich 13 mal nominiert: Das furiose Musical "Chicago"

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Grund zur Freude aus deutscher Sicht: "Nirgendwo in Afrika" erhielt eine Nominierung als Bester Fremdsprachiger Film, "Das Rad" von Heidi Wittlinger und Chris Stenner geht als Kandidat für den Besten Animierten Kurzfilm ins Rennen.

Hier die Nominierungen in den wichtigsten Kategorien:

Bester Film

Bester Hauptdarsteller

Beste Hauptdarstellerin Bester Nebendarsteller Beste Nebendarstellerin Beste Regie Bester fremdsprachiger Film

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