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Kaufvideo
Erhältlich seit:
15.04.2005
Deutschland 2004
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 16
Martin Weiß
Moritz Bleibtreu
Herbert Knaup
Regie: Oskar Roehler
Warner Home Video Germany

Fassbinder meets Vinterberg, gemeinsam feiern sie ein Fest in Oskar Roehlers Familiengeschichte der bösen Art mit einem hochkarätigen Schauspiel-Ensemble. Am Beispiel dreier Brüder auf dem Weg zum Glück versucht der extreme Regisseur eine Zustandsbeschreibung dieser Republik, in der so ziemlich alles bröselt und bröckelt. Wenn ironisch "Happy Together" bei der letzten Szene erklingt und die Situation harmonischen Beisammenseins konterkariert, ahnt man die Flüchtigkeit familiären Friedens.
In jeder Familie ist für Roehler "der Wurm drin". Erste feine Ansätze zeigten sich in "Die Unberührbare", das filmische Porträt von Gisela Elsner, einer der bekanntesten Schriftstellerinnen der 60er Jahre und Roehlers Mutter. Jetzt geht er in die Vollen, zerschlägt mit Verve, was noch irgendwie einen Eindruck von heiler Welt macht, auch wenn sich am Ende einige Stücke wieder zusammensetzen. Drei Brüder, drei Schicksale, drei vermurkste Kindheiten. Werner ist Grünen-Politiker und eifernder Verfechter des europäischen Dosenpfandes, er scheint im Erfolg zu schwimmen - eine attraktive Frau, zwei Kinder, Fahrer, Hund und schicke Villa. Alles Makulatur, hinter der Fassade tobt der leise und das Ego verletzende Ehekrieg. Hans-Jörg ist ein bindungsloser Loser, der eine Selbsthilfegruppe für Sexsüchtige besucht. Der Hilfsbibliothekar hält sich am Flachmann fest, glotzt knapp bekleideten Studentinnen hinterher und lugt durch ein Loch in der Damentoilette, während er sich befriedigt. Dabei braucht der arme Tropf nur eine Frau, die ihn in den Arm nimmt. Der dritte Spross ist Agnes, eine Tänzerin, die vor ihrer Geschlechtsumwandlung Frau und Kind hatte, eine tragische Figur in der Zwischenwelt von Nacht und Morgengrauen (sensibel und fragil gespielt von Martin Weiss). Bei der Fahrt zum Vater kommt es zum Eklat, wenn Hans-Jörg Missbrauchsanschuldigungen aus der Vergangenheit heraufbeschwört und das Auto verlässt, während die zwei anderen bei der Visite auf Harmonie machen. Aber nach knapp zwei Kinostunden voller seelischer Entblößung, Beziehungstheater, sexuellen Obsessionen, Krankheit, Tod und Mord ist jegliche Illusion begraben. Roehler erspart irritierende Schocks wie in "Der alte Affe Angst", sein Film wird dadurch nicht gefälliger, sondern eher bewegender. Er ließ sich locker von realen Personen inspirieren, die in einer zugespitzten Wirklichkeit ihre seelischen Wunden lecken - Verzweifelte, denen das Leben zwischen den Händen entgleitet, die bei der Suche nach Liebe und Anerkennung straucheln und dennoch der Sehnsucht danach Raum geben. Trotz thematischer Fallstricke begibt sich Roehler nicht in die Abgründe deutscher Schwermut, sondern verpackt die krude Mischung aus Melodram, Parodie, Satire und Realismus in eine fast graziöse Leichtigkeit, hält den Zuschauer durch beißende Situationskomik bei Laune - vor allem in den Szenen einer Ehe zwischen einer herrlich zickigen Katja Riemann und einem proletenhaft polternden Herbert Knaup oder wenn ein leicht öliger Moritz Bleibtreu seinem Trieb folgt. Nach dem erlösenden Lachen kommt der nächste Hieb. Keine leichte Kost, aber ein leichterer Zugang als bisher zum wüsten Roehler-Universum. mk.
| Darsteller: | Martin Weiß | als Agnes | |
|---|---|---|---|
| Moritz Bleibtreu | als Hans-Jörg | ||
| Herbert Knaup | als Werner | ||
| Katja Riemann | als Signe | ||
| Tom Schilling | als Ralf | ||
| Suzan Anbeh | als Desiree | ||
| Vadim Glowna | als Günther | ||
| Margit Carstensen | als Roxy | ||
| Lee Daniels | als Henry | ||
| Marie Zielcke | als Nadine | ||
| Oliver Korittke | als Rudi | ||
| Martin Semmelrogge | als Manni Moneto | ||
| Martin Feifel | als Hannes | ||
| Sven Martinek | als Jürgen | ||
| Til Schweiger | als Freund in Bibliothek | ||
| Regie: | Oskar Roehler | ||
| Buch: | Oskar Roehler | ||
| Musik: | Martin Todsharow | ||
| Kamera: | Carl-Friedrich Koschnick | ||
| Produzent: | Stefan Arndt | ||
Agnes und seine Brüder in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Interviews, Outtakes, Entfallene Szenen, Making of
Star
Moritz Bleibtreu
Sein komischer cooler Killer Abdul aus "Knockin' on Heaven's Door" ging mit dem Satz "Soll isch dir dein Hirn pusten?" ebenso in die...
Star
Herbert Knaup
Zur imposanten Erscheinung passen die imposanten Rollen des hoch gewachsenen schlanken Mimen, der allein durch sein Auftreten Autorität...
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