Eine schwarze Paranoia-Komödie mit leichtem David-Lynch-Touch über das Sicherheitsdenken und den Schutzsystemtraum vom kleinen Glück im Eigenheim: das ist die beste Voraussetzung für den Debütfilm von Evan Dunsky, der im Panorama der Berlinale begeistert aufgenommen wurde. Der Film basiert zwar auf dem vor sechs Jahre entstandenen Theaterstück von Keith Reddin, vermeidet aber die Gefahren einer Bühnenverfilmung durch geschickt gewählte Locations und den Einbezug von Außenräumen und bietet als unabhängige Produktion, die von Columbia TriStar in den Weltvertrieb genommen wurde, den Schauspielern alle Möglichkeiten, sich zu profilieren.
Die titelgebende Kriegszeit meint jene Einbrüche und Serien von Diebstählen in den eigenen vier Wänden, die die Bürger dazu bringen, Warn- und Sicherheitssysteme in ihre Häuser einbauen zu lassen. König der Eigenheim-Alarmanlagen-Firmen in L.A. ist der von Stanley Tucci (aus der Restaurant-Ballade "Big Night") virtuos, süffig und gekonnt hinterhältig gespielte Heinrich Grigoris, der zu Beginn dem neuen Angestellten Tommy Huddler (David Arquette superb in einer traumhaften Mischung aus All-American-Boy und nervösem Handelsvertreter) die Geschäftspraktiken erläutert, übersteuerte Anlagen günstig an den Mann/die Frau zu bringen, indem man gezielt auf die täglichen Ängste der Kleinbürger setzt.
Tommy wird in der Folge Hauptperson, gewinnt eine rassige Künstler-Geliebte (Spielberg-Gattin Kate Capshaw als Mutterersatz für den ödipalen Tommy) mit erwachsenem Sohn, verliert beide durch einen Raubmord und entdeckt die schmutzigen Seiten seines Chefs, die ihn ins moralische Dilemma treiben. Diesem Prozeß sowie einigen ausgesucht schwarzhumorigen Situationen (Tuccis Einbruch in die Rentnervilla) zu folgen, die die dunklen Seiten des amerikanischen Traums von Business und Erfolg konterkarieren, macht das Vergnügen an der gelungenen Schauspieler-Komödie aus, die in mittleren Sälen für entsprechend eingestimmte Zuschauer attraktiv sein dürfte. ger.