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Alexander

Oliver Stones intime Monumentalbiografie mit Colin Farell als legendärer makedonischer Eroberer, Entdecker und Träumer.


Alexander

Leihvideo

Erhältlich seit:
12.05.2005

Historienfilm/ Abenteuer

Großbritannien/Deutschland/Niederlande/Frankreich 2004
Laufzeit: 169 Min.
FSK: ab 12

Colin Farrell
Angelina Jolie
Val Kilmer

Regie: Oliver Stone
Highlight Communications (Deutschland)

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Starregisseur Oliver Stone erweckt mit Alexander eine der bedeutendsten Figuren der Weltgeschichte zum Leben - in einem Film der Superlative.

Ein Herrscher, der mehr sucht als Mord und Totschlag (Foto: Constantin) Großansicht

Ein Herrscher, der mehr sucht als Mord und Totschlag (Foto: Constantin)

Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind: Viele Regisseure wollten schon das Leben Alexanders des Großen verfilmen, ob Mel Gibson oder Baz Luhrmann. Aber streng genommen kam nur einer dafür in Frage: Mit "Geboren am 4. Juli" hat Oliver Stone das Vietnam-Trauma Amerikas beleuchtet, mit "JFK" den Moloch Politik.

Jetzt zeigt er in "Alexander" einen der größten Krieger aller Zeiten, der zugleich ein politischer Visionär war. Und sein Film wird den Dimensionen seines Helden, der vor knapp 2300 Jahren den Großteil der bekannten Welt eroberte, in jeder Hinsicht gerecht.

Ein dramatischer Wendepunkt im Leben des Herrschers: die Schlacht gegen den indischen König (Foto: Constantin) Großansicht

Ein dramatischer Wendepunkt im Leben des Herrschers: die Schlacht gegen den indischen König (Foto: Constantin)

Herr der Schlachten

Der dreifache Oscarpreisträger schuf ein Epos von einer Wucht, als wollte er alle Historienfilme Hollywoods von "Ben Hur" bis "Gladiator" in den Schatten stellen. Noch nie waren auf der Leinwand derart intensive Schlachtszenen zu sehen, bestenfalls in "Braveheart".

Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Stone weitgehend auf digitale Tricks verzichtete. Wenn etwa bewaffnete Krieger in atemberaubenden Szenen gegen ein Heer aus Elefanten anreiten, dann ist das das Ergebnis einer brillanten Regie und einzigartiger Stunts, einer perfekten Schlachten-Choreografie.

Vom Vorbild zum Versager: Vater Philipp (Foto: Constantin) Großansicht

Vom Vorbild zum Versager: Vater Philipp (Foto: Constantin)

Keine Schwäche zeigen

Die unbändige Dynamik, die Stones gesamtes Werk auszeichnet, treibt den Film "Alexander" von einem Höhepunkt zum nächsten. Dabei geht es aber nicht um oberflächliche Actioneffekte. Das Epos führt auch die psychologischen Widersprüche seiner Figur vor, ohne jede Beschönigung.

Der erfolgreiche Stratege und Weltenlenker ist hin- und hergerissen zwischen Abscheu und Bewunderung für seine Mutter, er bekämpft die eigene Angst vor Schwäche, er liebt Männer und Frauen gleichermaßen und findet doch niemals Erfüllung. Denn auch wenn Alexander als großer Krieger und Eroberer in die Geschichte eingegangen ist, so hatte er doch das Herz eines Forschers.

Zum Erfolg braucht es eine perfekte Strategie: Alexander instruiert seine Generäle (Foto: Constantin) Großansicht

Zum Erfolg braucht es eine perfekte Strategie: Alexander instruiert seine Generäle (Foto: Constantin)

Unersättliches Verlangen

Er war ein ewig Suchender, der, getrieben von Unruhe, Neugier und Verlangen, sein Ziel nie wirklich erreichte. Die Leidenschaft, die in ihm brannte, ließ ihn nach jeder Eroberung die nächste Herausforderung suchen: Ein unstillbares Verlangen.

Dass dieser Alexander so real wird, liegt nicht zuletzt an Hauptdarsteller Colin Farrell. Der irische Nachwuchsstar ("Minority Report") spielt mit einer Verausgabung, als wäre es die Rolle seines Lebens. Das heißt, es ist die Rolle seines Lebens.

Die starke Über-Mutter: Olympias zieht die Fäden (Foto: Constantin) Großansicht

Die starke Über-Mutter: Olympias zieht die Fäden (Foto: Constantin)

Zurück in die Vergangenheit

Regisseur Stone stellt ihm dafür eine Reihe exzellenter Kollegen zur Seite, von Angelina Jolie und Val Kilmer als seine Eltern über den großartigen Anthony Hopkins als geistigen Führer Ptolemäus bis zu den Jungstars Jared Leto als Freund Hephaistion und die wunderschöne Rosario Dawson als Alexanders erste Frau, die persische Prinzessin Roxane.

Dieses grandiose Epos versetzt Stone in Landschaften und Bauten, die eine Jahrtausende alte Epoche mit überwältigender Detailtreue heraufbeschwören. Auf diese Weise verwirklichte er sich nicht nur einen eigenen Kinotraum, er schuf auch einen der außergewöhnlichsten Filme dieses Jahres. Was Alexander für die Welt-, ist Stone für die Filmgeschichte ...

Alexander

"Sein Fehlschlag steht weit über den größten Erfolgen vieler anderer!" Pharaoh Ptolemaios' Alexander-Fazit mag vielleicht auch für Oliver Stone gelten, der das Unmögliche wagte und dieses komplexe, abenteuerliche, Ereignis-satte Leben auf 180 Minuten zu komprimieren versuchte. Weil der gewaltige Stoff selbst Stones beachtlichem Budget schnell Grenzen aufzeigen würde, konzentriert sich der Regisseur auf das Intime vor dem Hintergrund des Monumentalen, bietet Exotik, Schauwerte, Spektakel, vor allem aber das ambitionierte Porträt eines Mannes, der gebildet und grausam, Kulturmensch und Barbar war und viele Widersprüchlichkeiten mehr faszinierend in sich vereinte. Damit ist "Alexander" ein erwachsener Eventfilm, der im Weihnachtsmarkt den Kinozirkus durchaus bedient, ihm aber gleichzeitig die Stirn bietet.

Oliver Stone hat nicht David Leans Subtilität oder den Luxus von "Lawrence", an dem ein Jahr gedreht wurde, dafür aber Leidenschaft und Mut zur Kontroverse. In "Platoon" zeigt er die Notwendigkeit von Killer und Gewissen fürs Überleben, in "Alexander" mehr den Menschen als den Feldherrn und das Ideal einer reinen Liebe, die an eine Person, nicht an ein Geschlecht gebunden ist. Alexanders Verhältnis zum Jugendfreund Hephaistion (Jared Leto) spiegelt das von Achilles/Patroclus, doch Stone thematisiert, was "Troja" nicht wagte - eine Beziehung von Urvertrauen, die eben auch sexuell war. Die Gewichtung ist von elementarer Bedeutung für das Verständnis von Alexander, der in einem vergifteten Klima des Misstrauens groß wurde. 40 Jahre nach seinem Tod setzt der Film ein.

Vor der traumhaften Kulisse Alexandrias diktiert Ptolemaios seine Erinnerungen, bleibt als Erzähler präsent im Film, schließt Informations- und Zeitlücken, gibt Einblicke in die Titelfigur und in die historische Entwicklung vor und nach ihm. Ein Rückblick führt in Alexanders Jugend, in der er aufgerieben wird zwischen seiner kultivierten, aber paranoiden Mutter (Angelina Jolie), die in ihm einen neuen Achilles, einen Gott sieht, und seinem wilden, übermächtigen Vater (Val Kilmer), um dessen Anerkennung er kämpfen muss. Das Motiv der Verschmelzung, von Barbar und Kulturmensch, sichtbar bei Alexander, seinen Eltern, aber auch im Verhältnis Griechen und Makedonen, zieht sich durch den ganzen Film, besonders in Alexanders Traum, die Kulturen des eroberten Ostens mit dem Westen zu vereinen. Der Rassismus, den hier mit Ausnahme Alexanders Figuren aus jedem Kulturkreis zeigen, wird in einer Brücke zur Moderne deutlich herausgefiltert. Auch Alexanders Entdeckerlust, seine Sehnsucht, die Grenzen der bewohnten Welt zu erreichen, spricht der Film in Bildern an, während seine Grausamkeit, die Vernichtung etwa von Theben und Persepolis, im Dialog versteckt wird. Stone weiß, was er Zuschauern zumuten darf, ohne die Sympathien zu verlieren. Natürlich muss der Film vieles verkürzen, gibt es keine Bilder vom Zug in die ägyptische Oase Siwah oder der Massenhochzeit von Susa, ist Beschränkung auch in den unzähligen Gefechten Alexanders unumgänglich.

Nach etwa 45 Minuten orchestriert Stone mit der Schlacht von Gaugamela, in der Alexander die persische Übermacht besiegt, den ersten von zwei Actionevents - ein digitales Spektakel, das Chaos und Konfusion stiftet und damit spiegelt, wie der persische Großkönig und die meisten Krieger auf beiden Seiten wohl die Schlacht erlebt haben müssen. Zwar wird so die mitreißende Dynamik der Ringschlachten nicht erreicht, aber mit ungewöhnlichen Perspektiven, Strategieeinblicken und Kampfgetümmel doch der Fanblock zufriedengestellt. Noch packender als diese Sequenz ist die Waldschlacht in Indien, in der sich die Makedonen mit Kriegselefanten schlagen müssen und Alexanders Charisma als Feldherr sichtbar wird.

Visuell ist Stones Film im Unterschied zu Vangelis' Soundtrack oft ein Genuss, ganz besonders in Babylon, das so traumhaft und verführerisch wirkt, wie es auch Alexander empfunden haben muss. Schauspielerisch überzeugt im Grunde das ganze Ensemble, haben Angelina Jolie, ganz besonders aber Colin Farrell in der Titelrolle große Momente. Am Ende, nach knapp drei Stunden, hat man vieles, wenn auch längst nicht alles aus diesem großen Leben gesehen, aber die Triebfedern dieser Persönlichkeit verstanden. Und das ist für "Alexander", der nie eine Schlacht verlor, ein Sieg. kob.

Darsteller:  Colin Farrell   als Alexander
  Angelina Jolie   als Olympias
  Val Kilmer   als Philipp
  Sir Anthony Hopkins   als Ptolemaios (alt)
  Rosario Dawson   als Roxane
  Jared Leto   als Hephaistion
  Christopher Plummer   als Aristoteles
  Erol Sander   als Prinz Pharnakes
  Elliot Cowan   als Ptolemaios
  Joseph Morgan   als Philotas
  Jonathan Rhys Meyers   als Cassander
 
Regie:  Oliver Stone  
Buch:  Oliver Stone  
  Christopher Kyle  
  Laeta Kalogridis  
Musik:  Vangelis  
Kamera:  Rodrigo Prieto  
Produzent:  Thomas Schühly  
  Jon Kilik  
  Iain Smith  
  Moritz Borman  

Zwei Versionen von "Alexander"

Highlight veröffentlicht das Historien-Epos von Oliver Stone am 25. Mai als Einzel- und als Doppel-DVD.

Historisches Epos mit Staraufgebot: "Alexander" (Foto: Constantin) Großansicht

Historisches Epos mit Staraufgebot: "Alexander" (Foto: Constantin)


Highlight fährt zum DVD-Kaufstart von "Alexander" am 25. Mai zweigleisig. Neben einer Einzel-DVD erscheint auch eine Premium Edition als Doppel-DVD.

Diese enthält neben dem fast dreistündigen Spielfilm inklusive Audiokommentar von Oliver Stone zahlreiches Bonusmaterial auf der zweiten DVD. Darunter sind diverse Featurettes und Interviews sowie das Special "Fight Against Time: Oliver Stone's Alexander".

Der Verleih erhält zwei Wochen Vorlauf. Hier startet "Alexander" am 12. Mai.

 

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