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Ali

Faszinierendes Boxer-Biopic über die zehn ereignisreichsten Jahre im Leben der Sportlegende Muhammad Ali.


Ali

Leihvideo

Erhältlich seit:
13.02.2003

Drama

USA 2001
Laufzeit: 151 Min.
FSK: ab 12

Will Smith
Jamie Foxx
Jon Voight

Regie: Michael Mann
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Michal Mann gelingt ein Meilenstein in Sachen Boxfilm, den Will Smith als Titelheld knallhart und abgeklärt über die Runden bringt.

Ali hat den Weltmeistertitel errungen Großansicht

Ali hat den Weltmeistertitel errungen

Als "Miami Vice"-Erfinder verpasste er den Cop-Shows Mitte der 80er-Jahre einen neuen Look. Sein Markenzeichen: unbeschrittene Wege einschlagen. Seine Passion: Spielfilme der unüblichen Art. Die Rede ist von Michael Mann, der sich denn auch als genau der Richtige erwies, ein (Leinwand-)Porträt der schillerndsten Sportler-Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts zu realisieren.

Seine Helden sind gerne Einzelgänger, die gegen innere und äußere Dämonen zu kämpfen haben. Der Cop De Niro und der Gangster Pacino in "Heat", der "Insider" Russell Crowe, der "Der Einzelgänger" James Caan - oder eben der legendäre Faustkämpfer Muhammad Ali, geboren als Cassius Clay.

Für Ali, wie für seine oben genannten "Kollegen", sind äußere Gegner leicht zu besiegen, der innere Schweinehund aber nicht. Private Probleme mit Frauen, Freunden und Freundinnen setzen dem Champ am meisten zu. Die charismatische Sportlegende war ein formidabler Boxer, ein schlitzohriger "Politiker" und ein begnadeter Redner.

Auf der Suche nach seinen Wurzeln besucht Ali Afrika Großansicht

Auf der Suche nach seinen Wurzeln besucht Ali Afrika

Von allen Seiten wird das Idol für Publicity-Zwecke ausgebeutet, behält dabei jedoch selbst zumeist einen klaren Kopf. Den Kriegsdienst in Vietnam verweigert Ali - "no Vietcong ever called me nigger!" - und zieht sich so den Zorn des weißen Establishments zu. Die Folge: ein Boxverbot am Höhepunkt seiner Karriere...

Rasante Zeitsprünge und Information im Sekundentakt charakterisieren Michael Manns formidables Werk. Wie Ali scheint der Regisseur den Boden kaum zu berühren.
So schließt man zwischen den Kämpfen kurz Bekanntschaft mit Alis "Familie", der freidenkenden Ehefrau Sonji (Jada Pinkett Smith), dem legendären Box-Reporter Howard Cosell (brillant: Jon Voight) und seinem Trainer Angelo Dundee (Ron Silver). Mit dem lebenslangen jüdischen Kumpel und Cornerman Drew "Bundini" Brown (Jamie Foxx), dem notorischen Box-Promoter Don King (Mykelti Williamson) und den Polit-Legenden Malcolm X (Mario Van Peebles) und Martin Luther King (LeVar Burton).

Alis Anker-Punch ist kein noch so taffer Gegner gewachsen Großansicht

Alis Anker-Punch ist kein noch so taffer Gegner gewachsen

Und dann ist da natürlich noch Muhammad Ali selbst, grandios gespielt von Will Smith, der für seine Rolle fünfzehn Kilo zugenommen hat. Wie DeNiro in Scorseses "Wie ein wilder Stier" geht Smith in seinem Part auf. Man spürt förmlich die Wucht seiner Schläge. Kameramann Emmanuel Lubezki, Oscar-nominiert für "Sleepy Hollow", nimmt den Zuschauer auf äußerst intensive Weise mit in den Ring. Zusammen mit Ali blickt man in das Weiße im Auge des Gegners.

Wie im Flug vergehen die knapp drei Stunden, nach denen man sich fühlt wie nach einem Zwölf-Runden-Kampf. "Ali bomayé! - Ali, töte ihn" möchte man schreien, wie die Massen, die den Popstar des Boxens 1974 in Kinshasa beim WM-Kampf gegen George Foreman anfeuerten - oder einfach nur "Muhammad Ali" sagen, was übersetzt so viel wie "des Lobes wert" bedeutet.

Ali

Muhammad Ali ist die Sportlegende schlechthin. Die ereignisreichste Dekade (1964-74) im turbulenten Leben des extravaganten Boxchampions wurde jetzt von Meisterregisseur Michael Mann ("Insider") auf Zelluloid gebannt. Er liefert einen impressionistischen Einblick in Alis facettenreiche Identität als Boxer, Moslem, Kriegsdienstverweigerer, Kulturikone, Familienvater, Freund und Frauenheld. Als Protagonist des ambitionierten Biopics fungiert ein rigoros durchtrainierter Will Smith ("MIB"), dessen oscarverdächtiges Porträt so angegossen sitzt wie die Faust im Boxhandschuh.

Mit einem superben Prolog demonstriert Mann umgehend seine beträchtliche Kompetenz, starke Bilder und passenden Sound aussagekräftig zum Einsatz zu bringen. Ein Auftritt von R&B-Sänger Sam Cooke wird mit einem fließenden Bilderstrom von Cassius Clays Training im Ring, prägenden Kindheitserinnerungen von allgegenwärtigem Rassismus, einer Rede von Malcolm X und Alis persönlichen Beziehungen gegengeschnitten. Elegant und zeitsparend wird eine Flut von Informationen vermittelt, und sofort ist der Ring frei für Alis berühmtes Titelmatch gegen Sonny Liston. Die Inszenierung eines Boxkampfes wurde selten so mitreißend und eindringlich ausgeführt wie hier: Die Wucht der Schläge, das pumpende Adrenalin, die unverhohlene Aggression, die unterschwellige Furcht und der Enthusiasmus des Publikums springen regelrecht von der Leinwand und geben dem Zuschauer - wie kein Film mehr seit Scorseses "Wie ein wilder Stier" - die Illusion, selbst im Ring zu stehen. Ali gewinnt, die Medien sind begeistert. Dank seines überschäumenden Charismas, seiner notorischen Großmäuligkeit, seiner arroganten Überheblichkeit gegenüber Opponenten, seiner Zugänglichkeit zu seinen Fans und seines schlagfertigem Witzes avanciert er zum ersten afroamerikanischen Superstar. Bald aber schockiert der Publikumsliebling mit seiner Mitteilung, zum Islam konvertiert zu sein. Mann skizziert wenig vorteilhaft die Nation-of-Islam-Elite, die Ali für ihre Publicityzwecke ausbeutet, sich jedoch während seines Karrieretiefs von ihm distanziert. Alis vorübergehender Fall wird eingeläutet von seiner Weigerung, sich für den Kriegsdienst in Vietnam einziehen zu lassen. Er wird angeklagt, verliert seine Boxlizenz und muss sein gesamtes Vermögen für Gerichtskosten aufwenden. Der letzte Teil des für 105 Mio. Dollar realisierten Epos widmet sich dem Comeback-Fight in Zaire gegen George Foreman (imponierend mit seiner schieren Körperpräsenz: Boxer Charles Sufford) und lässt den Film mit einer triumphalen Note enden.

Für seine Darstellung des Schwergewichtsweltmeisters verwandelte Smith nicht nur seinen Körper mit einer Gewichtszunahme von 15 Kilo, er studierte zudem die melodische Sprechweise des Champs und seine charakteristischen tänzelnden Bewegungsabläufe im Ring exakt ein. Mit viel Feuer in den Augen erweckt er den kontroversen Helden glaubwürdig zum Leben. Mann ist bei seiner Inszenierung weniger an der genreüblichen faktenabdeckenden Exposition gelegen, vielmehr wird Alis komplexer und oft widersprüchlicher Charakter vor allem durch seine persönlichen Bindungen definiert. Mit Mentor Malcolm X (Mario Van Peebles) verbindet ihn tiefe Freundschaft, die er jedoch auf Anweisung von Nation-of-Islam-Führer Elijah Muhammad aufgibt. Seine Religiosität führt auch zur Scheidung von seiner ersten Ehefrau, der freidenkenden Sonji (Smith' Ehefrau Jada Pinkett-Smith). Gleichzeitig toleriert Ali anders als seine Glaubensgenossen seinen katholischen, weißen Trainer Angelo Dundee (Ron Silver) und seinen jüdischen Cornerman Brown (Jamie Foxx als sehr humaner Suchtkranker). Trotz seiner strengen Gläubigkeit kann Ali auch nicht von zahlreichen außerehelichen Affären (die hier lediglich angedeutet werden) lassen. Bei der perfekt besetzten Darstellerriege brilliert Jon Voight (durch Makeup und Perücke fast nicht wieder zu erkennen) als der von Ali schwer getriezte Sportreporter Howard Cosell, der ihm dennoch auch in schlechten Zeiten die Stange hält. An vielen Originalschauplätzen mit grobkörnig-ausgewaschenen Film aufgenommen, wird ein Cinema-Verite-Look erzielt, was noch durch die sorgfältige Rekreierung der Ära unterstrichen wird. Die in der Oscar prämierten Ali-Dokumentation "When We Were Kings" eingefangene echte fiebernde Aufregung des Publikums, die Ali beim Rumble In The Jungle zum Sieg beflügelte, konnte allerdings selbst ein Kinomagier wie Mann nicht überzeugend nachstellen - daher kein Sieg durch K.O., aber doch souverän nach Punkten. ara.

Darsteller:  Will Smith   als Cassius Clay/ Muhammad Ali
  Jamie Foxx   als Drew "Bundini" Brown
  Jon Voight   als Howard Cosell
  Mario van Peebles   als Malcolm X
  Ron Silver   als Angelo Dundee
  Jeffrey Wright   als Howard Bingham
  Mykelti Williamson   als Don King
  Jada Pinkett Smith   als Sonji
  Nona Gaye   als Belinda
  Michael Michele   als Veronica Porsche
  Joe Morton   als Chancy Eskridge
  Paul Rodriguez   als Dr. Ferdie Pacheco
  Bruce McGill   als Bradley
  Barry Henley   als Herbert Muhammad
  Giancarlo Esposito   als Cassius Clay Sr.
  Laurence Mason   als Luis Sarria
  LeVar Burton   als Martin Luther King Jr.
  Albert Hall   als Elijah Muhammad
  David Cubitt   als Robert Lipsyte
  Ted Levine   als Joe Smiley
  Candy Brown Houston   als Odessa
  David Elliott   als Sam Cooke
  Shari Watson   als Sängerin
  Malick Bowens   als Joseph Mobutu
  Michael Bentt   als Sonny Liston
  James N. Toney   als Joe Frazier
  Alfred Cole   als Ernie Terrell
  Charles Shufford   als George Foreman
 
Regie:  Michael Mann  
Buch:  Stephen J. Rivele  
  Christopher Wilkinson  
  Eric Roth  
  Michael Mann  
Musik:  Lisa Gerrard  
  Pieter Bourke  
Kamera:  Emmanuel Lubezki  
Produzent:  Jon Peters  
  James Lassiter  
  Paul Ardaji  
  Michael Mann  
  A. Kitman Ho  

Will Smith ist Hollywoods Machthaber

Im letzten Jahr spielte Will Smith eine Legende - jetzt ist er selbst eine. Laut dem Forbes-Magazin ist er in Hollywood nicht nur der bestverdienende, sondern auch der wertvollste Star.

Keiner kann ihm in Hollywood in Sachen "Starfaktor" das Wasser reichen: Will Smith (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Keiner kann ihm in Hollywood in Sachen "Starfaktor" das Wasser reichen: Will Smith (Foto: Kurt Krieger)

Bei den Gebrüdern Grimm ist er grau, vierbeinig und störrisch, in Hollywood schwarz, zweibeinig und immer gut gelaunt - der Goldesel. In der Filmmetropole hat er sogar einen Namen: Will Smith. In einer neuen Bestenliste des Wirtschaftsmagazins Forbes wurde der Star aus "Hancock" zum wertvollsten Schauspieler Hollywoods gekürt. In einer Skala von eins bis zehn bekam der 40-Jährige die Höchstnote. Damit übertraf er Kollegen wie Johnny Depp, Leonardo DiCaprio, Angelina Jolie und Brad Pitt auf die Plätze, die sich den gemeinsamen zweiten Platz teilen.

Dahinter folgt Tom Hanks. George Clooney, Denzel Washington, Matt Damon und Jack Nicholson komplettieren die Top Ten. Der Wert wurde ermittelt aus verschiedenen Faktoren, wie der Fähigkeit, die Finanzierung eines Projekts zu ermöglichen, der Erfolg an der Kinokasse und die Wirkung auf unterschiedliche Zuschauerschichten. Forbes-Manager John Burman glaubt Will Rezept zu kennen: "Er kann einfach alles - vom Popfilm über 'Ali' zu 'Sieben Leben' und 'Das Streben nach Glück'. Er kann in allen Welten spielen. Ich glaube, den Leuten gefällt es einfach, ihn auf der Leinwand zu sehen."

 

Ali in der Fotoshow

 

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