
Zwei Briten türken die Autopsie eines Aliens und lösen eine internationale Hysterie aus.
Es ist wohl eine Frage der Ökonomie, dass Aliens zur Abschreckung bisher so selten die Erde als Landeplatz ansteuerten. Schließlich reichte schon ein Kapitalcrash 1947 aus, um die Menschheit 60 Jahre zu verunsichern. Wie sehr das abgestürzte UFO von Roswell, das samt E.T. nach Vertuschung der US-Regierung spurlos verschwand, auch Jahrzehnte später noch in den vergleichsweise unterentwickelten Hirnen der Erdspezies herumspukte, zeigte sich 1995. In diesem goldenen Jahr extraterrestrischer Forschung präsentierten zwei Briten der Welt den einzigen Film von der Autopsie des 1947 verendeten Aliens. Überall berichteten TV-Stationen davon, redeten sich Experten die Köpfe heiß, ob das Material authentisch sei. Wer auch 10 Jahre danach noch immer diese Diskussion führt, wird jetzt durch eine Komödie erleuchtet. Sympathisch, amüsant, aber etwas blass und ohne richtigen Biss gibt sie die Ereignisse von 1995 wieder. Die britischen TV-Promis und Moderatorenstars Declan Donnelly und Anthony McPartlin spielen die langjährigen Freunde Ray und Gary, deren Leben durch eine von Rays Eskapaden auf den Kopf gestellt wird. Auf einem US-Trip, auf dem Ray ahnungslosen Privatleuten seltene Elvis-Devotionalien abschwatzen will, entdeckt Ray einen alten Konzertfilm mit der Memphis-Legende. Dessen Besitzer, ein ehemaliger Militärkameramann, hat eine noch größere Pretiose im Angebot: Die letzte Kopie der in Roswell durchgeführten Autopsie eines Aliens. Um sie zu bezahlen, muss sich Ray allerdings 30.000 Dollar von einem Drogenkönig (Götz Otto) leihen. Womit er ein Überlebensproblem bekommt, als auf der verstaubten Filmrolle dank chemischer Zersetzungsprozesse nichts mehr zu erkennen ist. Um seinem gefährlichen Geldgeber überhaupt etwas präsentieren zu können, stellen Ray und Gary mit Hilfe einiger kreativer Freunde, darunter ein Bestatter und ein Imbissbudenbesitzer, den Originalfilm nach. Das Ergebnis, unter anderem von gutmütigen Omis sabotiert, die während des Drehs im umgestylten Wohnzimmer Kekse ins Bild schleppten, halten alle für eine Katastrophe. Doch die Boulevardmedien denken anders und machen die Simulation zur Sensation. Trotz der Enttarnung des Schwindels durch ein Statement Rays im April 2006 blieb das Roswell-Mysterium intakt. Denn der Originalfilm, der später in Bruchstücken restauriert werden konnte, war echt. Das zumindest behaupten die geschäftstüchtigen Briten weiterhin felsenfest. kob.