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All die schönen Pferde

Adaption des packenden Spätwesternromans von Cormac McCarthy um zwei Cowboys in Mexiko.


All die schönen Pferde

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Erhältlich seit:
22.01.2002

Originaltitel: All the Pretty Horses

Drama/ Western

USA 2000
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 12

Matt Damon
Henry Thomas
Penélope Cruz

Regie: Billy Bob Thornton
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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All die schönen Pferde

Texas 1949. John Grady Cole und sein bester Freund Lacey Rawlins beschließen, angezogen vom vermeintlich süßen Cowboy-Leben, südlich des Rio Grande als Pferdezüchter ihr Glück zu versuchen. Auf dem Weg nach Mexiko begegnen sie dem jungen Ausreißer Jimmy, der in der Folge für jede Menge Ärger sorgt. Als Cole sich dann auch noch in Alejandra, die schöne Tochter eines mächtigen Ranchers, verliebt und heimlich mit ihr ein Verhältnis beginnt, drohen ihm und seinem Kumpel die Probleme über den Kopf zu wachsen...

Ein stimmiger Spät-Western nach dem Roman von Cormac McCarthy, inszeniert von Billy Bob Thornton, der gezwungen wurde, sein Werk von vier auf rund zwei Stunden zu kürzen. Dadurch ist natürlich viel von der epischen Wucht und der Vielschichtigkeit der Vorlage verloren gegangen. Geblieben sind jedoch vorzügliche Darstellerleistungen - besonders das Paar Damon/Cruz funktioniert hervorragend -, wunderbare Bilder (Kamera: Barry Markowitz) und spektakuläre Drehorte. Eine romantische Pferde-Oper für Nostalgiker und Western-Fans.

All die schönen Pferde

Mit seinem Regiedebüt "Sling Blade" konnte Schauspieler Billy Bob Thornton ("Armageddon") einen starken Eindruck hinterlassen und sogar einen Oscar für das beste Drehbuch kassieren, was bereits im Vorfeld großes Interesse für seinen Folgefilm weckte. Mit Matt Damon ("Die Legende von Bagger Vance") und der spanischen Sensation Penelope Cruz ("Alles über meine Mutter") hochkarätig besetzt, adaptierte er den dramatisch-romantischen Spätwestern-Roman von Cormac McCarthy aus dem Jahr 1992, erster Teil der Border-Trilogie (mit "Grenzgänger" und "Cities of the Plain") des Autoren. Ein vermeintlich geeigneter Stoff für Outlaw Thornton, doch die Kürzung des ursprünglich vierstündigen Films auf knappe zwei Stunden raubt dem Werk den epischen Atem und lässt den Reichtum seiner Themen bestenfalls aufblitzen.

In McCarthys Buch sind es zwei Teenager, die auf der Suche nach einer neuen Lebensperspektive vom heimatlichen Texas ins benachbarte Mexiko reiten. In der Adaption Thorntons sind die Protagonisten John Grady Cole (Damon alterniert zwischen gewinnendem Charme und ernsthafter Aufrichtigkeit) und Lacey Rawlins (Henry Thomas bleibt im Vergleich eher blass - siehe "Legenden der Leidenschaft") bereits erwachsen. Damit unterschlägt der Filmemacher den wichtigen Coming-Of-Age-Aspekt des Romans, die Vielfalt der verschiedenen Motive des Buches bleibt dennoch weitgehend erhalten, was so weit geht, dass Drehbuchautor Ted Tally ("Das Schweigen der Lämmer") ganze Dialogpassagen ad verbatim aus der Vorlage übernahm. Der Ritt der beiden Protagonisten durch pittoreske Landschaften wird mit Weitwinkelaufnahmen dokumentiert, die allerdings die Intensität der Prosa McCarthys kaum vermitteln können. Unterwegs heftet sich der abgebrühte 16-jährige Mini-Outlaw Jimmy Blevins (der überragende Lucas Black aus "Sling Blade") an ihre Fersen - eine Bekanntschaft, für die letztlich ein hoher Preis zu zahlen ist. Kurz hinter der Grenze heuern John und Lacey als Cowboys auf der Ranch eines wohlhabenden Landbesitzers an, dessen feurige Tochter Alejandra (Cruz in einer ähnlichen Rolle, die sie bereits in dem durchaus vergleichbaren "Hi-Lo Country" spielte) John mit einem einzigen Blick zum Schmelzen bringt. Ihre folgende Romanze wird in der vorliegenden Fassung allerdings in derart hastigen Strichen skizziert - zwei Ausritte, ein Tanz, ein Kuss, zwei leidenschaftliche Umarmungen im Bett -, dass sich die nötige Emotionalität kaum einstellt. Entsprechend unbeteiligt bleibt man von der Trennung der beiden Liebenden, als Alejandra von ihren Verwandten nach Mexiko City geschickt wird. Die enge Beziehung zwischen John und Lacey, die fälschlicher Weise als Pferdediebe im mexikanischen Gefängnis landen, hat da schon mehr mehr Tiefe zu bieten. Umso enttäuschender ist es, dass die weiteren Plotpunkte - Wiedersehen, Rache und Heimkehr - relativ lieblos abgehakt werden. Immer wieder blitzt auf, was "All die schönen Pferde" hätte sein können: ein episch-melancholischer Abgesang auf den Wilden Westen, eine traurige Country-Ballade voller Leidenschaft, ein Grenzritt entlang der verschwindenden Frontier. Im gegenwärtigen Zustand kann dieses Versprechen jedoch nur Teile einlösen, nicht aber die Summe. ara.

Darsteller:  Matt Damon   als John Grady Cole
  Henry Thomas   als Lacey Rawlins
  Penélope Cruz   als Alejandra
  Lucas Black   als Jimmy Blevins
  Rubén Blades   als Rocha
  Robert Patrick   als Cole
  Julio Mechoso   als Kapitän
  Miriam Colon   als Alfonsa
  Bruce Dern   als Richter
  Sam Shepard   als J.C. Franklin
 
Regie:  Billy Bob Thornton  
Buch:  Ted Tally  
Musik:  Marty Stuart  
Kamera:  Barry Markowitz  
Produzent:  Robert Salerno  
  Billy Bob Thornton  
 

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