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All or Nothing

Emotionales Sozialdrama über den trostlosen Alltag einer Familie in den Betonburgen einer Londoner Vorstadt.


ohne Abbildung

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Drama

Großbritannien/Frankreich 2002
Laufzeit: 123 Min.
FSK: ab 12

Timothy Spall
Lesley Manville
Alison Garland

Regie: Mike Leigh
Universum Film

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All or Nothing

Nach seinem kurzen Ausflug mit "Topsy-Turvy" ins Genre Kostümfilm kehrt Mike Leigh wieder zu dem zurück, was er am besten kann - die Beschreibung des Alltags der sogenannten "Kleinen Leute". "All or Nothing" heißt es für Phil Basset und seine Lebensgefährtin Penny. In den langen Jahren des Zusammenlebens hat sich die Liebe verflüchtigt, geblieben sind Aggression und Frust. Die plötzliche Krankheit des Sohnes funktioniert als Katharsis.

Eine Hochhaussiedlung wie tausend andere: heruntergekommene Häuser, Graffitti an den Wänden, trostlose Atmosphäre, auf dem Rasen kicken ein paar Jugendliche. Hier haben sich Phil und Penny mit ihren beiden ungefähr 20jährigen Kindern eingerichtet, mehr können sie sich nicht leisten. Phil arbeitet als philosophisch angehauchter Taxifahrer und fällt nicht durch Arbeitseifer auf, Penny sitzt an der Supermarkt-Kasse und schmeisst noch nebenbei den Haushalt. Der aus der Jogginghose quellende Sohn Rory hängt meistens vor dem Fernseher und stopft Junk-Food in sich hinein, wenn er nicht gerade schwächere Jungs verprügelt oder die Eltern wüst beschimpft. Sein Bewegungsradius liegt hauptsächlich zwischen Esstisch und Couch. Ganz anders dagegen seine Schwester, ein sensibles Mädchen, das im Altenheim putzt und unter seinem unförmigen Aussehen und der primitiven Anmache des älteren Kollegen leidet. Erst als Rory nach einer plötzlichen Herzattacke ins Krankenhaus kommt, rücken alle zusammen, fühlen sich als Familie. Mike Leigh knüpft mit "All or Nothing" an den Erfolg von "Lügen und Geheimnisse" an (Goldene Palme 1996), auch wenn er vielleicht nicht ganz die emotionale Intensität erreicht. Phil hat immer den schwarzen Peter - muss sich Vorwürfe anhören, weil er drei Dutzend vom Haltbarkeitsdatum abgelaufene Bürgerbrötchen anschleppt, die ihm ein Fahrgast als Trinkgeld überließ, muss Kleingeld bei Frau und Tochter zusammenbetteln, um seinem Chef die Abgaben zahlen zu können oder in stoischer Ruhe die Unhöflichkeiten der Fahrgäste ertragen. Ein Blick in sein Gesicht und man ahnt, wie tief die permanenten Demütigungen verletzen. Timothy Spall ist der ideale Verlierer, der immer einsteckt, bis er irgendwann nicht mehr kann, der nicht mehr erträgt, dass Penny ihn nicht respektiert und "wie ein Stück Scheiße" behandelt. In einem bewegenden Moment der Annäherung wissen beide, sie haben nur noch eine Chance. Im Fokus dieses schwarzhumorigen Melodrams steht eine Familie, die eigentlich keine mehr ist, das Beziehungsgeflecht zu Freunden und Nachbarn, die sich mit kleinen und großen Kümmernissen herumschlagen. Mike Leigh, der wie immer lange vorher mit seinen Schauspielern probte und das Drehbuch entwickelte, gelingt eine zutiefst menschliche Geschichte über den Verlust von Würde und ihre Wiedergewinnung. Und am Ende entlässt er uns mit einem Fünkchen Hoffnung. mk.

Darsteller:  Timothy Spall   als Phil
  Lesley Manville   als Penny
  Alison Garland   als Rachel
  James Corden   als Rory
  Ruth Sheen   als Maureen
  Marion Bailey   als Carol
  Paul Jesson   als Ron
  Sam Kelly   als Sid
  Kathryn Hunter   als Cécile
  Sally Hawkins   als Samantha
  Helen Coker   als Donna
  Daniel Mays   als Jason
  Ben Crompton   als Craig
  Robert Wilfort   als Dr. Griffith
  Gary McDonald   als Neville
  Diveen Henry   als Dinah
  Timothy Bateson   als Harold
  Edna Doré   als Martha
  Georgia Fitch   als Ange
  Tracy O'Flaherty   als Michelle
 
Regie:  Mike Leigh  
Buch:  Mike Leigh  
Musik:  Andrew Dickson  
Kamera:  Dick Pope  
Produzent:  Simon Channing Williams  
  Alain Sarde  
 

All or Nothing in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

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Timothy Spall

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