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Alles Routine

Subversive Attacke auf das kapitalistische System der Spät-Neunziger vom "Beavis and Butthead"-Macher.


Alles Routine

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Erhältlich seit:
10.04.2003

Originaltitel: Office Space

Komödie

USA 1998
Laufzeit: 86 Min.
FSK: ab 12

Ron Livingston
David Herman
Gary Cole

Regie: Mike Judge
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Alles Routine

Peter hat den langweiligsten Job der Welt: Er macht die Firmen-Computer Jahrtausend-sicher. Und auch privat hat Peter wenig Grund zur Freude, stellt er doch fest, daß seine Freundin ihn betrügt. Um sein Leid zu lindern, entschließt er sich zu einer Hypnose-Therapie. Der Doktor versetzt ihn in einen Zustand absoluter Sorglosigkeit - und erliegt plötzlich einem Herzinfarkt. Peter ist wie verwandelt: Er verführt seine heimliche Flamme Joanna, sagt seinem Boß ordentlich die Meinung und plant mit seinen beiden Kumpels einen verwegenen Coup...

Regisseur Mike Judge, Erfinder von "Beavis und Butthead", zeigt auch in seinem Spielfilm-Erstling ein Herz für sympathische Loser. Verzweifelt kämpfen seine Antihelden gegen die Widrigkeiten der Arbeitswelt an. "Office Space", so der Originaltitel, ist gleichzeitig eine amüsante Büro-Satire, eine romantische Love Story und ein spannender Krimi. Ron Livingston hat als Durchschnittsmensch mit Kämpferherz die Lacher auf seiner Seite und Jennifer Aniston gewinnt als All American Girl die Herzen der Zuschauer. Eine intelligente, bissige, streckenweise leider etwas langatmige Komödie nicht nur für Bürohengste!

Alles Routine

Millionen pubertierender Jünglinge (sowie renitenter Berufsjugendlicher) fanden in den debil daherquatschenden Dumpfbacken Beavis und Butt-Head aus der gleichnamigen MTV-Animationsserie befreiend politisch unkorrekte Identifikationsfiguren. Mike Judge, der kreative Kopf hinter diesem rüden Rabaukenduo, will nun in seinem Realfilm-Regiedebüt "Office Space" den frustierten Bürodronen dieser Erde ein satirisches Ventil liefern. Sein sketchhaftes Drehbuch basiert auf einer von ihm kreierten Comicstrip-Reihe um den lächerlichen Versagertypen Milton, dessen demütigende Demontage sich in kurzen Vignetten als roter Faden durch das Geschehen zieht.

Die amüsante System-Sabotage-Story dreht sich vornehmlich um den stinknormalen Computerprogrammierer Peter (Ron Livingston), dem sein todlangweiliger Routinejob und sein schleimig-sadistischer Boss (Gary Cole trägt vorzüglich ein beständig falsches Lächeln auf den Lippen) zum Hals raushängen. Doch als Unternehmensberater die Firma nach überflüssigen Arbeitskräften durchforsten, wird Peter ebenso wie seine befreundeten Kollegen Samir und Michael Bolton (bissige Seitenhiebe auf den gleichnamigen Balladensänger sind vorprogrammiert) von würgender Existenzangst befallen. Das ändert sich schlagartig, als Peter von seiner zickigen Freundin zu einem Hypnotherapeuten schleift, der ihn in einen Zustand unverwüstlicher Nonchalance versetzt. Bevor Peter jedoch aus seiner Trance erwacht, segnet sein Hypnotiseur das Zeitliche, womit aus dem einst duckmäuserischen Konformisten ein selbstbewußter Büroanarchist wird, der sich an keine steife Regeln oder alberne Rituale mehr hält und dafür auch noch mit einer Beförderung belohnt wird. Nebenbei bandelt er noch mit der von ihrem Chef getriezten Bedienung Joanne ("Friend" Jennifer Anistons Aufgabe ist es hier, in erster Linie appetitlichen Armschmuck abzugeben) an. Daß Judge danach die Satirepfade verläßt, um sich mit einem Wirtschaftskriminalität-Subplot zu befassen, der keine Überraschungen parat hält und wie Füllmaterial anmutet, schadet zwar, kann aber nicht den guten Eindruck mindern, den diese zutiefst suberversive Attacke auf das kapitalistische System der Spät-Neunziger hinterläßt. Daß die frustierten Firmenknechte in den USA sich nur in geringen Maßen motiviert fühlten, im Kino ihren Dampf abzulassen, ist Judges Schuld nicht gewesen. ara.

Darsteller:  Ron Livingston   als Peter Gibbons
  David Herman   als Michael Bolton
  Gary Cole   als Bill Lumbergh
  Jennifer Aniston   als Joanna
  Ajay Naidu   als Samir
  Stephen Root   als Milton Waddams
  Richard Riehle   als Tom Smykowski
  Alexandra Wentworth   als Anne
  Joe Bays   als Dom Portwood
  John C. McGinley   als Bob
  Paul Willson   als Bob Porter
  Diedrich Bader   als Lawrence
  Kinna McInroe   als Nina
  Todd Duffey   als Chotchkie's Kellner
  Greg Pitts   als Drew
  Michael McShane   als Dr. Swanson
  Linda Wakeman   als Laura Smykowski
  Jennifer Jane Emerson   als Zeitarbeitskraft
  Josh Bond   als Wachmann
  Kyle Scott Jackson   als Rob Newhouse
  Orlando Jones   als Steve
  Barbara George-Reiss   als Lumberghs Sekretärin
  Tom Schuster   als Vorarbeiter
  Rupert Reyes   als Mexikanischer Kellner
  Jackie Belvin   als Erster Patient
  Gabriel Folse   als Zweiter Patient
  Jesse De Luna   als Polizist
  Mike Judge   als Chotchkies Manager
  Justin Possenti   als Zuschauer
  Jack Betts   als Richter
 
Regie:  Mike Judge  
Buch:  Mike Judge  
Musik:  John C. Frizzell  
Kamera:  Timothy Suhrstedt  
Produzent:  Daniel Rappaport  
  Michael Rotenberg  
 

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