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Alpha Dog - Tödliche Freundschaften

Drama über Aufstieg und Fall eines Drogendealers nach einer wahren Begebenheit.


Alpha Dog - Tödliche Freundschaften

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Erhältlich seit:
02.10.2007

Originaltitel: Alpha Dog

Drama/ Kriminalfilm

USA 2006
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 16

Ben Foster
Shawn Hatosy
Emile Hirsch

Regie: Nick Cassavetes
Concorde Home Entertainment

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Newcomer Justin Timberlake trifft in seiner ersten Kinorolle auf Spitzenstars wie Bruce Willis und Sharon Stone: In einer spannenden Story um gelangweilte Kids, die nach einem Kick im Alltag suchen.

Frankie und Johnny, zwei ratlose Freizeit-Gangster (Foto: Concorde) Großansicht

Frankie und Johnny, zwei ratlose Freizeit-Gangster (Foto: Concorde)

Das Leben selbst schreibt die unglaublichsten Drehbücher. Wie das von Jesse James Hollywood, dem jüngsten Drogendealer, der es je auf die "Most-Wanted"-Liste des FBI schaffte. Seine Verbrechen inspirierten den visionären Filmemacher Nick Cassavetes ("John Q.") zu einem schockierenden Drama, das drei Tage aus der Welt von wohlbegüterten Teenies ohne Gewissen nachzeichnet und das den Weg aus dem sonnigen San Gabriel Valley direkt in die Hölle nimmt.

Johnny Truelove (Emile Hirsch) hat sich gut eingerichtet. Mit seiner Clique vertickt er Stoff an reiche Kids und genießt das Leben in vollen Zügen: heiße Girls, coole Freunde, fetter Hiphop und feinste Drogen. Alles ist eine einzige Pool-Party. Aber Johnny ist ehrgeizig, will in die Fußstapfen seines Vaters Sonny (Bruce Willis) treten. Dazu gehört auch, Druck auf Schuldner auszuüben, wie den Handlanger Jake (Ben Foster). Der erklärt ihm allerdings sofort den Krieg und zwingt Johnny zum Handeln.

Das Leben ist eine Party - bis sie zu Ende ist (Foto: Concorde) Großansicht

Das Leben ist eine Party - bis sie zu Ende ist (Foto: Concorde)

Tragische Eskalation

Er schnappt sich Jakes 15-jährigen Bruder Zack (Anton Yelchin), der überhaupt nicht ahnt, dass er fortan in tödlicher Gefahr schwebt. Denn Johnny beauftragt seine rechte Hand Frankie (Popstar Justin Timberlake in seiner ersten großen Rolle), ihn nicht aus den Augen zu lassen.

Doch der ist mit der Situation völlig überfordert. Als die Polizei beginnt, nach dem vermissten Zack zu suchen und Sonny eingreift, um seinen Sohn vor dem Gefängnis zu schützen, setzt er damit eine Verkettung tragischer Ereignisse in Gang.

Cassavetes entwirft ein überwältigendes Lifestyle-Bild der Party-Generation, untermalt von mitreißenden Songs u.a. von Eminem. Life is fun - doch was passiert, wenn die Party vorbei ist?

Alpha Dog - Tödliche Freundschaften

Nick Cassavetes beschreibt in seiner Chronologie eines Verbrechens eine sinnlose Bluttat und erzählt gleichzeitig von einer Jugend zwischen Überfluss und Überdruss.

Den Judy-Garland-Evergreen "Somewhere over the Rainbow" legt Nick Cassavetes, Sohn des großen John Cassavetes, ironisch über den Vorspann seiner aktuellen Arbeit, evoziert so Traumfabrik-Erinnerungen und ist doch fest im Hier und Jetzt verankert. Denn sein Anti-Held der "Alpha Dog", der von Emile Hirsch mit nötiger Wut und Härte gespielte Drogendealer Johnny Truelove, ist eine der Realität entlehnte Figur. Jesse James Hollywood hieß er im richtigen Leben und machte seinem verpflichtenden Namen im Jahr 2000 alle Ehre, als er es als jüngster Krimineller auf die Most-Wanted-Liste des FBI schaffte. Nach Brasilien geflüchtet, dort gestellt und schließlich ausgeliefert, sitzt er nun in Haft. Wartet, angeklagt wegen Anstiftung zu Entführung und Mord, auf seinen Prozess. Aus juristischen Gründen wurde der Start des Films in den USA mehrfach verschoben, Cassavetes sah sich gezwungen, sein Drehbuch umzuschreiben und musste Szenen neu drehen.

Nun, nach der letztjährigen Uraufführung in Sundance, steht das Werk endlich hierzulande auf dem Spielplan, unauffällig beworben, trotz zugkräftiger Namen wie Bruce Willis, Sharon Stone, Harry Dean Stanton und vor allem Pop-Idol Justin Timberlake, der sich vorzüglich als Good Guy in den Bad-Boy-Trupp einfügt. Cassavetes entführt im pseudodokumentarischen Stil an die US-Westküste, in die privilegierte Nachbarschaft des San Gabriel Valley. Die Erwachsenen glänzen durch Abwesenheit, die Surfer-Kids hängen am Pool ab, kiffen, hören Hip-Hop und machen sich über die MTV-Rapper lustig - Weicheier, die in ihren Videos Spielzeugwaffen benutzen. Die Wände zieren "Scarface"-Poster und das Gehabe ist machohaft. Das Wort führt Johnny, der seinem (klein-)kriminellen Vater (Willis) nacheifert, mit Geld um sich wirft und an jedem Arm eine Braut hängen hat.

Die Grenze zwischen Rekonstruktion und Realität verschwimmt ob Robert Fraisses ("Hotel Ruanda") sonnenverbrannter, gleißender Bilder, Aaron Zigmans ("John Q. - Verzweifelte Wut") pulsierendem Score und vor allem des spürbaren, naturalistischen Spiels des jugendlichen Ensembles.

Aggression, Leere, Permissivität, Langeweile, Perspektivlosigkeit. Die Gewalt entlädt sich, als einer von Johnnys Kurieren, der Hitzkopf Jake (wandelnde Zeitbombe: Ben Foster) seine paar Hundert Dollar Schulden nicht zahlen kann und von seinem Chef gemaßregelt wird. Aus Wut dringt er daraufhin in Johnnys Wohnung ein, verwüstet diese und hinterlässt auch noch einen dicken Kothaufen auf dem teuren Teppich. Im Gegenzug entführt nun Johnny, um sein Gesicht zu wahren, Jakes 15-jährigen Halbbruder Zach (Anton Yelchin), droht diesen zu töten, sollte er sein Geld nicht bekommen... Ein Spirale der Gewalt, die der Regisseur in der Folge chronologisiert. Zeiten werden eingeblendet, Zeugen als solche kenntlich gemacht, zig Möglichkeiten das Drama zu beenden aufgezeigt. Doch Täter und Opfer sind aneinandergekettet, grausam miteinander vertraut und verbunden. Wie die Spießereltern ihre Kinder an die kalifornische Subkultur verlieren, wie Gruppendynamik funktioniert, Nichthandeln und Nichteinmischen zu Mord führt, das führt Cassavetes ("Wie ein einziger Tag") erschreckend klar vor Augen. Ein sinnvoller Film über sinnloses Tun, wichtig und wuchtig, weltweit anwendbar und gleichzeitig extrem aktuell. geh.

Darsteller:  Ben Foster   als Jake Mazursky
  Shawn Hatosy   als Elvis Schmidt
  Emile Hirsch   als Johnny Truelove
  Chris Marquette   als Keith Stratten
  Sharon Stone   als Olivia Mazursky
  Justin Timberlake   als Frankie Ballenbacher
  Anton Yelchin   als Zack Mazursky
  Bruce Willis   als Sonny Truelove
  Dominique Swain   als Susan
  David Thornton   als Butch Mazursky
  Shera Danese   als Abby
  Vincent Laresca   als Doug Davenport
  Lukas Haas   als Buzz Fecske
  Charity Shea   als Sabrina Pope
  Heather Wahlquist   als Wanda Haynes
  Vincent Kartheiser   als Pick Giamo
 
Regie:  Nick Cassavetes  
Buch:  Nick Cassavetes  
Musik:  Aaron Zigman  
Kamera:  Robert Fraisse  
Produzent:  Sidney Kimmel  
  Chuck Pacheco  
 

Alpha Dog - Tödliche Freundschaften in der Fotoshow

 

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