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Am Ende der Gewalt

Komplexer Thriller über den Zusammenhang von realer und fiktionaler Gewalt, von Wim Wenders inszeniert.


Am Ende der Gewalt

Leihvideo

Erhältlich seit:
29.10.1998

Originaltitel: The End of Violence

Thriller/ Drama

USA/Frankreich 1997
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 12

Bill Pullman
Andie MacDowell
Gabriel Byrne

Regie: Wim Wenders
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Am Ende der Gewalt

Der Produzent Mike Max , um dessen Ehe es nicht zum Besten steht, wird von Unbekannten gekidnappt. Nachdem es ihm gelungen ist, sich zu befreien, taucht der Hollywod-Tycoon bei mexikanischen Einwanderern unter. In der Folge versucht er nun, den Hintermännern des Verbrechens auf die Spur zu kommen und gerät dabei in ein hochbrisantes Polit-Komplott. Darin verstrickt sind das FBI, der Ex-NASA-Wissenschaftler Bering und die Polizei in Gestalt von Detective Block, der Max für den Mörder der inzwischen getöteten Entführer hält.

Mit "Am Ende der Gewalt", seinem dritten US-Film, knüpft Wim Wenders qualitativ endlich wieder an die Klasse seiner Meisterwerke "Der amerikanische Freund" oder "Paris, Texas" an. Formal dem klassischen Thriller verhaftet, räsoniert Deutschlands prominentester Regisseur über Gewalt, Liebe, Medien und die totale Überwachung. Mit Bill Pullman, Andie MacDowell und Gabriel Byrne vorzüglich besetzt, von Pascal Rabaud mit kaltem Blick fotografiert und mit einem exzellenten Ry-Cooder-Soundtrack versehen, sollte dieses Werk auch jenseits des Cineasten-Publikums auf Interesse stoßen.

Am Ende der Gewalt

Cannes-Veteran Wim Wenders, der 1984 die Goldene Palme für "Paris, Texas" erhielt und 1993 den Großen Preis der Jury für "In weiter Ferne, so nah", kam in diesem Jahr zu großen Ehren: Sein neuester Film "The End of Violence", eine Reflektion über das Gewalt-Phänomen ohne gewalttätige Bilder, wurde im Rahmen der Gala zum 50-jährigen Jubiläum uraufgeführt.

Da sich die Planung zu Wenders Sci-Fi-Projekt "The Billion Dollar Hotel" verzögerte, wollte der 51-jährige nicht "tatenlos herumsitzen". Das Drehbuch von Nicholas Klein war in sechs Wochen fertig, einen Monat später begannen schon die 27-tägigen Dreharbeiten. Und mit nur fünf Millionen Dollar gelang ein Low-Budget Hollywood-Movie mit Stars wie Bill Pullman und Andie MacDowell.

In L.A. ist diese verschachtelte Geschichte über die Wechselwirkung von realer Gewalt und Kinogewalt angesiedelt, an der Nahtstelle zwischen Arm und Reich, dort wo sich die Berühmtheiten in ihren noblen Häusern verbarrikadieren, während auf der Straße kriegerische Banden den Ton angeben. Im Mittelpunkt stehen Mike Max (Bill Pullmann), der es als Produzent von Gewaltfilmen zu einer Villa in Malibu und einer schönen, aber gelangweilten Ehefrau (Andie MacDowell) gebracht hat, und der Wissenschaftler Ray Bering (Gabriel Byrne), der von einem geheimen FBI-Observatorium aus die ganze Stadt mit der Videokamera kontrolliert. Max übersteht einen Mordanschlag zweier gedungener Killer und taucht bei einer mexikanischen Familie unter, um den Auftraggeber herauszufinden. Bering konnte zufällig die Aktion auf seinem Monitor verfolgen und gerät selbst ins Fadenkreuz der Drahtzieher. Das ganze Puzzle auflösen will Detective Doc Block (Loren Dean).

Zwischen Thriller und theoretischem Konstrukt bewegt sicht dieses Film-Essay über die Entstehung von Aggressionsbereitschaft. Wenders arbeitet auf verschiedenen Ebenen, verknüpft - wie Altman in "Short Cuts" - verschiedene Handlungsstränge und Personen, die alle nur durch eins verbunden sind: durch die ganz alltägliche Gewalt. Wenders wollte "einen Film über Gewalt machen, aber keinen gewalttätigen Film". So verzichtet er auf brutale Bilder, aber dennoch ist Gewalt immer präsent, auch wenn man sie nicht direkt sieht. Sie funktioniert wie in einem Videospiel auf Monitoren und in den Köpfen der Zuschauer. Mit manchmal spitzfindigen Dialogen und unterschwelligem Humor bricht Wenders immer wieder die etwas pädagogisch formulierte Kritik an der schönen neuen Medienwelt und dem "Big Brother". Seine einfache Botschaft lautet: Gewalt läßt sich nicht mit Gewalt bekämpfen, die Bilderlieferanten, sprich Regisseure, tragen Verantwortung, der Teufelskreis muß unterbrochen werden. Das intelligente Vexierspiel weckt Irritationen, wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Vielleicht auch deshalb, weil die Autoren erst die Biografien der Figuren entwickelten und dann die Geschichte. Wem einiges kryptisch bleibt, der sollte zumindest die eindrucksvollen Bilder genießen. Für die Wenders-Gemeinde und neugierige Cineasten ist "The End of Violence" ein Muß, ein moderater Erfolg an der Kinokasse wäre durchaus möglich. mk.

Darsteller:  Bill Pullman   als Mike Max
  Andie MacDowell   als Paige Stockard
  Gabriel Byrne   als Ray Bering
  Loren Dean   als Doc Block
  Traci Lind   als Cat
  Daniel Benzali   als Brice Phelps
  K. Todd Freeman  
  John Diehl  
  Pruitt Taylor Vince  
  Peter Horton  
  Udo Kier  
  Eric D. Castillo  
  Nicole Parker  
  Rosalind Chao  
  Marisol Padilla Sanchez  
  Marshall Bell  
  Frederic Forrest  
  Henry Silva  
  Samuel Fuller  
 
Regie:  Wim Wenders  
Buch:  Nicholas Klein  
Musik:  Ry Cooder  
Kamera:  Pascal Rabaud  
Produzent:  Deepak Nayar  
  Wim Wenders  
  Nicholas Klein  
 

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Features

 

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