DVD Leihvideo

Am Ende kommen Touristen

Drama um einen Zivi, der bei der Betreuung eines KZ-Überlebenden lernt, dass Vergangenheit und Gegenwart untrennbar verbunden sind.


Am Ende kommen Touristen

Leihvideo

Erhältlich seit:
22.02.2008

Drama

Deutschland 2007
Laufzeit: 81 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Alexander Fehling
Ryszard Ronczewski
Barbara Wysocka

Regie: Robert Thalheim
Warner Home Video Germany

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Drama um einen Zivi, der bei der Betreuung eines KZ-Überlebenden lernt, dass Vergangenheit und Gegenwart untrennbar verbunden sind.

In Oswiecim lernt Sven eine Lektion fürs Leben (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

In Oswiecim lernt Sven eine Lektion fürs Leben (Foto: X Verleih (Warner))

Statt im hippen Amsterdam muss Sven (Alexander Fehling) seinen Zivildienst in der Begegnungsstätte in Auschwitz ableisten und sich um den KZ-Überlebenden Stanislaw Krzeminski (Ryszard Ronczewski) kümmern. Der ist von dem jungen Deutschen, der in jedes Fettnäpfchen tritt, nicht gerade begeistert und lässt ihn das auch deutlich spüren.

Als der Berliner sich in eine Übersetzerin verliebt, kriegt er einiges mit vom ganz normalen Leben in Oswiecim und versteht die Menschen, die nicht ständig die Last der Geschichte auf ihren Schultern tragen wollen. Doch die Konfrontation mit der Vergangenheit macht die Gegenwart und das Träumen von Zukunft erst möglich.

Krzeminski macht es Sven nicht leicht (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Krzeminski macht es Sven nicht leicht (Foto: X Verleih (Warner))

Sehnsüchte und Ängste

Kein Zeigefinger-Kino, sondern ein Film mit bewegenden Momenten über Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen. Alexander Fehling wurde beim Filmfest München mit dem Förderpreis Deutscher Film als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Völlig zurecht!

Am Ende kommen Touristen

Ein junger Zivi lernt bei der Betreuung eines KZ-Überlebenden in Auschwitz, dass Vergangenheit und Gegenwart untrennbar verbunden sind.

Eigentlich wollte der 19-jährige Berliner Sven in Amsterdam seinen Zivildienst ableisten, aber dann verschlägt es ihn ins polnische Städtchen Oswiecim, das unter dem Namen Auschwitz traurige Berühmtheit erlangte als größtes Vernichtungslager der Nazis - Symbol des Terrors, des Völkermordes, des Holocausts. Neben seiner Arbeit in der Gedenkstätte soll sich Sven um den alten KZ-Überlebenden Krzeminski kümmern, der dem Deutschen seine Abneigung spüren lässt, ihn herumkommandiert und schikaniert. Anfänglich ist der sauer über die ungerechte Behandlung, bis er merkt, wie der weit über 80-Jährige immer noch mit den Verwüstungen der Seele kämpft und sich nicht vom Ort des Schreckens lösen kann, auch wenn er es als beschämend empfindet, vor neugierigen deutschen Schülern oder Azubis auf gelangweilte Fragen zu antworten oder seine KZ-Nummer zu zeigen, noch schlimmer: bei der Einweihung eines Denkmals als Alibi-Betroffener zu dienen. Der Alte mag kein Mitleid und keine Hilfe, schon gar nicht vom Enkel der Täter (eine perfekte Kombination: Bühnenschauspieler Alexander Fehling und die polnische Schauspiel-Ikone Ryszard Ronczewski).

Robert Thalheim ("Netto" 2005) nähert sich zurückhaltend der Thematik und zieht den Bogen zur Gegenwart. Während der Zivi unter der Last der Geschichte leidet, ist für die junge polnische Dolmetscherin, in die er sich verliebt hat, Oswiecim ein Dorf wie jedes andere, ihre Heimat, wo sie lebt, ohne an die Toten zu denken oder ihrer zu gedenken. Normalität, eben. Dennoch will sie weg, dahin, wo nicht jeder Meter Land blutgetränkt ist und Tod atmet, nach Brüssel ins Zentrum eines offenen Europas. Kein Pathos in diesem leisen Film, dafür viele kleine bewegende Momente. So erzählt Krzeminski ganz nebenbei, dass er auf der Rampe den Ankommenden versprochen habe, ihnen das Gepäck zurückzugeben. Deshalb repariert er wie besessen Koffer von Opfern. Erinnerungen, die das Grauen ahnen lassen. Ein Grauen, dass die neuen deutschen Fabrikherren in Oswiecim nicht kümmert. Sie wollen aufräumen mit dem Schlendrian und alles auf Vordermann bringen - moderne Besatzer, die nicht mit Gewehren, sondern Kapital regieren. Ganz langsam begreift der Junge und der Zuschauer die unerbittliche Konsequenz. Nur eine aktive Vergangenheitsbewältigung gibt der Gegenwart und Zukunftsträumen eine Chance. mk.

Audiokommentar: von Regisseur Robert Thalheim
Featurette: Reisetagebuch Jerusalem (Nov./ Dez. 2007)
Kurzfilm: Dachau bei München
Nicht verwendete Szenen:
Trailer:

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Alexander Fehling   als Sven Lehnert
  Ryszard Ronczewski   als Stanislaw Krzeminski
  Barbara Wysocka   als Ania Lanuszewski
  Piotr Rogucki   als Krzystof Lanuszewski
  Rainer Sellien   als Klaus Herold
  Lena Stolze   als Andrea Schneider
  Lutz Blochberger   als Jürgen Dremmler
  Willy Rachow   als Lehrling Micha
  Roman Gancarczyk   als Restaurator Karol
  Adam Nawojczyk   als Restaurator Piotr
  Halina Kwiatkowska   als Zofia Krzeminska
  Joachim Lätsch   als Lehrer
 
Regie:  Robert Thalheim  
Buch:  Robert Thalheim  
  Alex Buresch  
  Bernd Lange  
  Hans-Christian Schmid  
Musik:  Anton Feist  
  Uwe Bossenz  
Kamera:  Yoliswa Gärtig  
Produzent:  Britta Knöller  
  Hans-Christian Schmid  
 

Am Ende kommen Touristen in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Lena Stolze

Ihre Darstellung der Widerstandskämpferin Sophie Scholl in den Filmen "Die weiße Rose" von Michael Verhoeven und "Fünf letzte Tage" von Percy...