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Leihvideo
Erhältlich seit:
01.12.2005
Deutschland 2005
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 6
Peter Lohmeyer
Gabriela Maria Schmeide
Franz Dinda
Regie: Lars Jessen
EuroVideo Bildprogramm

In seinem ersten langen Spielfilm "Am Tag als Bobby Ewing starb" rechnet Lars Jessen ernsthaft-heiter mit der 68er-Generation ab und verarbeitet eigene Kindheitserfahrungen in Wohn- und Beziehungsexperimenten seiner Eltern. Das Porträt einer Landkommune und die Proteste gegen das AKW Brokdorf, endlose Diskussionen und gemeinsames Plantschen im Badezuber sind von rührender Naivität und Sympathie geprägt.
Für den jungen Regisseur musste der Film "jetzt gemacht werden". Er will "keine Abrechnung im klassischen Stil" und laviert deshalb zwischen leiser Kritik, latenter Bewunderung und leichter Nostalgie. Anfangs wirkt das chaotische Miteinander auf dem Bauernhof in Norddeutschland wie eine krude Ansammlung von Altbekanntem. Da soll die Urschrei-Therapie für Befreiung sorgen, laufen Männlein und Weiblein nackt und fröhlich in der Natur herum, stellt man Windräder auf, um "autark" zu sein und statt "imperialistischen Bohnenkaffee" schlürfen die in einfaches Strickzeug Gewandeten ein braunes Gesöff aus Getreide. In diese Idylle platzt die Sozialpädagogin Hanne mit Sohnemann Niels. Die Städterin gewöhnt sich schnell an Gemüsepuffer, Gewaltverzicht und die wöchentliche Dallas-Dosis, der Teenager hält dagegen wenig von den bekifften Landkommunarden des alternativen Wohnkollektivs Regenbogen. Statt mit der neuen Großfamilie sanft gegen das AKW zu protestieren, fraternisiert er mit dem Dorf-Rocker Rakete, der sich die Bierchen reihenweise reinkippt. Während sich die Mama mit dem WG-Chef lustvoll im Laken vergnügt, genießt der Teenie ersten Sex mit der Bürgermeisterstochter, findet Molotow-Cocktails und das Ansäbeln von Strommasten spannender als Pazifismus.
"Am Tag als Bobby Ewing starb" kommt es zur Zäsur, nicht nur weil der Erdöldynastie-Spross entschlummert, sondern im weit entfernten Tschernobyl der Super-GAU eintritt, die tödliche Atomwolke in den nächsten Tagen gen Westen driftet. Nicht ist mehr, wie es einmal war. Die Gratwanderung von Lars Jessen gelingt nicht immer. Manchmal glaubt man sich in einem schlechten Kostümfilm, wenn Peter Lohmeyer als Ober-Kommunarde eine ziemlich schreckliche Langhaar-Perücke trägt und Schafe schert oder die Welt sich aufteilt in versponnene Idealisten und reaktionären Dörfler. Die persönliche und autobiografische Zeitreise schrappt hart am Klischee entlang, auch wenn ganz authentisch der Flokati den Boden bedeckt, "bumsen" mit weichem S gesprochen wird und der Joint kreist. Es fehlt die Entscheidung zwischen einer konsequenten Coming-of-Age Geschichte aus dem Blickwinkel des Jungen und dem Porträt einer Generation, die den Aufbruch mit unkonventionellen Mitteln wagte. Gut gezeichnet Niels' Grundkonflikt mit der Mutter und ihrem Liebhaber und seine "Emanzipation", wenn er am Ende nicht den Wehrdienst verweigert, sondern an der Waffe ausgebildet werden will. Da ist der Generationenbruch handfest spürbar. Für Jessen wurden so viele Schranken eingerissen, dass sich seine Generation "ganz auf unsinnige Frisurenexperimente, schlechte Musik und bunte Mixgetränke konzentrieren" konnte. Ausgezeichnet mit dem Max Ophüls-Preis 2005 sollte diese liebevolle Komödie ihre Nische im Kino finden. mk.
| Darsteller: | Peter Lohmeyer | als Peter | |
|---|---|---|---|
| Gabriela Maria Schmeide | als Hanne | ||
| Franz Dinda | als Niels | ||
| Nina Petri | als Gesine | ||
| Richy Müller | als Eckardt | ||
| Luise Helm | als Martina | ||
| Peter Heinrich Brix | als Prestin | ||
| Jens Münchow | als Rakete | ||
| Jan Peter Heyne | als Frahm | ||
| Rocko Schamoni | als Immo | ||
| Ingo Haeb | als Rallek | ||
| Lisa Maria Potthoff | als Dani | ||
| Lars Gärtner | als Oliver | ||
| Falk Rockstroh | als Walther | ||
| Marion Breckwoldt | als Dörte | ||
| Ulrich von Bock | als Niels' Opa | ||
| Barbara Focke | als Niels' Oma | ||
| Regie: | Lars Jessen | ||
| Buch: | Ingo Haeb | ||
| Lars Jessen | |||
| Kai Hensel | |||
| Musik: | Element of Crime | ||
| Jakob Ilja | |||
| Paul Rabiger | |||
| Kamera: | Andreas Höfer | ||
| Produzent: | Elke Peters | ||
| Peter Stockhaus | |||
Am Tag als Bobby Ewing starb in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen
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Fußball spielt eine der Hauptrollen in seinem Leben. Insofern war der lange schlaksige Peter Lohmeyer für Regisseur Sönke Wortmann die...
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