
Weder Weitz- noch reizlos ist diese sanfte Satire über Celebrity-Wahn und Parallelen zwischen Showbiz und Politik, mit der Paul Weitz seine zweite Soloinszenierung vorlegt.
Als Autor und Koautor hat Weitz mit "American Pie" den Sexklamauk reanimiert, mit der Nick-Hornby-Adaption "About a Boy" und der Business-Komödie "Reine Chefsache" zumindest zwei Studien in Charme absolviert. Jetzt fühlt er sich berufen, den Traum vom Ruhm, die Manipulationsmechanismen von Politik und Fernsehen und Nahost-Terrorismus in einer Satire kollidieren zu lassen. Auch wenn er sich damit leicht übernommen hat, seine Ziele zu offensichtlich sind und seine Munition nicht scharf genug ist, legt Weitz auch hier eine Komödie vor, die mit einigen guten Momenten aufwarten kann. Schwerer als in der überzeugenderen zweiten Häfte tut sich sein Film zu Beginn, wenn die verschiedenen Plot-Stränge angelegt werden, die schließlich im Finale zusammenlaufen. Zunächst wird Hugh Grant, bereits in "About a Boy" mit giftigen Spurenelementen, als selbstverliebter, rücksichtsloser Moderator der Hit-Show "American Dreamz" eingeführt. Wie in "Deutschland sucht den Superstar" tummeln sich in diesem Wettbewerb talentfreie Zonen und überschaubare Vokalbegabungen, wird vor allem durch peinliche Auftritte Quote gemacht. Hoffnungen auf den Sieg darf sich Sally (Mandy Moore) machen, die hinter dem Image des guten amerikanischen Mädchens eine kalte Karrieristin verbirgt. Trittbrett für ihren Aufstieg wird Ex-Freund William. Nachdem sie ihn sprichwörtlich in die Wüste geschickt hat, er auf dem Weg zum ersten Irakeinsatz verwundet wird, holt sie den Instanthelden medienwirksam an ihre Seite zurück. Schärfster Rivale im Kampf um den Show-Thron wird ein terroristischer Schläfer, der sich im arabischen Trainingscamp nicht nur durch sein Faible für "Chorus Line" disqualifiziert hat, jetzt aber für seine Ausbilder interessant wird. Denn der US-Präsident soll im Finale der Show als Juror auftreten und dabei mit Hilfe einer Bombe zur Hölle fahren. Dennis Quaid genießt seinen Auftritt als einfältiger Staatschef auf den Spuren von Lloyd Bridges ("Hot Shots 2"), der eine Angstneurose pflegt und Placebos für illegale Drogen hält. Auch Grant steht seine berechnende Figur gut, die sein ungeliebtes Image als romantischer Hush Puppy demontiert. In Analogien zeigt die Regie, wie sehr sich Politik und Showbiz ähneln. Dominant ist dabei das Bild der Fremdsteuerung, denn hinter dem Präsidenten steht sein Stabschef, hinter Sally ihr Agent und hinter dem Schläfer die Terroristen. Dass auch sie dem American Way of Life verfallen, ist für einige harmlose Gags gut und spiegelt das zentrale Missverständnis der US-Außenpolitik, die selbst anderen Kulturkreisen immer diese Sehnsucht unterstellt. kob.