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American Psycho

Präzise Verfilmung des kontroversen Romans von Bret Easton Ellis über einen New Yorker Yuppie, der seine Lebensleere mit Serienmord kompensiert.


American Psycho

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Erhältlich seit:
10.12.2008

Thriller/ Satire

USA 2000
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 16

Christian Bale
Willem Dafoe
Jared Leto

Regie: Mary Harron
Concorde Home Entertainment

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American Psycho

Auf den ersten Blick ist Patrick Bateman ein stinknormaler, egomanischer Wall-Street-Yuppie, doch hinter der Fassade des proper gewandeten Lebemannes verbirgt sich ein mörderischer Abgrund aus Hass und Sadismus. Um die Leere seines einzig von Statussymbolen erhellten Daseins auszufüllen, ist Patrick auf den Serienmord gekommen, insbesondere junge Frauen, aber auch der eine oder andere unvorsichtige Geschäftspartner zählen zu seinen Opfern. Als es ihm zunehmend schwerfällt, zwischen Phantasie und Realität zu unterscheiden, tritt die Polizei auf den Plan.

Nach gut zehn Jahren Wartefrist wagte sich Hollywood an den umstrittensten Serienkillerroman der 90er bzw. definitiven Literaturkommentar zur Reagan-Ära, herausgekommen ist eine streckenweise hübsch treffsichere Yuppiesatire mit Horrorbeiwerk. Im Vergleich zur Buchvorlage fällt die Darstellung der Mordtaten erwartungsgemäß eher moderat aus, dafür überzeugen klinisch kalte Ausstattung und die Darstellung von Christian Bale ("Shaft") als Titelheld umso mehr. Eine gelungene schwarze Komödie.

American Psycho

Es ist also möglich: Die jahrelangen Sorgen, Bret Easton Ellis' Roman "American Psycho" widersetze sich einer kongenialen Verfilmung, sind zerstreut. Im Gegenteil: Mary Harrons höhnisch satirisches Kondensat aus Ellis' minuziöser Abrechnung mit dem Yuppie-Syndrom der 80er und den detailverliebten Serienkilleralpträumen ist besser als die Vorlage, weil Harron und ihre Drehbuchautorin Guinevere Turner mit kalter Brillanz die Essenz des Romans herausfiltern, durch weitgehenden Verzicht auf die Splatter-Räusche des Buches den Ekeleffekt raus- und den Schwarzhumoreffekt reinzwingen und damit Zuschauer gewinnen könnten, die von der Lämmer-Spirale des Horrors erschöpft sind.

Harron siedelt den wahren Schrecken im Kopf des Monsters aus Manhattan an. Patrick Bateman, der tagsüber als Investment Broker zu den "Masters of the Universe" gehört und nachts Penner, Nutten und Geschäftsfreunde im Blutrausch meuchelt, wird von einem außerordentlichen präzisen und nuancenreichen Christian Bale in einer Weise gespielt, die Tom Cruises zupackende Körperlichkeit, Daniel Day Lewis' harte Selbstkontrolle und Richard Geres "American Gigolo"-Eleganz in eine neue Dimension überführt. Dieser Werwolf der Wallstreet ist gefährlicher als Anthony Hopkins' Hannibal Lecter, weil er keine Psychologie benötigt, und wahnsinniger als Kevin Spaceys "Sieben"-Mordkünstler, weil seine Arrangements nicht als Gesamtkunstwerk wirken sollen, sondern spontane Säuberungsaktionen eines Psychos sind, der Willkür als das Wesen der Welt begriffen hat.

Undenkbar, dass Leonardo DiCaprio, der die Rolle zuerst spielen sollte, diese Dimension erarbeitet hätte. Der seinen Körper als parfümierte Kampfmaschine trainierende Bale/Batman liegt auf einer Linie mit Peter Lorres "M"-Kindermörder, dem flotten Malcom McDowell aus Stanley Kubricks "Uhrwerk Orange" und dem sardonischen Road-Movie-Killer Robert Foster aus "American Perfect". Bale hat sich mit seiner glasklaren Performance in die erste Reihe jener Mimen katapultiert, die Abgründe transparent machen können.

Bales Stil der kontrolliert kalten Körperausbrüche passt hervorragend zu Harrons Satire-Ansatz. Sie präsentiert ihre Massanzug-Yuppies als Karriere-Brut, die mit Markennamen um sich wirft, den Lebensinhalt in der Reservierung in In-Restaurants wie dem "Dorsia" sieht, mit minimalen Floskeln in einer Welt der Kommunikationslosigkeit lebt und an der Identität der Kollegen nicht die Bohne interessiert sind. Wichtiger ist die Visitenkarte. Harrons Diagnose geht zwar inhaltlich nicht wesentlich über das Buch hinaus, aber ihre Visualisierung der Reagan-Kinder schafft es, Ellis' durchaus auch weitschweifige Schilderungen in wenigen Bildern zu präzisieren. Der Zynismus geht im Schlussteil in surreale Visionen über, die eindeutig machen, dass all das Killerwerk im Kopf Batemans existiert, der sonst ein Nichts ist.

Wesentlich gelungener als in der Vorlage sind die herrlich humorigen Passagen, in denen Bateman über Musik doziert, bevor er mordet. Nach diesem Film wird Huey Lewis' "Hip to be Square", Phil Collins' "Sussudio" und Whitney Houstons "The Greatest Love of All" nie wieder naiv hören können. Eine große amerikanische Satire im Geist von Ambrose Bierce und Jonathan Swift scharf wie Batemans Axt, glatt wie seine Peeling Cremes und mörderisch konsequent. ger.

American Psycho

New York in den 80ern: Die Weltmetropole tickt im Lifestyle-Takt, der Glaube an das große Geld und dessen
Vermehrung ist ungebrochen, die Werte, denen ihre Bewohner huldigen sind Status, Anerkennung, Wohlstand
und Konsum, Karriere und Erfolg.
Patrick Bateman passt perfekt in diese Welt. Er ist ein attraktiver, erfolgsverwöhnter junger Wall-Street-Broker mit
sündhaft teurem Appartment, geschmackvoller Designer-Garderobe, Fitness gestähltem Körper, eleganter
Vorzeige-Verlobten und williger Geliebten.
Nur wenige Wermutstropfen trüben sein perfekt anmutendes Hochglanz-Dasein: Unnötige Störungen beim
obligatorischen Kokskonsum auf dem Klo einer In-Disco etwa oder erfolgsverwöhnte Bekannte, die nicht nur die
gelungenere Visitenkarte vorweisen, sondern zudem - im Gegensatz zu ihm - einen Tisch im gefragtesten
Edelrestaurant der Stadt ergattern.
In dieser Welt des schönen Scheins unterscheidet sich Bateman vielleicht nur in einer Hinsicht von seinen
austauschbaren Yuppie-Freunden: Er ist ein sadistischer Serienmörder! Mit Vorliebe quält er Frauen, aber auch
ein Obdachloser oder sein Kontrahent Paul Allen fallen ihm zum Opfer.
Zwar ruft Allens Verschwinden Detective Donald Kimball auf den Plan, doch auch er scheint den American
Psycho in Bateman nicht zu erkennen, obwohl der Yuppie mittlerweile immer unverblümter Amok läuft.
Oder existieren die blutigen Metzeleien vielleicht nur in Batemanns kranker Phantasie?

Quelle: Concorde

Deutscher und Original-Kinotrailer, Deleted Scene, Behind the Scenes, The Story Of American Psycho, The 80's Downtown, Music of the 80's, Goofs, Interviews mit Darstellern und Regisseur

Quelle: Concorde

Darsteller:  Christian Bale   als Patrick Bateman
  Willem Dafoe   als Donald Kimball
  Jared Leto   als Paul Allen
  Reese Witherspoon   als Evelyn Williams
  Samantha Mathis   als Courtney Rawlinson
  Chloë Sevigny   als Jean
  Justin Theroux   als Timothy Bryce
  Josh Lucas   als Craig McDermont
  Guinevere Turner   als Elizabeth
  Matt Ross   als Luis Carruthers
  Bill Sage   als David Van Patten
  Cara Seymour   als Christie
 
Regie:  Mary Harron  
Buch:  Mary Harron  
  Guinevere Turner  
Musik:  John Cale  
Kamera:  Andrzej Sekula  
Produzent:  Edward R. Pressman  
  Chris Hanley  
  Christian Halsey-Solomon  
  Judith Drake  

Christian Bales Hungerjahre

Christian Bale lebt auf der Sonnenseite des Lebens. Pro Film kassiert er mehrere Millionen Dollar. Doch das war nicht immer so. Vor ein paar Jahren stand dem Darsteller noch das Wasser bis zum Hals.

Stand schon kurz vor der Pleite: Christian Bale (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Stand schon kurz vor der Pleite: Christian Bale (Foto: Kurt Krieger)

Vor fünf Jahren hätte RTL-Schuldnerberater Peter Zwegat mit Hollywoodstar Christian Bale beide Hände voll zu tun gehabt. Der Star aus "Batman Begins" stand vor einem finanziellen Scherbenhaufen und hatte sich total verschuldet.

Obwohl der Brite mit "American Psycho" im Jahr 2000 und "Die Herrschaft des Feuers" im Jahr 2002 in zwei Blockbustern mitwirkte, reichte ihm die Gage hinten und vorne nicht. Ehe sich der Schauspieler und seine Ehefrau Sibi Blazic versahen, steckten sie bis zum Hals im Schuldensumpf. Die Lage verschärfte sich, als Bales Haus gepfändet wurde. Der ehemalige Kinderstar ging damals durch die Hölle. "Es liegt nur fünf Jahre zurück. Absolut, yeah! Inklusive Hauspfändung und weiterer solcher Dinge!", erinnert sich der 34-Jährige an die harten Zeiten.

Für Geld drehte er (fast) alles

Um den völligen sozialen Niedergang abzuwenden, nahm Christian auch fragwürdige Filmrollen an. Nur um wieder etwas Geld zum Leben zu haben. Die Wende kam 2004. Die Gagen für "Der Maschinist" und ein Jahr später für "Batman Begins" machten ihn auf einem Schlag vom Bettelmimen zum Multimillionär. Heutzutage zählt der Vater einer Tochter zu den Bestverdienern in Hollywood. Laut Bale ist sein Schicksal kein Einzelfall: "Ich glaube es gibt keinen lebenden Schauspieler, der nicht schon einmal in der gleichen Position gewesen wäre. In der jetztigen Position, viele Jahre danach, erkennen dich die Menschen und haben eine völlig falsche Vorstellung davon, wie dein Leben aussieht." Tja, es ist eben doch nicht alles Gold was glänzt!

 

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