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Kaufvideo
Erhältlich seit:
05.09.2001
USA 2000
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 16
Christian Bale
Willem Dafoe
Jared Leto
Regie: Mary Harron
Concorde Home Entertainment

Es ist also möglich: Die jahrelangen Sorgen, Bret Easton Ellis' Roman "American Psycho" widersetze sich einer kongenialen Verfilmung, sind zerstreut. Im Gegenteil: Mary Harrons höhnisch satirisches Kondensat aus Ellis' minuziöser Abrechnung mit dem Yuppie-Syndrom der 80er und den detailverliebten Serienkilleralpträumen ist besser als die Vorlage, weil Harron und ihre Drehbuchautorin Guinevere Turner mit kalter Brillanz die Essenz des Romans herausfiltern, durch weitgehenden Verzicht auf die Splatter-Räusche des Buches den Ekeleffekt raus- und den Schwarzhumoreffekt reinzwingen und damit Zuschauer gewinnen könnten, die von der Lämmer-Spirale des Horrors erschöpft sind.
Harron siedelt den wahren Schrecken im Kopf des Monsters aus Manhattan an. Patrick Bateman, der tagsüber als Investment Broker zu den "Masters of the Universe" gehört und nachts Penner, Nutten und Geschäftsfreunde im Blutrausch meuchelt, wird von einem außerordentlichen präzisen und nuancenreichen Christian Bale in einer Weise gespielt, die Tom Cruises zupackende Körperlichkeit, Daniel Day Lewis' harte Selbstkontrolle und Richard Geres "American Gigolo"-Eleganz in eine neue Dimension überführt. Dieser Werwolf der Wallstreet ist gefährlicher als Anthony Hopkins' Hannibal Lecter, weil er keine Psychologie benötigt, und wahnsinniger als Kevin Spaceys "Sieben"-Mordkünstler, weil seine Arrangements nicht als Gesamtkunstwerk wirken sollen, sondern spontane Säuberungsaktionen eines Psychos sind, der Willkür als das Wesen der Welt begriffen hat.
Undenkbar, dass Leonardo DiCaprio, der die Rolle zuerst spielen sollte, diese Dimension erarbeitet hätte. Der seinen Körper als parfümierte Kampfmaschine trainierende Bale/Batman liegt auf einer Linie mit Peter Lorres "M"-Kindermörder, dem flotten Malcom McDowell aus Stanley Kubricks "Uhrwerk Orange" und dem sardonischen Road-Movie-Killer Robert Foster aus "American Perfect". Bale hat sich mit seiner glasklaren Performance in die erste Reihe jener Mimen katapultiert, die Abgründe transparent machen können.
Bales Stil der kontrolliert kalten Körperausbrüche passt hervorragend zu Harrons Satire-Ansatz. Sie präsentiert ihre Massanzug-Yuppies als Karriere-Brut, die mit Markennamen um sich wirft, den Lebensinhalt in der Reservierung in In-Restaurants wie dem "Dorsia" sieht, mit minimalen Floskeln in einer Welt der Kommunikationslosigkeit lebt und an der Identität der Kollegen nicht die Bohne interessiert sind. Wichtiger ist die Visitenkarte. Harrons Diagnose geht zwar inhaltlich nicht wesentlich über das Buch hinaus, aber ihre Visualisierung der Reagan-Kinder schafft es, Ellis' durchaus auch weitschweifige Schilderungen in wenigen Bildern zu präzisieren. Der Zynismus geht im Schlussteil in surreale Visionen über, die eindeutig machen, dass all das Killerwerk im Kopf Batemans existiert, der sonst ein Nichts ist.
Wesentlich gelungener als in der Vorlage sind die herrlich humorigen Passagen, in denen Bateman über Musik doziert, bevor er mordet. Nach diesem Film wird Huey Lewis' "Hip to be Square", Phil Collins' "Sussudio" und Whitney Houstons "The Greatest Love of All" nie wieder naiv hören können. Eine große amerikanische Satire im Geist von Ambrose Bierce und Jonathan Swift scharf wie Batemans Axt, glatt wie seine Peeling Cremes und mörderisch konsequent. ger.
New York in den 80ern: Die Weltmetropole tickt im Lifestyle-Takt, der Glaube an das große Geld und dessen Vermehrung ist ungebrochen, die Werte, denen ihre Bewohner huldigen sind Status, Anerkennung, Wohlstand und Konsum, Karriere und Erfolg.
Patrick Bateman passt perfekt in diese Welt. Er ist ein attraktiver, erfolgsverwöhnter junger Wall-Street-Broker mit sündhaft teurem Apartment, geschmackvoller Designer-Garderobe, Fitness gestähltem Körper, eleganter Vorzeige-Verlobten und williger Geliebten.
Nur wenige Wermutstropfen trüben sein perfekt anmutendes Hochglanz-Dasein: Unnötige Störungen beim obligatorischen Kokskonsum auf dem Klo einer In-Disco etwa oder erfolgsverwöhnte Bekannte, die nicht nur die gelungenere Visitenkarte vorweisen, sondern zudem - im Gegensatz zu ihm - einen Tisch im gefragtesten Edelrestaurant der Stadt ergattern.
In dieser Welt des schönen Scheins unterscheidet sich Bateman vielleicht nur in einer Hinsicht von seinen austauschbaren Yuppie-Freunden: Er ist ein sadistischer Serienmörder! Mit Vorliebe quält er Frauen, aber auch ein Obdachloser oder sein Kontrahent Paul Allen fallen ihm zum Opfer.
Zwar ruft Allens Verschwinden Detective Donald Kimball auf den Plan, doch auch er scheint den American Psycho in Bateman nicht zu erkennen, obwohl der Yuppie mittlerweile immer unverblümter Amok läuft.
Oder existieren die blutigen Metzeleien vielleicht nur in Batemans kranker Phantasie?
Quelle: Concorde
InterXS Mode - zu/abwählbarer Direktzugriff auf Zusatzfeatures während des Films, Originalversion mit ausblendbaren dt. Untertiteln, Intervies mit Darstellern und Regisseurin am Set, Goofs - filmische Ungereimtheiten, Featurette und Szenen vom Set, Deleted Scenes, "Music of the 80s" - anwählbare Musiksequenzen, Filmo-, Biografien und Produktionsnotizen, Deutscher und Original US-Kinotrailer, 2 Trailer weiterer Filme auf DVD
Quelle: Concorde
| Darsteller: | Christian Bale | als Patrick Bateman | |
|---|---|---|---|
| Willem Dafoe | als Donald Kimball | ||
| Jared Leto | als Paul Allen | ||
| Reese Witherspoon | als Evelyn Williams | ||
| Samantha Mathis | als Courtney Rawlinson | ||
| Chloë Sevigny | als Jean | ||
| Justin Theroux | als Timothy Bryce | ||
| Josh Lucas | als Craig McDermont | ||
| Guinevere Turner | als Elizabeth | ||
| Matt Ross | als Luis Carruthers | ||
| Bill Sage | als David Van Patten | ||
| Cara Seymour | als Christie | ||
| Regie: | Mary Harron | ||
| Buch: | Mary Harron | ||
| Guinevere Turner | |||
| Musik: | John Cale | ||
| Kamera: | Andrzej Sekula | ||
| Produzent: | Edward R. Pressman | ||
| Chris Hanley | |||
| Christian Halsey-Solomon | |||
| Judith Drake | |||
American Psycho in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Behind the Scenes, Goofs, Featurette, Interviews, Produktionsnotizen, Entfallene Szenen, Bio- und Filmografien, Trailer
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