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American Splendor

Teils fiktionales Drama, teils Animation, teils Dokumentation über das Leben und die Weltanschauungen des legendären Comic-Book-Autors Harvey Pekar.


American Splendor

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Erhältlich seit:
29.06.2005

Komödie/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12

Paul Giamatti
Harvey Pekar
Hope Davis

Regie: Shari Springer Berman, ...
Sunfilm Entertainment

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Schräger Mix aus fiktionalem Drama, Animation und Dokumentation über das Leben und die Weltanschauungen des legendären Comic-Book-Autors Harvey Pekar.

Harvey hat in Joyce seine bessere Hälfte gefunden (Foto: Tiberius) Großansicht

Harvey hat in Joyce seine bessere Hälfte gefunden (Foto: Tiberius)

Harvey Pekar (Paul Giamatti) führt ein launiges Dasein als Verwaltungsangestellter in einem Krankenhaus, wo er Tag für Tag gelangweilt Akten durch die Gänge schiebt.

Privat ist er jedoch ein leidenschaftlich-besessener Comic-Sammler und sogar selbst Autor der halbautobiographischen Comic-Book-Serie "American Splendor". Über 20 Jahre lang verarbeitet er darin seine alltäglichen Erfahrungen mit seiner Beziehung zu seiner Frau Joyce (Hope Davis), seinem Job und seiner Familie in seiner Heimatstadt Cleveland, Ohio.

Nerds unter sich: Harvey und Robert (Foto: Tiberius) Großansicht

Nerds unter sich: Harvey und Robert (Foto: Tiberius)

Buntgemischtes Porträt

Shari Springer Bermans und Robert Pulcinis Film über den legendären Comicautor Harvey Pekar verbindet auf äußerst originelle Art und Weise Zeichentrick-Animation mit gespielten Szenen und dokumentarischen Aufnahmen und gewann damit bereits den Jurypreis in Sundance 2003.

Ein einfallsreiches, unterhaltsames und außergewöhnliches Porträt, das sich - wie Pekars Comic-Vorlage - auf die starken und kleinen Momente im Leben des launigen Helden konzentriert.

American Splendor

In den 70e Jahren begann Harvey Pekar aus Cleveland, sein einsames und langweiliges Dasein in Form von Comics zu dokumentieren. Seither ist sein Leben in der Comicreihe "American Splendor" festgehalten - und jetzt auch in einem Film. Die Regisseure Shari Springer Berman und Robert Pulcini verbinden darin mit verblüffendem Einfallsreichtum Zeichentrick-Animationen und dokumentarische Aufnahmen mit gespielten Szenen der wenigen starken und vielen schwachen Momente ihres launigen Helden, den der Zuschauer mit dem gesamten Spektrum seiner Paranoia und seines Ärgers kennen lernen darf. Und das ist ein großes Vergnügen.

Nicht zuletzt deshalb, weil die Regisseure, die zuvor Dokumentarfilme gedreht haben, das Genre des Biopics dekonstruieren, indem sie das Leben ihres Helden nicht in eine klassische narrative Form bringen, sondern ihr "Rohmaterial" zu einem originellen Konstrukt aus dramatischen Szenen mit Paul Giamatti in der Rolle von Harvey Pekar, dokumentarischen Interviews mit dem echten Pekar und animierten Fetzen aus den Comics von Harvey Pekar zusammenpuzzeln. Das Ergebnis ist eine jazzige Collage, die in keine Kategorie passen will und sich damit genialerweise genau dem nähert, dem sie Respekt erweist. Wie Terry Zwigoffs "Ghost World" oder Todd Solondzs "Storytelling" macht sich "American Splendor" Gedanken über eine Sorte Mensch, die im üblichen Sinne als "Nerds" im gesellschaftlichen Niemandsland oder in komischen Nebenrollen ihr Dasein fristet: die Einsamen, schlecht Angezogenen, ewigen Nörgler, die in Wahrheit die besten Chronisten ihrer Zeit und Umwelt sind und selbst unendlich unterhaltsamen Stoff für Beobachtungen liefen, denn - um es mit Harvey Pekars Worten auszudrücken: "Das normale Leben ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit."

In seinem Fall ist es zunächst das tödlich langweilige Dasein als Aktenschieber in einem Krankenhaus. Frei von Sentimentalität und mit erschütternd trockenem Humor kommentiert die heisere Erzählerstimme des echten Harvey seine ersten Bemühungen als Comic-Autor, seinen jahrelangen Kampf mit Krebs, den nicht weniger permanenten Trouble mit der Einsamkeit und der höchst komplizierten Beziehung zu seiner (von einer kaum erkennbaren hornbebrillten Hope Davis gespielten) Frau Joyce. Die gespielten Szenen mit dem versierten "Nerd"-Darsteller Paul Giamatti, der mit einer Brillanz und Komik durch die Szenen schlurft, dass er nicht nur seiner Rolle, sondern auch sich selbst ein Denkmal setzt, gleiten zwischendurch immer wieder hinüber in die Handlung hinter der Kamera: Da sitzen dann der echte Harvey und sein sonderbarer Freund "Nerd" im Studio und schauen sich selbst zu. Und wenn der Film am Ende Pekar bei seinen Auftritten bei US-Talker David Letterman im Wechsel mit Giamatti zeigt, sind beide auf wunderbare Weise kaum mehr zu unterscheiden.

Nach 100 Minuten schüttelt der Zuschauer Harvey Pekar zum Abschied die Hand, als hätte er mit ihm in irgendeinem Diner gesessen und er ihm bei einem Burger seine Lebensgeschichte erzählt. Genauso eigenwillig ist "American Splendor" und wie sein Protagonist und dessen Comics voll von schüchternen Beobachtungen hässlicher und allgemeiner Enttäuschungen. Eine surreale Mischung aus Komödie, Drama und Dokumentation, ein trauriger, lustiger, kluger und sehr schöner Film zugleich. cm.

Darsteller:  Paul Giamatti   als Harvey Pekar
  Harvey Pekar   als Der "echte" Harvey
  Hope Davis   als Joyce Brabner
  Joyce Brabner   als Die "echte" Joyce
  Judah Friedlander   als Toby Radloff
  James Urbaniak   als Robert Crumb
  Maggie Moore   als Alice Quinn
  Earl Billings   als Mr. Boats
  Madyline Sweeten   als Danielle
  Danielle Batone   als Die "echte" Danielle
  Danny Hoch   als Marty
  Shari Springer Berman   als Interviewer
  Robert Pulcini   als Bob, der Regisseur
  Toby Radloff   als Der "echte" Toby
  Donal Logue   als Bühnendarsteller Harvey
  Molly Shannon   als Bühnendarstellerin Joyce
  James McCaffrey   als Fred
 
Regie:  Shari Springer Berman  
  Robert Pulcini  
Buch:  Shari Springer Berman  
  Robert Pulcini  
Musik:  Mark Suozzo  
Kamera:  Terry Stacey  
Produzent:  Ted Hope  
 

American Splendor in der Fotoshow

 

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Paul Giamatti

Mit verkorkst verrunzelten Charakteren wie Hausmeistern, Alkoholikern, dicklichen Intellektuellen, Vertretern, Weinkennern, Trainern,...