- Service:
- Newsletter
- RSS
- kino.de mobil
- Sitemap
- Kontakt
Kaufvideo
Erhältlich seit:
29.06.2005
USA 2002
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12
Paul Giamatti
Harvey Pekar
Hope Davis
Regie: Shari Springer Berman, ...
Sunfilm Entertainment

In den 70e Jahren begann Harvey Pekar aus Cleveland, sein einsames und langweiliges Dasein in Form von Comics zu dokumentieren. Seither ist sein Leben in der Comicreihe "American Splendor" festgehalten - und jetzt auch in einem Film. Die Regisseure Shari Springer Berman und Robert Pulcini verbinden darin mit verblüffendem Einfallsreichtum Zeichentrick-Animationen und dokumentarische Aufnahmen mit gespielten Szenen der wenigen starken und vielen schwachen Momente ihres launigen Helden, den der Zuschauer mit dem gesamten Spektrum seiner Paranoia und seines Ärgers kennen lernen darf. Und das ist ein großes Vergnügen.
Nicht zuletzt deshalb, weil die Regisseure, die zuvor Dokumentarfilme gedreht haben, das Genre des Biopics dekonstruieren, indem sie das Leben ihres Helden nicht in eine klassische narrative Form bringen, sondern ihr "Rohmaterial" zu einem originellen Konstrukt aus dramatischen Szenen mit Paul Giamatti in der Rolle von Harvey Pekar, dokumentarischen Interviews mit dem echten Pekar und animierten Fetzen aus den Comics von Harvey Pekar zusammenpuzzeln. Das Ergebnis ist eine jazzige Collage, die in keine Kategorie passen will und sich damit genialerweise genau dem nähert, dem sie Respekt erweist. Wie Terry Zwigoffs "Ghost World" oder Todd Solondzs "Storytelling" macht sich "American Splendor" Gedanken über eine Sorte Mensch, die im üblichen Sinne als "Nerds" im gesellschaftlichen Niemandsland oder in komischen Nebenrollen ihr Dasein fristet: die Einsamen, schlecht Angezogenen, ewigen Nörgler, die in Wahrheit die besten Chronisten ihrer Zeit und Umwelt sind und selbst unendlich unterhaltsamen Stoff für Beobachtungen liefen, denn - um es mit Harvey Pekars Worten auszudrücken: "Das normale Leben ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit."
In seinem Fall ist es zunächst das tödlich langweilige Dasein als Aktenschieber in einem Krankenhaus. Frei von Sentimentalität und mit erschütternd trockenem Humor kommentiert die heisere Erzählerstimme des echten Harvey seine ersten Bemühungen als Comic-Autor, seinen jahrelangen Kampf mit Krebs, den nicht weniger permanenten Trouble mit der Einsamkeit und der höchst komplizierten Beziehung zu seiner (von einer kaum erkennbaren hornbebrillten Hope Davis gespielten) Frau Joyce. Die gespielten Szenen mit dem versierten "Nerd"-Darsteller Paul Giamatti, der mit einer Brillanz und Komik durch die Szenen schlurft, dass er nicht nur seiner Rolle, sondern auch sich selbst ein Denkmal setzt, gleiten zwischendurch immer wieder hinüber in die Handlung hinter der Kamera: Da sitzen dann der echte Harvey und sein sonderbarer Freund "Nerd" im Studio und schauen sich selbst zu. Und wenn der Film am Ende Pekar bei seinen Auftritten bei US-Talker David Letterman im Wechsel mit Giamatti zeigt, sind beide auf wunderbare Weise kaum mehr zu unterscheiden.
Nach 100 Minuten schüttelt der Zuschauer Harvey Pekar zum Abschied die Hand, als hätte er mit ihm in irgendeinem Diner gesessen und er ihm bei einem Burger seine Lebensgeschichte erzählt. Genauso eigenwillig ist "American Splendor" und wie sein Protagonist und dessen Comics voll von schüchternen Beobachtungen hässlicher und allgemeiner Enttäuschungen. Eine surreale Mischung aus Komödie, Drama und Dokumentation, ein trauriger, lustiger, kluger und sehr schöner Film zugleich. cm.
| Darsteller: | Paul Giamatti | als Harvey Pekar | |
|---|---|---|---|
| Harvey Pekar | als Der "echte" Harvey | ||
| Hope Davis | als Joyce Brabner | ||
| Joyce Brabner | als Die "echte" Joyce | ||
| Judah Friedlander | als Toby Radloff | ||
| James Urbaniak | als Robert Crumb | ||
| Maggie Moore | als Alice Quinn | ||
| Earl Billings | als Mr. Boats | ||
| Madyline Sweeten | als Danielle | ||
| Danielle Batone | als Die "echte" Danielle | ||
| Danny Hoch | als Marty | ||
| Shari Springer Berman | als Interviewer | ||
| Robert Pulcini | als Bob, der Regisseur | ||
| Toby Radloff | als Der "echte" Toby | ||
| Donal Logue | als Bühnendarsteller Harvey | ||
| Molly Shannon | als Bühnendarstellerin Joyce | ||
| James McCaffrey | als Fred | ||
| Regie: | Shari Springer Berman | ||
| Robert Pulcini | |||
| Buch: | Shari Springer Berman | ||
| Robert Pulcini | |||
| Musik: | Mark Suozzo | ||
| Kamera: | Terry Stacey | ||
| Produzent: | Ted Hope | ||
American Splendor in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Audiokommentar, Behind the Scenes, Trailer, Featurette "Road to Splendor: Cannes Film Festival", Bio- und Filmografien, 24seitiges Comic-Booklet
Star
Paul Giamatti
Mit verkorkst verrunzelten Charakteren wie Hausmeistern, Alkoholikern, dicklichen Intellektuellen, Vertretern, Weinkennern, Trainern,...
Registrieren




