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Amores perros

International ausgezeichnetes und verehrtes Menschen- und Milieuporträt aus Mexiko City.


Amores perros

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Erhältlich seit:
25.07.2002

Thriller/ Drama

Mexiko 2000
Laufzeit: 148 Min.
FSK: ab 16

Emilio Echevarría
Goya Toledo
Gael García Bernal

Regie: Alejandro González Iñárritu
Warner Home Video Germany

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Amores perros

Mexico City. Ein Autounfall, wie er täglich Dutzende Male in einer Großstadt passiert. Doch diesmal treffen die unterschiedlichsten Individuen aufeinander, die eines gemeinsam haben: die Suche nach Glück. Da gibt es den arbeitslosen Octavio, der mit Hundekämpfen an Geld kommen will, um damit mit seiner Schwägerin durchzubrennen; zudem das Topmodel Valeria, das den Verleger Daniel dazu bringt, seine Familie zu verlassen; schließlich ist da noch Ex-Professor "El Chivo", der als Auftragskiller mit seiner Hundemeute durch die Stadt zieht.

Das bewegende Regiedebüt des Mexikaners Alejandro Gonzáles Iñárritu wurde weltweit mit Preisen überhäuft (u.a. Oscar-Nominierung für den besten Auslands-Film). Die agile Handkamera fängt viele menschliche Details ein, und so ist man trotz der schockierenden Anfangsszene bereit, den Protagonisten auf ihren verschlungenen Pfaden durch die Metropole zu folgen. Selten wurde Gesellschaftskritk in solch stilistischer Perfektion geübt. Das gewalttätige und zugleich zärtliche (Über-)Lebensporträt wird Filmkunstliebhaber faszinieren.

Amores perros

Eine Oscar-Nominierung als Bester Ausländischer Film 2001 und zahlreiche Festivalpreise sind die Empfehlungen eines mexikanischen Dramas, das seine, die eigenen Landesgrenzen weit überschreitende Publikumsakzeptanz schon hinreichend bewiesen hat. Das Regiedebüt von Alejandro González Inárritu verfolgt über zweieinhalb fesselnde Stunden lang das zwischen Gewalt und Liebe, Verzweiflung und Hoffnung pulsierende Leben in Mexiko City, das auch bei deutschen Filmkunstliebhabern seine Wirkung nicht verfehlen dürfte.

Der Grad der Bewunderung für "Amores Perros" und seinen Regisseur spiegelt sich auch darin, dass Inárritu zu den vier In-Regisseuren zählt (Ang Lee, Wong Kar-Wai, Guy Ritchie sind die anderen, ergänzt von Routinier John Frankenheimer), die BMW für fünf online ausgestellte Spots ausgesucht hat. Ob man dem Talent mit Megahype wirklich einen Gefallen tut, indem man riesige Erwartungen weckt, ist fraglich. Sicher ist jedenfalls, dass sich Inárritu und sein Autor Guillermo Arriaga Jordan mit großer Intensität, moralisch wertfrei, hart und realistisch, aber auch mit sanftem Atemholen in einem Genre behaupten, in dem "Magnolia" oder "Short Cuts" Meilensteine gesetzt haben. Auch "Amores Perros" bringt in gemeinsame Berührungspunkte aufweisenden Episoden Schicksale zusammen, um in der Hässlichkeit das Schöne und umgekehrt zu entdecken. Die Struktur des Films ist nicht linear, beginnt mit einem Autounfall, in dem zwei völlig unterschiedliche Existenzen vor den Augen eines Beobachters zusammenprallen. In Rückblicken entfaltet sich dann das mit Handkamera und grobkörnigen Bildern eingefangene, klaustrophobische Leben des jungen Octavio, der seine Schwägerin liebt und mit Hundekämpfen eine Möglichkeit entdeckt, ihr eine Zukunft ohne seinen brutalen Bruder bieten zu können. In Totalkontrast zu diesem unsentimentalen Überlebenskampf mit konsequenter Bodenperspektive geht der Blick der zweiten Episode zunächst hinauf, begleitet die Beziehung eines verheirateten Mannes zu einem Model, bis die frische Liebe durch den Unfall extrem belastet wird. Schließlich erfährt man noch von der tragischen Biografie eines Mannes, der Frau und Tochter für die Ideale der Revolution verließ und viele Jahre später nun als obdachloser Auftragsmörder durch Mexiko City streift. Die 21-Millionenmetropole ist passiver Schauplatz, aber auch aktiver Katalysator für die geschickt verwebten Ereignisse. "Amores Perros" zeigt seine Liebe zum Leben, gibt sich aber keinen Illusionen hin. Hoffnung existiert, aber der Mensch selbst tritt sie mit Füßen. So wie Liebe und Hass die Extrempole desselben Gefühls sind, definieren die Widersprüche, am besten vereint in der Figur des gebrochenen Revolutionärs, die wahre Natur des Lebens. Schwer vorstellbar, das man diesen Film, über den sich lange diskutieren lässt, am Kinoausgang zurücklässt und nicht nachdenklich nach Hause mitnimmt. kob.

Darsteller:  Emilio Echevarría   als El Chivo
  Goya Toledo   als Valeria
  Gael García Bernal   als Octavio
  Álvaro Guerrero   als Daniel
  Vanessa Bauche   als Susana
  Jorge Salinas   als Luis Miranda Solares
  Rosa María Bianchi   als Tante Luisa
 
Regie:  Alejandro González Iñárritu  
Buch:  Guillermo Arriaga Jordan  
Musik:  Gustavo Santaolalla  
Kamera:  Rodrigo Prieto  
Produzent:  Alejandro González Iñárritu  

"Mystic River" bester Film 2003

Sie gilt als DER Fingerzeig für die Oscars: die alljährliche Wahl des US National Board of Review in den Kategorien Bester Film und Bester Darsteller.

Herausragend: Sean Penn in "Mystic River" (Foto: Warner) Großansicht

Herausragend: Sean Penn in "Mystic River" (Foto: Warner)

Sean Penn geht als großer Gewinner aus der inoffiziellen Oscar-Preview hervor: Er wurde als bester Darsteller des Jahres 2003 ausgezeichnet für seine Rollen als vorschneller Rächer seiner ermordeten Tochter in "Mystic River" und schwerkranker Empfänger eines Spenderherzens im Todespuzzle "21 Gramm" (bei uns ab 5.2. im Kino). Dabei ließ er sogar Megastar Tom Cruise mit seinem Schwert-Spektakel "Last Samurai" (8.1.) hinter sich.

Edward Zwick, der den Edel-Eastern inszenierte, heimste den Preis als bester Regisseur ein - obwohl zuletzt ganz Amerika Clint Eastwood für seine bedeutungsschwere Inszenierung des Sozialdramas "Mystic River" als neues Lieblingskind hinter der Kamera gefeiert hatte. Dessen Werk wurde zwar zum besten Film gewählt, das lag aber nach Meinung der Jury weniger an der Inszenierung des Altmeisters, denn an den exzellenten darstellerischen Leistungen von Sean Penn, Tim Robbins, Kevin Bacon, Laura Linney, Laurence Fishburne und Marcia Gay Harden.

Möge das Spiel beginnen!

Auf Platz zwei kam bei den besten Filmen "The Last Samurai" vor dem Independent-Drama "The Station Agent" und dem hochintelligenten "21 Grams" von Alejandro González Iñárritu, dem Regisseur von "Amores perros".

Diane Keaton wurde als beste Schauspielerin geehrt: In der Komödie "Was das Herz begehrt" (12.2.) mimt sie eine Dramenautorin. Jack Nicholson spielt ihren Ex-Mann, Keanu Reeves ist ebenfalls mit von der Partie.

Damit ist die Ratesaison für die Oscar-Kandidaten offiziell eröffnet: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die meisten der erwähnten Filme und Darsteller auch auf den Nominierungslisten der Academy Awards finden werden, ist hoch.

 

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