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An Education

Verfilmung der Memoiren von Lynn Barber nach einem Drehbuch von Nick Hornby über eine Sechzehnjährige, die einem älteren Mann verfällt und sich von ihm das Dolce Vita zeigen lässt.


An Education

Leihvideo

Erhältlich seit:
22.07.2010

Originaltitel: An Education

Drama

Großbritannien 2009
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Carey Mulligan
Peter Sarsgaard
Dominic Cooper

Regie: Lone Scherfig
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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An Education

Die 16-jährige Jenny wächst 1961 in einem Mittelklassehaushalt im Londoner Twickenham auf. Für ihren strengen Vater ist eine solide Schaulausbildung das wichtigste, das Cellospiel ist noch das äußerste an Freizeitbeschäftigung, das er gestattet. Doch Jenny will mehr vom Leben. Als sie den deutlich älteren Lebemann David kennenlernt und von ihm zunächst in die Society und später, an ihrem 17. Geburtstag in Paris, auch in die Liebe eingeführt wird, werden ihre Träume wahr. Doch dann wird das Mädchen von der Realität eingeholt.

Basierend auf den Memoiren der Journalistin Lynn Barber, die als Minderjährige im England in der Zeit vor den Beatles eine Affäre mit einem älteren Mann hatte, verfasste Nick Hornby ein Drehbuch, das eine regelrechte Steilvorlage für den einfühlsamen Inszenierungsstil von Lone Scherfig darstellt. Vor allem aber hat "An Education" in der 24-jährigen Carey Mulligan eine Hauptdarstellerin, die man als große Neuentdeckung bezeichnen muss: Ihre Jenny ist einer der faszinierendsten Filmteenager des neuen Jahrtausends.

An Education

Lone Scherfigs Geschichte über das Erwachsenwerden einer 16-Jährigen im London der Prä-Swinging-Sixties ist ein Showcase für die wunderbare Carey Mulligan.

An education - der Titel des Films umreißt in seiner Doppeldeutigkeit bereits das Spannungsfeld, um das es geht in Lone Scherfigs mittlerweile fünfter Kinoarbeit, ihrem ersten Film seit "Wilbur Wants to Kill Himself" aus dem Jahr 2002. Um eine Lehre nämlich, einerseits im Sinne von Ausbildung, die die 16-jährige Jenny, eine talentierte Schülerin, auf jeden Fall machen soll, wenn es nach ihrem strengen Vater aus dem muffigen Londoner Mittelklassemilieu des Jahres 1961 geht. Andererseits um eine wichtige Lebenserfahrung, die sich aus der Zufallsbekanntschaft mit dem scheinbar sorglosen Lebemann David ergibt: Er eröffnet Jenny eine völlig neue Welt mit unendlich vielen Möglichkeiten, eine Welt mit unangepasster Jazzmusik, moderner Mode, teuren Hotelzimmern und progressiver Lebenssicht, mit Paris und der Aussicht auf sexuelle Erfüllung, eine Welt., von der sie geträumt hat, die ihr durch ihren Schulabschluss näher kommen sollte und sich nun unvermittelt auftut. Zwischen den beiden Polen - Leben für die Schule, Schule des Lebens -schwankt das Mädchen fortan und muss seinen eigenen Weg finden zwischen ernsthafter Pflichtvergessenheit und unbeschwertem Genuss, zwischen Sein und Schein.

Schon die Szene, in der Jenny ihren Galan kennenlernt, weist diese Geschichte eines Erwachsenwerdens als etwas Besonderes aus: Sie mit ihrem schweren Cello patschnass im strömenden Regen, auf den Bus wartend, der nicht kommt, er in seinem schnittigen Sportcoupé, elegant und redegewandt, der sich bereit erklärt, wenn schon nicht ihr, dann doch wenigstens dem armen Cello in seinem Wagen Sicherheit vor den Wassermassen anbieten zu dürfen - während sie nebenher mitläuft. Da schwingt eine Wahrhaftigkeit, origineller Witz, große Liebe für die Figuren mit, die die Handschrift von "High Fidelity"- und "About a Boy"-Autor Nick Hornby verrät, der nach den Memoiren der britischen Journalistin Lynn Barber sein erstes Drehbuch verfasst hat. Ganze Arbeit hat er geleistet, weil es ihm in seinem Buch auch gelingt, einen Wendepunkt in der Geschichte Englands präzise einzufangen und nachvollziehbar zu machen: der kurze, entscheidende Moment vor dem Beginn der Popkultur, als sich das Empire noch mit stiff upper lip und großer Kraft dem Wandel entgegenstemmt, der von den Beatles ein Jahr später eingeleitet wird. In "An Education" lässt sich die Ära des "Yeah, yeah, yeah" nur erahnen, manifestiert in der Figur von Jenny, deren Neugier und Lust auf Leben die Mauern schließlich zum Einfall bringen muss.

Lone Scherfig nutzt die Steilvorlage. Stilistisch ist der Film Welten entfernt von ihrem ersten Erfolg, dem Dogma-Werk "Italienisch für Anfänger", bewahrt hat sie sich aber ihr untrügliches Gespür für Figuren, Stimmung, Raum und Zeit. Sie ist eine wunderbare Schauspieler-Regisseurin, der offenkundig bewusst ist, dass ihre Hauptdarstellerin ein Rohjuwel ist, eine Wucht, eine Entdeckung: Wie die gerade einmal 24-jährige Carey Mulligan ihren heiklen Part eines hellwachen, aber beeindruckbaren Mädchens meistert, das von ihrem Playboy ausgenutzt wird, aber doch zu keinem Moment Opfer ist, ist mit "die neue Audrey Hepburn", wie es mehrfach zu lesen war, ungenügend beschrieben. Gerade weil diese Jenny ein Original ist, ohne Beispiel, darf man zu Superlativen greifen: Mulligan steht nicht nur in quasi jeder Szene im Mittelpunkt und muss sich obendrein noch gegen Vollprofis wie Peter Sarsgaard, Alfred Molina, Olivia Williams und - in einem kurzen Gastauftritt - Emma Thompson behaupten. Sie macht es, mit Eleganz, Würde, Leichtigkeit und Charme. "An Education" einen gewissen Hang zur Konventionalität zu verzeihen, fällt da nicht schwer. ts.

Darsteller:  Carey Mulligan   als Jenny
  Peter Sarsgaard   als David
  Dominic Cooper   als Danny
  Rosamund Pike   als Helen
  Alfred Molina   als Jack
  Cara Seymour   als Majorie
  Matthew Beard   als Graham
  Emma Thompson   als Schuldirektorin
  Sally Hawkins   als Sarah
  Amanda Fairbank-Hynes   als Hattie
  Olivia Williams   als Miss Stubbs
  Ellie Kendrick   als Tina
  Luis Soto   als Rachman
  Kate Duchêne   als Latin Teacher
  William Melling   als kleiner Junge
  Connor Catchpole   als kleiner Junge
  Nic Sampson   als Auctioneer
  James Norton   als Student
  Bel Parker   als kleines Mädchen
  Beth Rowley   als Nightclub Sängerin
 
Regie:  Lone Scherfig  
Buch:  Nick Hornby  
Musik:  Paul Englishby  
Kamera:  John de Borman  
Produzent:  Finola Dwyer  
  Amanda Posey  

"Harry Potter"-Autorin Rowling lehnt Oscar-Auftritt mit "Twilight"-Kollegin ab

Es wäre ein echtes Highlight für die Oscar-Verleihung Sonntag nacht gewesen: die beiden Autorinnen der angesagtesten Fantasy-Romanreihen zusammen auf der Bühne.

Dabei hätten sie so ein schönes Paar abgegeben: "Harry Potter"-Erfinderin J.K. Rowling und "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer (Foto: J.P. Masclet / Stephenie Meyer) Großansicht

Dabei hätten sie so ein schönes Paar abgegeben: "Harry Potter"-Erfinderin J.K. Rowling und "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer (Foto: J.P. Masclet / Stephenie Meyer)

Joanne K. Rowling hat mit den Harry Potter-Romanen einen weltweiten Zauber-Kult begründet und Stephenie Meyer gab dem uralten Vampirmythos mit der Twilight-Saga einen romantischen Neuanstrich, der Millionen Fanherzen zum Schmelzen bringt. Für Hollywood lieferten damit beide perfekten Kinostoff: Denn die fantastischen Erlebnisse von Harry Potter, Edward Cullen & Co. entführen Filmfans in ganz eigene, liebevoll ausgestaltete Welten und geben dem vielzitierten Wort "Traumfabrik" völlig neue Dimensionen.

Um so schöner die Idee der Academy, die beiden Schriftstellerinnen bei der Oscar-Verleihung genau jene Künstler ehren zu lassen, die aus Buchvorlagen Drehbücher gestalten und so Romanerlebnisse auf die Leinwand bringen helfen: J.K. Rowling und Stephenie Meyer sollten den Academy Award für das beste adaptierte Drehbuch überreichen.

Scheut J.K. Rowling den Vergleich mit der Twilight-Autorin?

Doch während Twilight-Autorin Meyer spontan zusagte, lehnte Harry Potter-Erfinderin J.K. Rowling das Angebot ab. Begründet hat sie dies mit der Arbeit an ihrem neuen Buch: "Es tut mir Leid, aber Ihr werdet in nächster Zeit generell wenig von mir hören, weil Papier und Stift für mich momentan das Wichtigste sind", schreibt Rowling auf ihrer Website. Die Kultautorin arbeitet nach eigenen Angaben an einem Buch für etwas jüngere Kinder als die Harry Potter-Leser, das sie als "politisches Märchen" beschreibt, in dem es "um ein Monster" gehe.

In Hollywood spekuliert man nun natürlich, ob Rowling schlicht keine Lust hatte die Bühne mit der Person zu teilen, die als ihre legitime Nachfolgerin in Sachen Teenie-Kult gilt. Wobei der Hype um "Twilight" vielleicht sogar einen Tick extremer ist als der um Harry Potter - jedenfalls, wenn es nach der Lautstärke kreischender Girls geht, die irgendwo Hauptdarsteller Robert Pattinson sichten.

So wird Stephenie Meyer den Oscar fürs adaptierte Drehbuch eben allein überreichen. Darüber freuen sich in der Nacht auf Montag entweder die Macher des bahnbrechenden SciFi-Dramas "District 9", der Verführungsstudie "An Education", der tiefsinnig-schrägen Clooney-Komödie "Up in the Air", des Sozialdramas "Precious" oder der britischen Polit-Satire "In the Loop".

 

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