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Anatomie

Gnadenlos spannender Horrorthriller. Regisseur Stefan Ruzowitzky erweist sich mit der ersten Produktion der DCP Filmproduktion als vielseitiger Filmemacher.


Anatomie

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Thriller/ Horror

Deutschland 2000
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 16

Franka Potente
Benno Fürmann
Anna Loos

Regie: Stefan Ruzowitzky
Columbia TriStar Home Entertainment (CTHE)

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Anatomie

Für die ehrgeizige Medizinstudentin Paula geht ein Traum in Erfüllung, als sie zu einem Elitekurs in Anatomie beim berühmten Heidelberger Professor Grombeck zugelassen wird. Doch die Freude weicht schnell blankem Entsetzen, als auf den Seziertisch der jungen Frau ein Mann zu liegen kommt, der nur einen Tag zuvor noch am Leben war. Allen Warnungen zum Trotz stellt Paula Nachforschungen an und kommt bald einem mysteriösen Geheimbund auf die Spur, der in den Gemäuern des ehrwürdigen Instituts sein Unwesen treibt...

Der der Tradition von "Scream" und Co. verpflichtete Horror-Thriller, geschrieben und inszeniert vom Österreicher Stefan Ruzowitzky, war mit knapp zwei Millionen Zuschauern ganz zu Recht die bisher erfolgreichste deutsche Kino-Produktion des Jahres. In der Hauptrolle brilliert die etwas gegen den Strich besetzte Franka Potente ("Lola rennt"), würdige Mitspieler hat sie besonders in Benno Fürmann und Anna Loos. Packende, gnadenlos spannende und bis zuletzt überraschende Unterhaltung.

Anatomie

Mit einem perfekt auf ein junges Publikum abgestimmten Horrorthriller meldet sich die Deutsche Columbia TriStar Filmproduktion - in Coproduktion mit Claussen & Wöbke Filmproduktion - zu Wort. In seinem ersten Mainstream-Projekt führt Stefan Ruzowitzky ("Die Siebtelbauern") "Lola rennt"-Star Franka Potente - als unerfahrene aber ehrgeizige Medizinstudentin - mit ausgeprägtem Sinn für Stil und Eleganz durch ein sich behutsam steigerndes Schreckensszenario, in dem die Heldin gleich mehrere Feuertaufen zu bestehen hat. Ein streckenweise bestechend kühler Schocker, in dem es hinter jeder glatten Oberfläche brodelt, das erhoffte ganz große Grauen allerdings niemals wirklich ausbricht.

Als kopflastige europäische Antwort auf die Teenie-Horrorwelle in den USA funktioniert "Anatomie" prächtig, denn während man sich in Hollywood seit "Scream" damit begnügt, die stets gleiche Mischung aus Erfolgsformel und Genrezitaten aufs Neue aufzukochen, geht Ruzowitzky mit seinem geheimnisvollen Verschwörungsthriller gezielt neue Wege. Dass nichts so ist, wie es zunächst scheint, in seiner immer einen Tick zu glatten, wie von Ralph Lauren entworfenen Kommilitonen-Universum (fesche Bubis mit Scheitel und Polohemd), hat Methode und ist Thema bei der Suche der verhuschten Paula nach der Ursache des Todes eines Jungen, dem sie an einem Tag das Leben gerettet hat und am nächsten als Versuchsobjekt im Anatomieunterricht vorfindet.

Schon in einer der ersten Szenen seines peinlich genau durchgestylten Films zeigt Ruzowitzky, worauf er hinauswill, wenn er zu schmeichelnder Easy-Listening-Musik das Gesicht eines entspannten Teenagers zeigt, der im Solarium zu liegen scheint. Je mehr die Kamera allerdings vom Raum und Körper offenbart, desto deutlicher wird, dass sich der Junge tatsächlich an einem Hort des Grauens befindet: Ruhiggestellt mit Drogen, muß er erkennen, dass bereits sein gesamter Arm von zwei Gestalten skelletiert wurde. Zwei weitere Male wird Ruzowitzky danach Szenen mit der gleichen Einstellung beginnen. Was beim ersten Mal noch friedlich wirkte, hat dann jedoch einen bedrohlichen Effekt. Ähnlich verfährt der Film mit seiner Heldin, die sich von München zu einem Anatomie-Elitekurs nach Heidelberg aufmacht, um sich ihren Traum zu erfüllen, in die Fußstapfen ihres geliebten Großvaters zu treten und eine wichtige Medizinerin zu werden. Wie ein waschechter Highschoolfilm beginnt "Anatomie" und entführt Paula in eine Welt, die so perfekt zu sein scheint, dass einfach nichts stimmen kann. Blondinen sind zu blond, Muskelmänner zu muskulös, schimmernde Oberflächen zu glatt. Und natürlich bergen sie alle Geheimnisse. Geheimnisse, die Paula in einen Strudel der Ereignisse schleudern, an dessen Ende die Anti-Hippokraten, eine sagenumwobene Loge von Medizinern, für die die Erhaltung von Leben nicht das Primärziel ist, lauern. Doch selbst dieser Geheimbund birgt ein zusätzliches Geheimnis, das Paula in Lebensgefahr bringt...

Sehr clever hat Stefan Ruzowitzky Paulas Reise durch den Spiegelsaal eingerichtet, als Trial-and-Error-Test (à la "Das zauberhafte Land") und als Allegorie auf das Erwachsenwerden. Leider bleibt die Logik so manches Mal auf der Strecke, handeln die Figuren so, wie es das Konzept, aber nicht der gesunde Menschenverstand erfordert. Deshalb kann "Anatomie" seine volle Wucht nicht richtig entfalten: Nie löst sich der Film aus den vorgegebenen Genregrenzen. Aber mit Franka Potente (mit Wischmobfrisur) hat er eine erstklassige Identifikationsfigur, und Anna Loos als blondes Biest und Benno Fürmann als tumbes Campus-Sexobjekt sorgen überdies dafür, dass etwaige Schwächen nicht weiter ins Gewicht fallen. ts.

Darsteller:  Franka Potente   als Paula
  Benno Fürmann   als Hein
  Anna Loos   als Gretchen
  Sebastian Blomberg   als Caspar
  Holger Speckhahn   als Phil
  Traugott Buhre   als Professor Grombek
  Arndt Schwering-Sohnrey   als David
  Rüdiger Vogler  
  Oliver K. Wnuk  
  Alexander Held   als Polizist
 
Regie:  Stefan Ruzowitzky  
Buch:  Stefan Ruzowitzky  
Musik:  Marius Ruhland  
Kamera:  Peter von Haller  
Produzent:  Jakob Claussen  
  Thomas Wöbke  
  Andrea Willson  

Messerscharfer Thriller wird fortgesetzt

Der erfolgreichste deutsche Kinofilm des Jahres 2000 - "Anatomie" - wird fortgesetzt. Bereits in diesem Monat beginnen die Dreharbeiten zu "Anatomie 2". Hinter der Kamera wird wieder Regisseur und Autor Stefan Ruzowitzky stehen

Franka Potente ist wieder mit von der Partie.

Franka Potente ist wieder mit von der Partie.

Bei der Besetzung hat sich hingegen einiges getan. So wurden außer Franka Potente keine Darsteller aus dem Vorgänger übernommen. Die "neuen" können sich aber auch sehen lassen: Barnaby Metschurat ("Julietta"), der die Hauptrolle übernimmt, Heike Makatsch ("Männerpension"), Herbert Knaup ("Lola rennt") und viele andere. Dies hat auch zur Folge, dass die Story wenig mit Teil 1 zu tun hat. Das Sequel wird aber an den bewährten Elementen des ersten Films anknüpfen.

Der Action-Thriller erzählt die Geschichte des jungen Arztes Jo, der nach seinem erfolgreichen Studium enthusiastisch seine AIP-Stelle in einem Großklinikum antritt. Seine Ambitionen verlieren sich im stressigen Krankenhausalltag. Als Jo die Möglichkeit erhält, an einem elitären Forschungsprojekt teilzunehmen, weiss er zunächst nicht, dass er sich dem Geheimbund der Antihippokraten anschließt. Der talentierte Mediziner gerät immer tiefer in den Strudel gefährlicher Experimente und ehrgeizigen Forscherwahns, dem er am Ende nur knapp entkommt. Kinostart ist vorrausichtlich Winter 2002/2003, es produziert, wie beim ersten Teil, die Deutsche Columbia Pictures zusammen mit Claussen + Wöbke Filmproduktion.

Foto: Columbia TriStar Pictures

 

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