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Angel - Ein Leben wie im Traum

Kostümfilm von Francois Ozon über Aufstieg und Fall einer Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen in Großbritannien zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


Angel - Ein Leben wie im Traum

Leihvideo

Erhältlich seit:
03.01.2008

Originaltitel: Angel

Drama

Frankreich/Großbritannien/Belgien 2007
Laufzeit: 114 Min.
FSK: ab 6

Romola Garai
Lucy Russell
Michael Fassbender

Regie: François Ozon
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Kostümfilm von Francois Ozon über Aufstieg und Fall einer Schriftstellerin aus einfachen Verhältnissen in Großbritannien.

Angel hat Erfolg als Schriftstellerin (Foto: Concorde) Großansicht

Angel hat Erfolg als Schriftstellerin (Foto: Concorde)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelingt es der aus einfachsten Verhältnissen stammenden Angel Deverell (Romola Garai), als Schriftstellerin Fuß zu fassen. Dank ihrer außergewöhnlichen Vorstellungskraft werden ihre Bücher zu Ereignissen, die auch in der Oberschicht der britischen Gesellschaft auf Begeisterung stoßen. Mit einem Mal stehen Angel Tür und Tor offen. Doch das Glück währt nicht lange.

Nachdem er zuletzt zweimal in Cannes ("Swimming Pool" im Wettbewerb, "Die Zeit, die bleibt" in Un Certain Régard) und einmal in Venedig ("5x2") vertreten war, kehrte Francois Ozon mit seinem zweiten englischsprachigen Film nach Berlin zurück, wo er zum dritten Mal (nach "Tropfen auf heiße Steine" und "8 Frauen") im Wettbewerb vertreten war.

Theo bringt Angel nach ganz oben (Foto: Concorde) Großansicht

Theo bringt Angel nach ganz oben (Foto: Concorde)

Sein erster Kostümfilm

Der Abschlussfilm der Berlinale ist ein prächtiger Kostümfilm - Ozons erster - aber sein Gespür für feine Psychologisierung ist auch hier allgegenwärtig.

Angel - Ein Leben wie im Traum

Ein Melodram, wie es kitschiger und schöner nicht sein kann: Francois Ozon erzählt in bester Douglas-Sirk-Tradition von Liebe, Lust und Leidenschaft einer jungen Schriftstellerin Anfang des vergangenen Jahrhunderts.

Wer gerne in Bildern und Gefühlen badet, schwebt in diesem aufregend altmodischen englischen Kostümfilm auf Wolke Sieben, wer analytische Filmkunst liebt, wird den Kopf schütteln. Francois Ozon polarisiert mit seiner Reise in die kapriziöse Herz-Schmerz-Welt einer Frau, die sich dem Schein hingibt und dennoch das Sein genießen will. Angel Deverell kommt aus kleinen Verhältnissen - die Mutter werkelt im Dorfladen - und will nach oben, schafft ihren ersten schwülstigen Liebesroman und kauft schon bald das Landhaus ihrer Träume. "Paradise House" erinnert an eine überladene Pralinenschachtel, eine einzige Geschmacksverirrung, noch dicker aufgetragen als im Reich von Rosamunde Pilcher. Die Figur aus Elizabeth Taylors Roman von 1957 wurde inspiriert von Marie Corelli, eine Zeitgenossin Oscar Wildes und Queen Victorias bevorzugte Romanautorin. Im Original wirkt Angel grotesk und nicht besonders liebenswürdig, Ozon dagegen lässt sie in ihrer Naivität und Berechnung sympathisch erscheinen, gibt sie nicht der Lächerlichkeit preis, fast könnte man Parallelen zu Scarlett O'Hara ziehen. Die Neureiche weiß um ihre Verführungskraft und setzt sie bewusst ein - beim verunsicherten Verleger, beim verarmten Maler, dem sie ganz unkonventionell einen Heiratsantrag macht, bei dessen Schwester, die ihr devot zu Diensten steht. Wie ein kleines unartiges Kind beharrt sie auf ihrem Willen und der von Hausfrauen verschlungenen Trivial-Literatur, toppt in ihrer Hysterie sogar Ozons "8 Frauen". Neben der leinwandpräsenten Romola Garai in knalligem Rot oder sanftem Rosa behauptet sich Michael Fassbender als tragisches Objekt der Begierde in leiseren Tönen. Gut besetzt auch die Nebenrollen mit Sam Neill als in Angel verliebter Verleger, Charlotte Rampling als die Konkurrentin verachtende Verlegersgattin und Lucy Russell als die Launische verehrende Sekretärin. Der Verlockung visueller Bezüge zu Regisseuren wie Vincente Minnelli, Michael Powell oder Douglas Sirk kann man kaum widerstehen, für das Auge schwelgt Kostümdesignerin Pascaline Chavanne, zum achten Mal an Ozons Seite, in Samt, Seide und Chiffon, und ein perfekter Filmkuss im strömenden Regen ist das Pünktchen auf dem melodramatischen I. Alles ist unecht an Angels Welt, die realitätsblind an ihre falschen Gefühle glaubt und selbst beim Tod der Mutter und des Ehemannes Pathos pflegt und in Schwarz ihren Auftritt zelebriert. Wer sich auf diesen fein drapierten Fantasiebogen einlässt, sollte sich von Herzen amüsieren. mk.

Darsteller:  Romola Garai   als Angel
  Lucy Russell   als Nora
  Michael Fassbender   als Esmé
  Sam Neill   als Theo
  Charlotte Rampling   als Hermione
  Jacqueline Tong   als Angels Mutter
  Janine Duvitski   als Tante Lottie
  Christopher Benjamin   als Lord Norley
  Jemma Powell   als Angelica
  Simon Woods   als Junger Journalist
  Alison Pargeter   als Edwina
  Seymour Matthews   als Der Doktor
  Tom Georgeson   als Marvell
  Una Stubbs   als Die Lehrerin
  Rosanna Lavelle   als Lady Irania
 
Regie:  François Ozon  
Buch:  Martin Crimp  
  François Ozon  
Musik:  Philippe Rombi  
Kamera:  Denis Lenoir  
Produzent:  Olivier Delbosc  
  Marc Missonnier  
 

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