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Another Day in Paradise

Kompromißloses Gangster-Drama mit exzellenten Darstellerleistungen von "Kids"-Regisseur Larry Clark.


Another Day in Paradise

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Erhältlich seit:
27.03.2006

Thriller/ Drama

USA 1998
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 16

James Woods
Melanie Griffith
Vincent Kartheiser

Regie: Larry Clark
Planet Media Home Entertainment

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Another Day in Paradise

Auf der Flucht vor der Polizei und in Ermangelung besserer Alternativen schließen sich der mißerfolgsverwöhnte Junggauner Bobbie und seine Lebensgefährtin Rosie dem alternden Berufsgangster Mel und seiner Braut an. Bobbie, der in dem skrupellosen, aber nicht uncharmanten Mel so etwas wie ein Vorbild sieht, findet Gefallen am kriminellen Dasein, doch bremst ein mißglückter Deal mit Todesopfern seinen Enthusiamus gründlich. Leider kommt in Mels Wörterbuch das Verb "aussteigen" nicht vor.

Erneut stellt Larry Clark, dessen "Kids" die Kritiker- und Publikumslager spaltete wie kein zweiter US-Film der 90er, Teenager in den Mittelpunkt eines Roadmovies, das mit seiner bluttriefenden Gangstergeschichte diesmal auch den Ansprüchen von Genrefans genügt. Im Windschatten der Hollywood-Blockbuster ging der Kinofilm unter, doch auf Video dürfte dieser ebenso intensive wie unterhaltsame Thriller schon aufgrund seiner starken Besetzung abgehen wie die Feuerwehr.

Another Day in Paradise

Ist Vielfalt die beste Prävention gegen Einfalt, erfüllt Larry Clarks Nachfolger auf seinen vielbeachteten kontroversen Erstling "Kids" in der zur Monokultur neigenden Kinolandschaft einen wichtigen Auftrag. Zeigt er doch jugendliche Erlebniswelt einmal nicht von Sorgen um Prom oder Promotion, sondern von Überlebenskampf, Entwurzelung und Orientierungschaos determiniert. Mit einem intensiven Familiendrama der ausgefallen-realistischen Art, dem dank des guten Rufs von "Kids" durchaus kommerzielle Aufmerksamkeit und ein anregender, geschäftsfördernder Meinungsaustausch unter den Zuschauern zuzutrauen ist.

Angesichts der Qualität dieses Wettbewerbsbeitrags der letztjährigen Filmfestspiele von Venedig und dem großen aktuellen Interesse der deutschen Presse daran, ist es bedauerlich, daß der Advanced Filmverleih dieses Prestigeprojekt nach mehreren Startverschiebungen nun ganz aus dem Programm zu nehmen gedenkt. Dabei erfüllt Clarks, von seinem Authentizität suchenden Fotoband "Tulsa" inspiriertes Zweitwerk in seltener Form das Kriterium eines Erwachsenenfilms, mit dem sich auch Jugendliche identifizieren können. In den 70er Jahren angesiedelt, aber in Beobachtung von Milieu und Gefühlskosmos zeitlos gültig, begleitet dieser konsequent nüchterne, nie moralisierende Film zwei Kids (Vincent Kartheiser, Natasha Gregson Wagner), auf ihrer Tour durchs Paradies von schäbigen Motels und Kneipen, die durch Alkohol und andere Drogen, aber auch die Zuneigung ihrer Tourguides eine Zeitlang auf die Teenager euphorisierend wirkt. Der streunende Outlaw Mel und seine Freundin Sid, die auf der Suche nach dem schnellem Geld wie Raubtiere durchs Land ziehen, werden zum Elternersatz für die Teenager, gerade weil sie ihnen ein konformitätsresistentes Leben vorleben, in dem das sonst Verbotene erlaubt ist. Daß ausgerechnet die von James Woods und ganz besonders Melanie Griffith emotional packend interpretierten Außenseiter das Liebesvakuum der Kids zumindest kurzfristig füllen, ist Clarks ironischer Kommentar zu traditionellen Pädagogikonzepten. Eine Glamourisierung dieses Lebens erwartet den Zuschauer indes nicht. Denn das Paradies zeigt bald sein wahres höllisches, von beängstigenden Kreaturen verzerrtes Gesicht. Wie schon in "Kids" ist Familie Illusion oder Strafe, und das Leben ein Bewährungskampf, in dem Sentimentalität Luxus bleibt. Deshalb, und nicht seiner Drogenthematik wegen, ist Clarks Zweitwerk ein bewußtseinserweiternder wichtiger Film. kob.

Darsteller:  James Woods   als Mel
  Melanie Griffith   als Sid
  Vincent Kartheiser   als Bobbie
  Natasha Gregson Wagner   als Rosie
  James Otis   als Reverend
  Paul Hipp  
  Brent Briscoe  
  Peter Sarsgaard  
  Kim Flowers  
  Brandon Williams  
 
Regie:  Larry Clark  
Buch:  Christopher Landon  
  Stephen Chin  
Kamera:  Eric Alan Edwards  
Produzent:  Stephen Chin  
  Larry Clark  
  James Woods  
 

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James Woods

Kaltblütig, hart, gnadenlos und sadistisch. Seit seinem Killer in Harold Beckers "Mord im Zwiebelfeld" ist James Woods (geb. 1947) dieses Image...

 

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Melanie Griffith

Sie ist die sexy, naive und dumme Blondine in der Nachfolge von Judy Holliday und Marilyn Monroe und hat ein ähnliches Rollenrepertoire...