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Antikörper

Fesselnder Psychothriller um einen Dorfpolizisten, der sich in ein Katz- und Mausspiel mit einem mutmaßlichen Serienkiller verstrickt.


Antikörper

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Erhältlich seit:
10.03.2006

Thriller

Deutschland 2005
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 16

Wotan Wilke Möhring
André Hennicke
Heinz Hoenig

Regie: Christian Alvart
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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Das deutsche Genrekino lebt. Den Beweis liefert das aufregende Duell eines Killers mit einem Polizisten, das Grenzen überschreitet. Zwischen Gut und Böse, zwischen Berlin und Hollywood.

Polizist Martens wird in die Irre geführt (Foto: Kinowelt) Großansicht

Polizist Martens wird in die Irre geführt (Foto: Kinowelt)

Das Zentrum der Angst liegt in Berlin. Hier hat der deutsche Thriller von internationalem Format sein Atelier für die Welt gefunden. 2002 ging "Tattoo" unter die Haut, verstörte die Jagd auf ein von Kunst und Körper fasziniertes mordendes Phantom sogar die Bosse aus Hollywood, die Regisseur Robert Schwentke die Tür zur großen Karriere öffneten.

Drei Jahre später markiert ein weiteres Kinotalent in einem bei uns vernachlässigten Genre sein Revier. Der Anspruch auf großes Kino ist unübersehbar und ließ sich mit dem kreativen Feuer seines Machers auch mit weniger Kohle verwirklichen.

Blut ist seine Lieblingsfarbe: Serienkiller Engel (Foto: Kinowelt) Großansicht

Blut ist seine Lieblingsfarbe: Serienkiller Engel (Foto: Kinowelt)

Abgründe mit Symbolik

Christian Alvart ist ein Filmverrückter im besten Sinne. Wie der Franzose Christophe Gans ("Der Pakt der Wölfe") war auch er Chefredakteur eines Fanzine (X-Tro), bevor es ihn selbst hinter die Kamera zog. "Antikörper" ist Alvarts zweiter Film und wie schon sein erster "Curiosity & the Cat" ein intensiver Blick auf Abgründe, die sich in unserer unmittelbaren Nähe öffnen.

Kalifornische Horrorhits wie "Sieben", "Das Schweigen der Lämmer" oder "Blutmond" sind als Vorbilder auszumachen, überschatten aber Alvarts Schocker nicht, der mit Atmosphäre und Spannung selbst eindrucksvoll Zeichen setzt. Religiöse Symbolik spielt eine tragende Rolle in diesem Psychoduell zweier Männer aus scheinbar unterschiedlichen Welten.

Der Anfang einer Affäre: Lucy und Martens (Foto: Kinowelt) Großansicht

Der Anfang einer Affäre: Lucy und Martens (Foto: Kinowelt)

Todes-Engel in Berlin

Polizist Michael Martens (Wotan Wilke Möhring) lebt in einem kleinen Dorf, doch die Idylle ist trügerisch. Die Beziehung zu Frau und Kindern leidet unter Martens Arbeit, ganz besonders, seit mit dem immer noch ungeklärten Mord an einem kleinen Mädchen das Grauen in den von der Welt vergessenen Ort einzog.

Als in Berlin nach einer pulsierenden nächtlichen Verfolgungsjagd Gabriel Engel (André Hennicke) als Serienkiller gefasst wird, glaubt die Polizei Parallelen zwischen den Morden zu erkennen, holt Martens nach Berlin, um den eiskalten Todes-Engel zum Sprechen zu bringen. Das Monstrum verlässt seinen Käfig nicht, doch sein Gift, quälende Worte, die alte Wunden aufreißen und dunkle Geheimnisse ans Licht zerren, verfehlt seine Wirkung nicht.

Unverhüllt kommt Martens die Erleuchtung (Foto: Kinowelt) Großansicht

Unverhüllt kommt Martens die Erleuchtung (Foto: Kinowelt)

Überraschung!

Der dämonische Manipulator Engel treibt ein sadistisches Spiel mit dem Cop, bis Parallelen im Erscheinungsbild auch in der Persönlichkeit durchschimmern, bis Martens überzeugt ist, dass der Mörder des Mädchens noch auf freiem Fuß ist.

Clever konstruiert dreht "Antikörper" an der Spannungsschraube, überzeugt darstellerisch und inszenatorisch. Am Ende führen die Spuren an einen Ort, der nicht nur Martens die Fassung raubt. Eine Überraschung: deutsches Genrekino in Breitwand und mit Breitenwirkung.

Antikörper

Eine der gelungensten Genrearbeiten aus deutschen Landen seit "Anatomie": Regisseur und Autor Christian Alvart erweist sich mit seinem zweiten Thriller ("Curiosity & the Cat" aus dem Jahr 1999 erschien nur auf Video) mit schnörkelloser, karger Inszenierung, cleveren Twists, von Anfang an beklemmender Atmosphäre und wohldosierter, aber stets in neue Richtungen gelenkter Verweise auf "Das Schweigen der Lämmer" oder "Sieben" als beachtliches Talent, das internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht.

So traut sich Alvart, den leichten Weg zu umgehen, indem er den sadistischen Serienkiller (gespielt von einem wieder einmal beängstigenden André Hennicke) bei einem eindrucksvollen nächtlichen Polizeikommando mit anschließender Verfolgungsjagd gleich zu Beginn verhaften lässt. Gabriel Engel (!) soll fünfzehn Jugendliche bestialisch ermordet und mit deren Blut apokalyptische Gemälde gemalt haben, was ihn gleich mal als Psychopathen auszeichnet, mit dem nicht zu spaßen ist. Derweil hat der Dorfpolizist Michael Martens (ein exzellenter Wotan Wilke Möhring) in der nahen Provinz mit den eigenen Dämonen, seinem Glauben, einem ungehorsamen Teenagersohn und dem Unmut der Anwohner zu kämpfen, nachdem ein vor Jahren hier wütender Kindermörder noch immer auf freiem Fuß ist. Da es sich auch bei diesem um Engel handeln könnte, wird Martens von dem mit dem Fall beauftragten Kommissar (Heinz Hoenig) nach Berlin beordert. Engel durchschaut Martens von der ersten Begegnung an und wird nicht müde, den Spieß bei den Befragungen umzudrehen, auf Martens unterdrückten sexuellen Bedürfnissen herumzureiten und dessen wundeste Punkte zu treffen. Das fiese Katz-und-Maus-Spiel führt dazu, dass Martens beginnt, jeden anderen als Engel zu verdächtigen - einschließlich seines Schwiegervaters, seiner Familie und sich selbst.

Alvarts intelligentes Skript verlässt sich mehr auf Grusel als auf Gore. Der Regisseur überlässt Letzteren größtenteils der Fantasie des Zuschauers, die verstörendsten Szenen sind tatsächlich die Sexszenen zwischen Martens und seiner Frau und zwischen Martens und einer Verkäuferin, die er in Berlin aufreißt. Natürlich gibt es daneben die für das Genre unerlässlichen Schockmomente, wenn die Polizei die heimischen vier Wände des Serienkillers inspiziert. Was "Antikörper" darüber hinaus als gelungenen Thriller auszeichnet, ist vor allem die Komplexität des Themas - und der Charaktere. Es gelingt Alvart, dass sich jede der Figuren - angefangen vom Jugendlichen bis zum Killer - im Verlauf des Films auf einer Skala von Gut bis Böse bewegt, mal in diese, mal in die andere Richtung. Er balanciert die Natur des Verbrechens und die Natur des Menschen perfekt aus und liefert einen verblüffenden Twist am Ende, der definitiv über das hinausgeht, was das deutsche Genrekino ansonsten zu bieten hat. Nicht zu vergessen, ist "Antikörper" brillant gefilmt, Alvart gibt Kameramann Hagen Bogdanski ("Der alte Affe Angst") genügend Raum, seine Bilder von üblichen Fernsehformaten abzusetzen und Kontraste zu schaffen, den Protagonisten aus der Distanz zu beobachten und dessen moralisches Dilemma zu unterstreichen und selbst bei der mutigen, aber durchaus angemessenen Filmlänge von 127 Minuten immer wieder neue Blickwinkel zu finden. deg.

Antikörper

In einem Berliner Hinterhaus wird der Serienkiller Gabriel Engel von einer Spezialeinheit überwältigt - das vorläufige Ende einer Mordserie, in deren Verlauf ein Dutzend Kinder in quälenden Ritualen hingerichtet wurden. Kommissar Seiler lässt sich für seinen Ermittlungserfolg feiern. Doch das Grauen beginnt erst jetzt. Im Heimatdorf des Polizisten Michael Martens wurde ein Mädchen bestialisch ermordet. Für Martens gibt es nur einen Täter: Gabriel Engel. Er reist zum Verhör nach Berlin, und zwischen den ungleichen Männern beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem der aufrechte Christ Martens an seine psychischen Grenzen stößt. Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu, als die Spuren plötzlich in eine ganz andere Richtung weisen...
Die DVD besticht durch zahlreiche attraktive Extras, unter anderem durch das komplette Storyboard, das dem Film zugeschaltet werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, jede Szene mit der entsprechenden Skizze zu vergleichen.

Quelle: Studiocanal

Featurette "... und es bilden sich ANTIKÖRPER", "Fehlversuche", "Rollos Drehtag", "Reste", komplettes Storyboard, Trailer, Presseheft (DVD-Rom)

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Wotan Wilke Möhring   als Michael Martens
  André Hennicke   als Gabriel Engel
  Heinz Hoenig   als Kommissar Seiler
  Ulrike Krumbiegel   als Rosa Martens
  Nina Proll   als Lucy
  Hauke Diekamp   als Christian Martens
  Laura Szalski   als Sarah Martens
  Norman Reedus   als Polizist Schmitz
  Jürgen Schornagel   als Sucharzewski
  Gudrun Ritter   als Frau Sucharzewski
  Klaus Zmorek   als Bosowski
  Hans Diehl   als Pfarrer
 
Regie:  Christian Alvart  
Buch:  Christian Alvart  
Musik:  Michl Britsch  
Kamera:  Hagen Bogdanski  
Produzent:  Theo Baltz  
  Dr. Rainer Kölmel  
 

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