DVD Kaufvideo

Antonias Welt

Humorvolles Drama über eine im Sterben liegende, einst starke und selbstbewußte Frau.


Antonias Welt

Kaufvideo

Erhältlich seit:
07.06.2004

Originaltitel: Antonia's Line

Drama/ Komödie

Belgien/Großbritannien/Niederlande 1995
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12

Willeke van Ammelrooy
Els Dottermans
Jan Decleir

Regie: Marleen Gorris
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Antonias Welt

Am Tag ihres Todes blickt Antonia auf ihr Leben zurück und läßt die Erinnerungen an Tochter, Enkelin und Urenkelin Revue passieren. Der Rückblick beginnt, als die damals 40jährige nach dem Zweiten Weltkrieg in ihr Heimatdorf zurückkehrt, um den elterlichen Bauernhof zu übernehmen. Schon bald wird klar, daß man es hier nicht etwa mit einer tumben Bäuerin zu tun hat, sondern mit einer selbstbewußten und liberalen Frau, die ihren Hof in eine Art Kommune verwandelt, um den Außenseiter(Innen) der Dorfgemeinschaft ein neues Zuhause zu bieten.

Grandiose Familiensaga um das Schicksal von fünf Frauen-Generationen, in der die niederländische Filmemacherin Marleen Gorris ein teils humorvolles, teils melancholisches Hohelied auf Toleranz, Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit anstimmt. Das exzellent bebilderte und brillant gespielte Drama setzt sich zwar kritisch mit männlichem Macho-Gehabe auseinander und stellt die weiblichen Rollen in den Vordergrund, verfällt dabei aber nie in plumpe Schwarz-weiß-Malerei. "Antonias Welt", ausgezeichnet mit dem Auslands-Oscar '96, ist ein kleines, skurriles Filmjuwel, das vor allem das weibliche Video-Publikum ansprechen wird.

Antonias Welt

Frauen sind was Wunderbares, lautet das Credo der niederländischen Filmemacherin Marleen Gorris, das in "Antonias Welt" seine Apotheose erfährt. Über fünf Generationen entfaltet sich die meist leichthändig-humorvoll erzählte, erst zum Ende hin etwas melancholische Geschichte einer Familie und ihrer starken unabhängigen weiblichen Säulen. Auch ohne große Namen sollte sich der dieses Jahr mit dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnete Eurohit auch in den deutschen Programmkinos durchsetzen können.

In den USA konnte "Antonias Welt" innerhalb von 23 Wochen bereits ein Einspiel von vier Mio. Dollar verzeichnen. Ein Traumergebnis, das die Sehnsucht eines anspruchsvolleren US-Publikums nach unkonventionelleren Filmstoffen ohne moralische und gesellschaftliche Tabus (die Selbstverständlichkeit des Todes, der ungehemmten Körperlichkeit, der Bestimmung des eigenen Weges und des Rechts auf Leben) verdeutlicht, die in Europa als deutlich weniger exotisch und gewagt gelten. 40 Jahre begleitet Autorin und Regiseurin Gorris, deren bisherige Filme "Die Stille um Christine M." (1981), "Die gekaufte Frau" (1983) und "Die letzte Insel" (1990) sich meist ironisch gefärbt mit männlichem Dominanzverhalten auseinandersetzten, ihre Protagonistin Antonia (selbstbewußter Felsen: Willeke Van Ammelrooy). Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrt die 40jährige samt Tochter Danielle (Els Dottermans) in ihren dörflichen Geburtsort, auf den Hof ihrer Eltern zurück, den sie binnen weniger Jahre zu einer Art Kommune für die Gestrandeten des Lebens (geistig Behinderte, gesellschaftlich Geächtete etc.) ausbaut. Antonias Eigenwilligkeit, Liberalismus und Unabhängigkeit erschüttern die spießige, bislang von Männern beherrschte Dorfwelt, deren Skurrilität von Gorris mitunter etwas überzeichnet wird. Auch quillen Liebe und Humanität in Antonias Kibbuz gelegentlich zu übertrieben aus allen Poren, wirkt auch der Erzählrhythmus zum Ende hin zu überhastet. Die Vorzüge dieses Films, seine starken Frauenfiguren, sein frecher provokativer Ton und seine in wichtigen Fragen ehrliche Lebenssicht werden dadurch aber nur unwesentlich behindert. Man darf gespannt sein, wie Gorris ihr nächstes Projekt, eine Adaption von Virginia Woolfs mit Bewußtseinsströmen überfluteten Roman "Mrs. Dalloway", kinogerecht meistern wird. kob.

Darsteller:  Willeke van Ammelrooy  
  Els Dottermans  
  Jan Decleir  
  Marina de Graaf  
  Mil Seghers  
  Jan Steen  
  Veerle van Overloop  
  Elsie de Brauw  
  Thyrza Ravesteijn  
  Dora van der Groen  
 
Regie:  Marleen Gorris  
Buch:  Marleen Gorris  
Musik:  Ilona Sekacz  
Kamera:  Willy Stassen  
Produzent:  Hans de Weers  
 

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