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Antwone Fisher

Regiedebüt von Denzel Washington, in dem ein zorniger, junger Seemann lernt, sich von seiner traumatischen Kindheit zu lösen.


Antwone Fisher

Leihvideo

Erhältlich seit:
13.02.2004

Drama

USA 2002
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 6

Derek Luke
Malcolm David Kelley
Cory Hodges

Regie: Denzel Washington
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Antwone Fisher

Antwone Fisher hat ein Problem. Sobald der schwarze Navy-Soldat von seinen Kollegen nur ein bisschen gehänselt wird, rastet er aus und beginnt eine Schlägerei. Weil Strafen und Degradierung nicht fruchten, wird er zu Sitzungen mit dem Armee-Psychologen Dr. Davenport verpflichtet. Doch Antwone denkt zunächst gar nicht daran, sich diesem zu öffnen oder ihm die Gründe für sein aggressives Verhalten mitzuteilen. Zu tief sind die Verletzungen aus Kindheitstagen, die vornehmlich aus Prügel, Angst und Missbrauch bestanden.

In seinem Regiedebüt adaptierte Oscar-Preisträger Denzel Washington die Memoiren Antwone Fishers, der auch als Drehbuchautor firmiert. Das Ergebnis ist ein berührendes, kitschfreies und letztendlich optimistisches Plädoyer für mehr Menschlichkeit, das gleichzeitig gegen jede Art von Gewalt vehement Stellung bezieht. Fazit: Großes, sensibles Schauspielerkino, in dem der hochbegabte Newcomer Derek Luke als Titelheld seinen Partner Washington in der Rolle des Therapeuten ernsthaft fordert.

Antwone Fisher

Märchenhafte Erfolgsgeschichten wie diese zementieren Hollywoods Image als Paradies für Glückssucher, ob nun am Sunset Boulevard Leichen im Pool schwimmen oder nicht. Antwone Fisher gehörte zum Sicherheitsdienst von "Sony Pictures" und erzählte seinem Chef aus seinem Leben. Die biografische Beichte wanderte von Ohr zu Ohr, bis Produzent Todd Black Fisher aufforderte, auf ihrer Grundlage ein Drehbuch zu schreiben. Das wiederum landete auf dem Schreibtisch Denzel Washingtons, der nach langer Vorbereitungszeit und einer Eigeninvestition von zwei Millionen Dollar damit nun sein Regiedebüt feiert, das dem Oscarpreisträger weiteren Respekt einbringen wird.

Auch vor der Kamera ist Washington aktiv, um mit seinem Namen einer im Grunde kleinen Geschichte die größtmögliche Chance zu geben. Eigentlich aber sieht er seine Figur hier im Hintergrund, markiert dies in einer Szene auch sichtbar, in der er sich langsam abdunkeln lässt und damit seinen Hauptdarsteller exklusiv ins Spotlight rückt. Newcomer Derek Luke bedankt sich mit einer durchwegs überzeugenden, zurückgenommenen Performance, die wie Washingtons Inszenierung nicht um die Aufmerksamkeit der Academy buhlt. Lukes Titelfigur ist Seemann bei der Navy, der immer wieder durch seine kurze Zündschnur und seinen explosiven Zorn auffällt. Sein jüngster Ausfall bringt ihn auf die Couch des Navy-Psychologen Jeremy Davenport (Washington), der mit großer Geduld die Verweigerungsphase Fishers aussitzt und schließlich dessen Mauer des Schweigens durchbricht. Enthüllt wird ein Leben ohne Vater, der erschossen wird, und ohne Mutter, die Antwone schon als Säugling aufgibt. Ein Leben in Heimen und bei einer Pflegemutter, geprägt von Liebesentzug, Gewalt und sexuellem Missbrauch. Die Stationen des Leidens bleiben geraffte Erinnerungen in Rückblenden, denn der Schwerpunkt des Films liegt in der Gegenwart, auf Fishers ersten Erfahrungen mit einer Vaterfigur und der Liebe sowie auf der Suche nach seiner Mutter. Natürlich wirkt sein schneller seelischer Heilungsprozess so idealisiert wie sein Therapeut oder die selbstbewusste und sensitive Navyfreundin, die auch bei Schönheitswettbewerben nicht chancenlos wäre. Aber Washingtons ruhige Regie verkauft den Stoff trotz solcher Widerhaken gut, verzichtet auf melodramatische Spitzen, lässt Gefühle zu, ohne sie überzogen auszustellen und verliert nur am etwas kitschigen Ende das Gleichgewicht. Die "Antwone Fisher Story" ist ungeachtet dieses traumatischen Lebens kein wütender Schlag ins Gesicht, sondern eine Geschichte über Vergebung. Erfahrungsgemäß liegt darin die Chance für ein größeres Publikum, das sich von realistischer Härte eher abschrecken denn wirklich begeistern lässt. kob.

Darsteller:  Derek Luke   als Antwone Fisher
  Malcolm David Kelley   als Antwone Fisher (7 Jahre)
  Cory Hodges   als Antwone Fisher (14 Jahre)
  Denzel Washington   als Jerome Davenport
  Joy Bryant   als Cheryl
  Salli Richardson   als Berta
  Leonard Earl Howze   als Pork Chop
  Kente Scott   als Kansas City
  Kevin Connolly   als Slim
  Rainoldo Gooding   als Grayson
  Novella Nelson   als Mrs. Tate
  Stephen Snedden   als Berkley
  Yolonda Ross   als Nadine
  Viola Davis   als Eva
  Earl Billings   als James
  Margaret Ford-Taylor   als Eda
  Bob Banks   als Horace
  Jada S. Louie   als Jeannette
  Rebecca Morris   als Anna
  Brandon Biggins   als Eddie
  Brandon Lewis   als Ray
 
Regie:  Denzel Washington  
Buch:  Antwone Fisher  
Musik:  Mychael Danna  
Kamera:  Philippe Rousselot  
Produzent:  Todd Black  
  Randa Haines  
  Denzel Washington  
 

Antwone Fisher in der Fotoshow

 

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