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Arlington Road

Spannender Thriller um einen Lehrer, der im netten Nachbarn einen Terroristen vermutet.


Arlington Road

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Thriller

USA 1998
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 12

Jeff Bridges
Tim Robbins
Joan Cusack

Regie: Mark Pellington
Universal Pictures Germany

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Arlington Road

Geschichtsdozent Faraday, der seine Frau bei einem Einsatz gegen potentielle Staatsfeinde verlor, warnt seine College-Studenten immer wieder vor den Gefahren rechtsradikaler Gruppierungen. Genau diese Elemente glaubt er schließlich in seinen Nachbarn in der Vorort-Idylle von Washington entdeckt zu haben. Doch nicht einmal Faradays Freundin glaubt dessen Theorie, daß sich hinter dem netten Familienvater Oliver Lang ein Bombenleger verbirgt. Als der Professor beginnt, Nachforschungen anzustellen, begibt er sich in höchste Lebensgefahr.

Ähnlich wie Edward Zwicks "Ausnahmezustand" beschäftigt sich auch Mark Pellingtons Hochspannungs-Thriller mit den unsichtbaren Feinden, die Amerikas inneren Frieden in Gefahr bringen könnten. Doch Pellington macht daraus kein Politikum, er beschäftigt sich vielmehr mit der Psyche seines leicht paranoiden Protagonisten, grandios verkörpert von Jeff Bridges, und dem doppelbödigen Spiel seines Gegenspielers, vielschichtig dargeboten von Tim Robbins. Dieses Duo sowie einige überraschende Drehungen des Plots machen "Arlington Road" zu einem nervenzerfetzenden Psycho-Drama, das Genre-Fans begeistern wird.

Arlington Road

Schon in Ed Zwicks "Ausnahmezustand" war die Erschütterung des inneren Friedens Amerikas im Grunde hausgemacht, nur scheinbar importiert. Im Thriller "Arlington Road" kommt die Bedrohung unzweifelhaft von innen, entlädt sich der Frust regierungsenttäuschter guter Amerikaner in Terrorakten, die ein Collegedozent, zwischen berechtigtem Mißtrauen und Paranoia treibend, zu verhindern versucht. Konventionell entfaltete, zur Überzeichnung neigende Kinounterhaltung, die aber Spannung zu erzeugen versteht und mit seltener Kompromißlosigkeit endet.

Nach einem das zentrale Thema Derangement illustrierenden Vorspann kommt "Arlington Road" mit seinen ersten Bildern gleich auf den Punkt - auf die Beerdigung der Utopie amerikanischer Vorstadtidylle. Ein blutender Junge stolpert durch den im Titel erfaßten Vorort von Washington, der nicht nur dem berühmten Heldenfriedhof, sondern auch subversiven Elementen eine Heimat bietet. Das glaubt zumindest Geschichtsdozent Faraday (überemotional und damit manchmal anstrengend: Jeff Bridges), der den verletzten Jungen ins Krankenhaus bringt. Dessen Eltern, die Langs (Tim Robbins, Joan Cusack), die in unmittelbarer Nähe zu Faradays Haus eingezogen sind, wirken freundlich und vertrauenswürdig, bis Oliver Lang immer größeren Einfluß auf Faradays Sohn gewinnt, und der Dozent nicht zuletzt aus verdrängter Eifersucht Unregelmäßigkeiten in der Biografie seines Nachbarn zu recherchieren beginnt. Die Gemeinsamkeit beider Väter ist augenscheinlich die Enttäuschung über ein Amerika, in dem sich niemand mehr sicher fühlen kann, genauer betrachtet aber eine Paranoia in verschiedenen Entwicklungsstadien. Fühlt sich doch Lang von der Regierung, Faraday aber, der vor kurzem seine Frau, eine FBI-Agentin, bei einem aus der Kontrolle geratenen Einsatz gegen potentielle Staatsfeinde verlor, von rechten Fanatikern und Terroristen verfolgt. Zweifel an des Lehrers Theorie, daß sein Nachbar ein gefährlicher Bombenleger sein könnte, hegt Faradays Freundin, nicht aber der Film. Von Beginn an zeichnet Regisseur Mark Pellington die nette Nachbarsfamilie mit einem Zug von Dämonie (die älteste Tochter ist besonders "creepy"), so daß Faradays Feldzug gegen sie für den Zuschauer stets begründet scheint. Der nicht gerade subtile Höhepunkt ist dabei ein ausgelassenes Verschwörer-Barbecue im Nachbarhaus, bei dem sich Faraday (wie einst Mia Farrow in "Rosemary's Baby") von dunklen Mächten umzingelt fühlt. Ernsthafte Charakterporträts von menschlichen Zeitbomben bietet "Arlington Road" somit nicht, wohl aber einen Thriller im Geiste von Alan J. Pakulas "Gewagtes Spiel", der weniger von seiner Glaubwürdigkeit als seiner Spannung lebt. Und im Finale seine Berechenbarkeit auf den Kopf stellt. kob.

Darsteller:  Jeff Bridges   als Michael Faraday
  Tim Robbins   als Oliver Lang
  Joan Cusack   als Cheryl Lang
  Hope Davis   als Brooke Wolfe
  Robert Gossett   als Whit Carver
  Mason Gamble   als Brady Lang
  Spencer Treat Clark   als Grant Faraday
  Stanley Anderson   als Dr. Archer Scobee
  Mary Ashleigh Green   als Daphne Lang
  Loyd Catlett   als Lieutenant
  Jenni Tooley   als Lieutenant
  Sid Hillman   als Lieutenant
  Darryl Cox   als Troopmaster
 
Regie:  Mark Pellington  
Buch:  Ehren Kruger  
Musik:  Angelo Badalamenti  
Kamera:  Bobby Bukowski  
Produzent:  Tom Gorai  
  Peter Samuelson  
  Marc Samuelson  
 

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