
Im mittelalterlichen China zieht der phänomenale Schwertkämpfer Feng nach einer enttäuschenden Liebesaffäre in die Einsamkeit der Wüste und betätigt sich von dort aus wahlweise als Auftragsmörder oder als Vermittler von Auftragsmördern. Sein bester Freund Huang verfällt unterdessen einem Zauberschnaps, der ihn die Vergangenheit vergessen lässt. Er beleidigt eine von schwerer Persönlichkeitsstörung gezeichnete Prinzessin, die ihrerseits Huangs Ermordung bei Feng in Auftrag gibt (sowie die ihres imaginären Bruders). Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen.
Die Verortung mittelalterliches China stimmt in sofern, als dass das Pulver noch nicht erfunden scheint und die Schauspieler Chinesen sind, doch ansonsten findet Wong Kar-wais opulentes Schwertkampfepos in einem jeder historischen Realität enthobenen Fantasieuniversum statt, und seine Charaktere verhalten sich auch so. Von rotem Faden kann nicht die Rede sein, Samo Hungs Kampfchoreografie wurde schon schlüssiger montiert, doch wer nur ein rauschhaftes visuelles Erlebnis sucht, kommt bei diesem Director's Cut eines New-Hongkong-Cinema-Klassikers voll auf seine Kosten.