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Kaufvideo
Erhältlich seit:
29.02.2008
Deutschland 2007
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12
Baki Davrak
Nursel Köse
Tuncel Kurtiz
Regie: Fatih Akin
Pandora Film GmbH & Co. Verleih KG

Auf den Sturm folgt die Ruhe: Dem wilden Rock'n'Roll von "Gegen die Wand" lässt Fatih Akin im Mittelteil seiner "Liebe, Tod und Teufel"-Trilogie einen durchdachten, beinahe schematischen Film folgen, der zwar ruhig erzählt, aber deshalb nicht minder leidenschaftlich wie sein Berlinale-Gewinner ist. Der Drehbuch-Preis in Cannes ist mehr als verdient.
Auf der anderen Seite zeigt den Hamburger als großartig gereiften Filmemacher, der nach der ungezügelten Energie von "Gegen die Wand" beweist, dass er mittlerweile die Souveränität besitzt, Emotion nicht mehr einfach mit dem Kopf durch die Wand, sondern auch in Form eines vielschichtigen, überlegten Werk zu erzielen. Die Brücke zwischen den beiden Werken schlägt zum einen der ungebrochene Kampfeswille des Filmemachers, eine in jeder Einstellung spürbare Leidenschaft, zum anderen aber auch die Fortführung seiner unverkennbar persönlichen thematischen Ausrichtung: das Pendeln zwischen zwei Welten, zwischen Deutschland und der Türkei, und der Versuch, die beiden Welten miteinander zu vereinen.
Zwei Handlungsstränge greift Akin in seinem streng in drei Teile gegliederten Film auf, die er gekonnt gegeneinander laufen lässt: Er erzählt von einem jungen Türken in Deutschland, den ein überraschender Todesfall dazu bringt, seine Zelte als Germanistikprofessor in Hamburg abzubrechen und nach Istanbul zu ziehen. Und er erzählt von einer jungen rebellischen Türkin, die sich im politischen Widerstand engagiert und Istanbul aus Furcht vor Verfolgung verlassen muss. Sie sucht Zuflucht in Hamburg. Beide Stränge haben mittelbar und unmittelbar miteinander zu tun. Bravourös führt Akin sie schließlich zusammen und arbeitet sich auf dem Weg überzeugend an einer Vielzahl von Motiven ab. Denn nicht nur geht es um die auf den ersten Blick unvereinbar scheinenden Gegensätze zwischen deutscher und türkischer Kultur in einer um jeden Preis auf Globalisierung bedachten Welt, sondern auch um den Dialog zwischen den Generationen, der Eltern und ihren Kindern, vor allem aber um das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, egal welcher Herkunft: Die Selbstverständlichkeit, mit der Akin ihnen zugesteht, selbst zu entscheiden, ob sie als Prostituierte arbeiten, sich in andere Frauen verlieben, sich politisch einbringen und ihre eigene Meinung äußern, ist beachtlich und ein überaus provokativer Aspekt dieses großartigen Films, der alles unternimmt, um den Kopf genauso zu füttern wie Bauch und Herz.
Seine bewusst aufgesetzte Struktur lässt den Film manchmal didaktisch, vielleicht gar naseweis erscheinen. Dabei geht es Akin leicht erkennbar eher um eine Art Verweigerung: Er verweigert sich der einfachen Emotion, die bei einem Werk, das sich so explizit mit Tod und Trauer befasst, allzu leicht zu erzielen wäre. Vielmehr verlangt er von seinem Publikum Distanz, weil er Auseinandersetzung will, man soll Stellung beziehen zum Gezeigten und Gesagten, das immer nachvollziehbar vom Hier und Jetzt erzählt, von der Welt, die wir bevölkern. Daraus bezieht "Auf der anderen Seite" seine beachtlich nachwirkende Wucht. Wobei sich Akin immer auf seine Schauspieler, der Thematik entsprechend in Deutschland und der Türkei besetzt, verlassen kann. Allen voran Hannah Schygulla, die die besten Momente des Films für sich beansprucht. Ihrem Regisseur hat sie es gedankt, indem sie ihn in Cannes bei der Pressekonferenz mit dem jungen Fassbinder verglich. Ein ganz besonderer Adelsschlag, der Akin vermutlich mehr bedeutet als alle Preise dieser Welt. ts.
Nach "Gegen die Wand" ist AUF DER ANDEREN SEITE der zweite Teil von Fatih Akins Trilogie "Liebe, Tod und Teufel". Ein Film, der offenbart, dass die Tragik des Todes auch eine verbindende Kraft sein kann, die es erlaubt, dass Menschen einander neu begegnen. Voller magischer Momente und getragen von einem herausragenden Darstellerensemble, erzählt er von Abschied und Tod, aber auch von Sehnsucht und Heimkehr.
Das Kinoereignis im Herbst 2007: ausgezeichnet mit der goldenen Palme für das beste Drehbuch und dem Preis der ökumenischen Jury auf den Filmfestspielen in Cannes und deutscher Beitrag für den Auslands-Oscar 2008!
Quelle: Pandora
- Trailer,
- Audiokommentar von Fatih Akin
- Statements des Regisseurs und der Schauspieler (ca. 20 Min.)
Quelle: Pandora
| Darsteller: | Baki Davrak | als Nejat Aksu | |
|---|---|---|---|
| Nursel Köse | als Yeter Öztürk | ||
| Tuncel Kurtiz | als Ali Aksu | ||
| Nurgül Yesilçay | als Ayten Öztürk | ||
| Hanna Schygulla | als Susanne Staub | ||
| Patrycia Ziolkowska | als Lotte Saub | ||
| Regie: | Fatih Akin | ||
| Buch: | Fatih Akin | ||
| Musik: | Shantel | ||
| Kamera: | Rainer Klausmann | ||
| Produzent: | Klaus Maeck | ||
| Andreas Thiel | |||
| Fatih Akin | |||
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1, Englisch DD 2.0, Türkisch DD 5.1, Türkisch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Audiokommentar, Interviews, Trailer
- Trailer,
- Audiokommentar von Fatih Akin
- Statements des Regisseurs und der Schauspieler (ca. 20 Min.)
Die Muse, Gefährtin und Hauptdarstellerin in den meisten Filmen von Rainer Werner Fassbinder ist untrennbar mit dem Kapitel "Junger...

