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Auftrag Rache

Actionreicher Rachethriller nach Motiven einer britischen Miniserie von 1985, in dem ein Cop aus Boston Jagd auf die Mörder seiner Tochter macht und eine weit verzweigte Verschwörung aufdeckt.


Auftrag Rache

Leihvideo

Erhältlich seit:
21.10.2010

Originaltitel: Edge of Darkness

Action/ Thriller

USA 2010
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 16

Mel Gibson
Ray Winstone
Danny Huston

Regie: Martin Campbell
Universal Pictures Germany

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Auftrag Rache

Gerade erst konnte der Bostoner Cop und alleinstehende Witwer Thomas Craven seine 24-jährigen Tochter Emma bei ihrem ersten Besuch seit Jahren wieder in die Arme schließen, da muss er mit ansehen, wie sie von einem Unbekannten erschossen wird. Während die Polizei vermutet, der Schuss habe eigentlich ihm gegolten, verfolgt Craven eine andere Theorie und ermittelt auf eigene Faust. Schnell findet Craven heraus, dass Emma geheime Informationen über ihren Arbeitgeber Northmoor besaß, und gerät damit selbst ins Fadenkreuz.

1985 begann "Casino Royale"-Regisseur Martin Campbell seine Karriere mit der Miniserie "Edge of Darkness". Mit der Spielfilmfassung, die auch Mel Gibsons erste Hauptrolle seit "Signs" (2002) markiert, schließt er selbst den Kreis. Das Ergebnis ist ein Thriller im Stil von "96 Hours", in dessen Mittelpunkt der Rachefeldzug der Hauptfigur gerückt ist. Der Film bietet effektive Kinounterhaltung von Meisterhand, in der Charakterasse wie Ray Winstone und Danny Huston Auftritte an der Seite des zuverlässigen Mel Gibson absolvieren.

Auftrag Rache

Martin Campbells Actionthriller unterstreicht, dass auch nach mehrjähriger Leinwandpause Vergebung ausgeschlossen ist, wenn Mel Gibson Vergeltung sucht.

"Payback -Zahltag" - darauf versteht sich der Weltstar. Die Rolle im neuen Film von Martin Campbell ("Casino Royale") ist Mel Gibson somit auf den Leib geschrieben, der das Beste aus dem macht, was die Dramaturgie zulässt. Ein malerisches, digital perfektioniertes Nachtpanorama eines Sees, aus dem drei Leichen an die Oberfläche treiben, verdeutlicht die tödliche Wahrheit hinter der behaupteten Unschuld, die Gibsons Gegnern als Tarnung dient. Ein ähnlich starkes Bild eines ironisch gebrochenen Gegensatzes zeigt später das völlig verglaste Büro des eiskalten, alles andere als transparenten Drahtziehers. Was er und seine Mittäter zu vertuschen versuchen, muss Gibsons Detective Craven mit Faust und Kugeln ermitteln, nachdem seine Tochter vor seinen Augen bei einem Drive-By-Shooting erschossen wurde. Die Spur führt zu ihrem in Todesangst lebenden Freund und schließlich zum Chef einer Firma (gewohnt skrupellos: Danny Huston), die in Zusammenarbeit mit Regierungskreisen zivil auf dem Gebiet der Kernfusion forscht, tatsächlich aber militärische Ziele verfolgt.

Schneller als der untersuchende Pathologe erkennt der Zuschauer, dass Gibsons Tochter an den Folgen einer nuklearen Verstrahlung litt. Das Drehbuch, ein Update von Campbells erfolgreicher BBC-Miniserie "Edge of Darkness", macht daraus so wenig ein Geheimnis wie aus der Identität des Hauptverantwortlichen und seiner Hintermänner. So bleibt das größte Mysterium zum einen, warum ängstliche Zeugen sterben müssen, der furchtlose Cop aber nicht, zum anderen, wohl damit verbunden, das Verhalten eines von der Allianz des Bösen beauftragten Cleaners (Ray Winstone), der undurchschaubar bleibt, bis er im Finale denkwürdig Stellung bezieht. Dass die Produktion von "Auftrag Rache" nicht unproblematisch war, dass die Story zum Ende hin sprunghaft, actionlastig und nicht immer nachvollziehbar wirkt, ist dem Film anzusehen. Größerer Schaden bleibt jedoch aus, denn als harter Rachethriller funktioniert der Film, weil Gibson Schmerz und Zorn wie auch die Professionalität eines cleveren Cops glaubwürdig vermittelt. Seine Szenen mit Winstone, in der sich beide abtasten, sind echte Highlights eines Thrillers, der neben dem Auftrag Unterhaltung und auch so manchen moralisch unterdrückten Zuschauerwunsch erfüllt. kob.

Darsteller:  Mel Gibson   als Thomas Craven
  Ray Winstone   als Jedburgh
  Danny Huston   als Bennett
  Bojana Novakovic   als Emma Craven
  Shawn Roberts   als Burnham
  David Aaron Baker   als Millroy
  Jay O. Sanders   als Whitehouse
  Denis O'Hare   als Moore
 
Regie:  Martin Campbell  
Buch:  William Monahan  
  Andrew Bovell  
Musik:  Howard Shore  
Kamera:  Phil Meheux  
Produzent:  Graham King  
  Michael Wearing  
  Tim Headington  

"Ich drehe nicht für die MTV-Generation"

Nach James Bond bringt Regisseur Martin Campbell mit "Auftrag Rache" eine weitere Ikone des Actionfilms auf die Leinwand zurück - Mel Gibson. Und nach dem Action-Thriller wagt er sich demnächst auf neues Terrain: den Superheldenfilm.

Regisseur und Superstar: Martin Campbell mit Mel Gibson beim Dreh von "Auftrag Rache" (Foto: Wild Bunch (Central)) Großansicht

Regisseur und Superstar: Martin Campbell mit Mel Gibson beim Dreh von "Auftrag Rache" (Foto: Wild Bunch (Central))

Warum wollten Sie die Kinoversion einer Miniserie drehen, bei der Sie selbst Regie geführt hatten?
MARTIN CAMPBELL: Ich war ursprünglich nicht unbedingt darauf versessen. Aber vor sieben Jahren schlug man mir "Auftrag Rache" vor, und wir bekamen das Geld für ein Drehbuch. Autor Andrew Bovell gelang es tatsächlich, die sechsstündige Miniserie auf einen Zweistünder zu verdichten. Ich ging an die Sache heran, als sei es ein eigenständiger Film. Dann brachte Produzent Graham King den "Departed"-Autoren Bill Monahan an Bord. Von seiner Fassung war Mel Gibson, ein Fan der Serie, so angetan, dass er praktisch sofort zusagte. Letztlich kamen also alle richtigen Elemente zum richtigen Zeitpunkt zusammen.

Gibson hat acht Jahre als Schauspieler pausiert. War es schwierig, ihn zu inszenieren?
Er machte gleich klar, dass er weder Regisseur noch Produzent dieses Films sein wollte. Wie jeder Schauspieler war er extrem kooperativ. Man konnte spüren, wie sehr er wieder in die Schauspielerei einsteigen wollte.

Als Sie "Casino Royale" drehten, waren Sie sich da bewusst, wie bahnbrechend dieser Film für das Actiongenre im Allgemeinen und die Bond-Serie im Besonderen sein würde?
Nein. Wenn man einen Film macht, weiß man nie, ob er funktionieren wird. Wir hatten einfach ein sehr gutes Drehbuch von Paul Haggis. Und wir wollten mit "Casino Royale" einen Bond zeigen, der der Figur der Bücher gerecht wurde und nicht dem Agenten der früheren Filme.

Welche Lektionen aus "Casino Royale" lassen sich auf Ihre künftigen Filme anwenden?
Dass man einer Figur in jedem Moment der Handlung gerecht werden muss. Auch in einem Actionfilm soll sich ein Protagonist immer so verhalten, wie es seinem Charakter entspricht. In der großen Verfolgungsjagd am Anfang des Films ist Bond dem Gejagten unterlegen, er hat bei Weitem nicht die Fähigkeiten und Eleganz wie dieser, er macht Fehler, aber er erreicht sein Ziel mit Mut und Willenskraft. Das war das Entscheidende.

Hatten Sie nach dem überwältigenden Erfolg des Films auch andere Alternativangebote außer "Auftrag Rache"?
Natürlich. Ich hatte ein Remake des französischen Thrillers "36" für Paramount entwickelt, aber die wollten auf einmal nicht mehr. Für Universal sollte ich ein Remake von "Die Vögel" machen, aber dann bekam ich das Angebot, die Comicverfilmung "Green Lantern" zu übernehmen. Und nachdem das Projekt schon startbereit war und ich noch nie einen Superheldenfilm gemacht hatte, wird das jetzt meine nächste Produktion.

Warum dieses Superheldenprojekt?
Grüne Laterne ist eine faszinierende Figur. Denn seine Fähigkeiten sind alle psychologischer Natur. Das macht das Ganze komplexer. Außerdem reist er als einer von ganz wenigen Superhelden auf einen anderen Planeten, so dass man eine ganz neue Welt erschaffen kann. Das alles möchte ich so realistisch wie möglich gestalten. Und letztlich erzählen wir wieder eine Geschichte von den Anfängen eines Helden, so wie "Casino Royale" - aber nicht in der Tonalität eines "Batman Begins", sondern eher wie "Iron Man".

Bei effektlastigen Filmen besteht die Gefahr, dass die Figuren vor lauter technologischem Spektakel untergehen.
Die sehe ich auch. Aber ich bin kein Regisseur der MTV-Generation. Mir geht es einzig und allein darum, eine Geschichte emotional überzeugend zu erzählen. Mein großer Held ist David Lean, wahrscheinlich einer der größten Regisseure aller Zeiten, weil seine Filme visuell überwältigend sind, aber dabei durchentwickelte Geschichten mit überzeugenden Charakteren bieten.

Könnten Sie sich vorstellen, noch einmal einen Bond zu drehen?
Nein. Ich habe nach "Goldeneye" nur deshalb "Casino Royale" gedreht, weil das Flemings erste Bond-Geschichte war. Sonst fängt man irgendwann an, sich zu wiederholen.

 

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Mel Gibson

Internationaler Filmstar, Regisseur und Produzent. Geboren in Peekskill, New York (australische Staatsbürgerschaft). Familie: seit 1980 verheiratet...

 

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Ray Winstone

Britischer Schauspieler. Amateurboxer, Theater- und Fernsehstar und Darsteller von Malochern, Gangstern, Draufgängern, Detektiven, Polizisten,...