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Aus Liebe zum Spiel

Romantisches Sportdrama, in der ein alternder Baseball-Pitcher beruflich und emotional schwerwiegende Entscheidungen zu treffen hat.


Aus Liebe zum Spiel

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Erhältlich seit:
30.10.2003

Originaltitel: For Love of the Game

Drama/ Komödie

USA 1999
Laufzeit: 132 Min.
FSK: ab 6

Kevin Costner
Kelly Preston
John C. Reilly

Regie: Sam Raimi
Universal Pictures Germany

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Aus Liebe zum Spiel

Pitcher Billy Chapel, nicht mehr der jüngste, bestreitet sein letztes Saison-Spiel für die Detroit Tigers, deren Abstieg und Verkauf an ein Konsortium bereits feststeht. All das wäre für Billy noch zu verschmerzen, hätte ihm nicht gerade seine langjährige Freundin Jane auch noch den Laufpass gegeben. Sie hat nämlich die Nase voll, immer nur die zweite Geige hinter dem Sport zu spielen. Im Verlauf des Spiels erinnert Billy sich in Rückblenden an seine Beziehung.

Nach "Annies Männer" und "Feld der Träume" spielt Kevin Costner zum dritten Mal die Hauptrolle in einem Baseball-Film. Dabei setzt Horror-Spezialist Sam Raimi ("Armee der Finsternis") nicht nur auf die Spannung realistischer Sportunterhaltung, sondern auch auf Emotionen in Form einer anrührenden, teils melodramatischen Love Story. Costner überzeugt in dieser Romanadaption an der Seite von Everybody's Darling Kelly Preston ("Jerry Maguire") als Romantic Lead.

Aus Liebe zum Spiel

Kevin Costner und der amerikanische Volkssport Baseball reichen sich nach "Annies Männer" und "Feld der Träume" nunmehr bereits zum dritten Mal treffsicher die Hand. Sam Raimis geradezu epische Romanadaption besteht zu fast gleichen Teilen aus packend realistischem Sportfilm und anrührend melodramatischer Lovestory, womit Baseball-Freunde und vor allem Costners weibliche Fangemeinde, die sich zuletzt für "Message In A Bottle" begeisten durfte, unterhalten werden. Letztere sollten dafür Sorge tragen, daß "For Love of the Game" auch hierzulande an den Kinokassen reüssiert, auch wenn sich das deutsche Publikum erfahrungsgemäß mit Sportstoffen schwertut.

Ungewöhnlich konventionell und schnörkellos geht Raimi, der sich als Horrorregisseur mit modernen Klassikern wie "Tanz der Teufel" empfahl und zuletzt mit "Ein einfacher Plan" Kritikerlob einheimste, in seinem bislang massentauglichsten Film zu Werk. Costners Firma Tig Productions ist als Coproduzent aufgeführt und die allamerikanische Handschrift des Stars, der sich öffentlich mit Raimi über Schnittentscheidungen überwarf, ist in manchen etwas schwermütigen Passagen unschwer zu erkennen. Auf den Leib geschneidert ist Costner die Rolle des alternden Baseball-Pitchers Billy Chapel. Sie gibt ihm einerseits Gelegenheit, sich als schmucker Sportler zu profilieren, wie er es zuletzt in "Tin Cup" tat, andererseits seinen patentierten Charme als romantischer Lead auszuspielen. Darüber hinaus wird sein eigenes fortschreitendes Alter clever in der Story integriert, wenn er vorteilhaft als angeknitterter und physisch wie emotional verletzter Held porträtiert wird.

Die Titelsequenz ist mit einer Montage von Heimfilmen und Filmclips unterlegt, die den Werdegang des kleinen Billy zum gefeierten Werfer der Detroit Tigers skizzieren. Der Zuschauer lernt Billy am Scheideweg seines Leben kennen. Am Morgen des letzten Spieltags des absteigenden Teams erfährt er vom Besitzer der Tigers, daß er die Mannschaft an eine Corperation verkauft hat. Kurz darauf erhält er eine weitere Hiobsbotschaft, als ihm seine langjährige Freundin Jane (Jederfrau Kelly Preston) mitteilt, sie werde ihn verlassen, da nur "er und Baseball perfekt füreinander" wären und sie nicht wirklich brauchen würde. Während Billy bei dem an sich unwichtigen Spiel auf dem Pitching-Diamond (diamantenförmige Abwurfstelle) steht, erinnert er sich in Flashbacks an seine Beziehung zu Jane, die von ihrem ersten zufälligen Treffen über regelmäßige Rendezvouz bei Aufenthalten in New York hin zur engen Partnerschaft ausgerollt wird. Zwischen den einzelnen Episoden, die kontinuierlich mehr Details über die beiden Protagonisten offenbaren, wird immer wieder zurück zu den zunehmend spannend werdenden Ereignissen im Yankee-Stadion gesprungen. Das letzte Spiel der Saison scheint sich zum legendären Spiel zu entwickeln, bei dem die Gegenmannschaft keinen einzigen Punkt erzielen kann. Am Ende hat Billy mehr als nur eine wichtige Entscheidung in seinem Leben getroffen.

Die Szenen auf dem Spielfeld sind erste Güteklasse und geben einen hervorragenden Einblick aus der Sicht des Pitchers (lärmende Fans, Psychoduelle mit den gegnerischen Spielern). Positiv wirkt sich dabei auch aus, daß lediglich ein Spiel gezeigt wird und nicht mit wiederholten Situationen der übliche Kurs vom Verliererteam, das langsam wieder zu Meisterschaftsform aufläuft, begangen wird. Obwohl es sich um einen Mannschaftssport handelt, spielt Costner deutlich die erste Geige. Lediglich sein Catcher Gus Sinski (John C. Reilly) mutet nicht als reine optische Staffage an. Bei der Liebe zum Spiel handelt es sich um eine nostalgische Angelegenheit, die den Sport und seine Spieler zu guten alten Zeiten, als Werte wie Zusammenhalt und Freundschaft noch etwas galten, idealisiert und den heutigen Stand der Dinge ablehnt, in dem Profit an erster Stelle steht. Die romantische Komponente mag manchmal ein wenig melodramatisch anmuten, aber sollte gerade ein etwas älteres weibliches Publikum ansprechen, das Costner bereits in "Bodyguard" liebte. Und auch wenn die Chemie zwischen Costner und Preston nicht unbedingt den Siedepunkt erreicht, sollte es das romantische Sportdrama verstehen, am Boxoffice ordentlich zu punkten. ara.

Darsteller:  Kevin Costner   als Billy Chapel
  Kelly Preston   als Jane Aubrey
  John C. Reilly   als Gus Sinski
  Jena Malone   als Heather
  Brian Cox   als Gary Wheeler
  J.K. Simmons   als Frank Perry
  Vin Scully   als Vin Scully
  Steve Lyons   als Steve Lyons
  Carmine D. Giovinazzo   als Ken Strout
  Bill Rogers   als Davis Birch
  Hugh Ross   als Mike Udall
 
Regie:  Sam Raimi  
Buch:  Dana Stevens  
Musik:  Basil Poledouris  
Kamera:  John Bailey  
 

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Features

 

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